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23.12.2009
 

Verkehrte Welt

Antibiotikum lässt Tuberkulose-Bakterien sprießen

Tuberkulose-Bakterien: Manche Stämme wachsen erst richtig auf Rifampicin Zur Großansicht
Corbis

Tuberkulose-Bakterien: Manche Stämme wachsen erst richtig auf Rifampicin

Die Ärzte wunderten sich, warum es dem Tuberkulose-Patienten immer schlechter ging - obwohl sie ihm doch Antibiotika gaben. Bei einer bakteriologischen Untersuchung zeigte sich jedoch: Statt zu sterben, blühten die Krankheitserreger erst so richtig auf, wenn sie das Antibiotikum bekamen.

Verkehrte Welt: Forscher haben Tuberkulose-Bakterien entdeckt, für die ein Antibiotikum nicht schädlich ist, sondern eine Droge. Die Erreger blühten regelrecht auf, wenn der Wirkstoff Rifampicin verabreicht werde, berichten chinesische und US-Forscher im " International Journal of Tuberculosis and Lung Disease". Warum die Einzeller so auf das Antibiotikum reagieren, ist noch unklar.

Das Team um Ying Zhang von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore hatte die sonderbaren Bakterien bei einem Tuberkulose-Patienten in China entdeckt. Dem 35 Jahre alten Mann war es nach der Behandlung mit Rifampicin nicht besser, sondern immer schlechter gegangen. Erst die Verwendung eines Mittels ohne den Wirkstoff brachte Besserung. Im Labor kultiviert wuchsen die Bakterien fast gar nicht - bis der Nährlösung Rifampicin hinzugefügt wurde. Ein solcher Fall sei zuvor noch nie beschrieben worden, heißt es in einer Mitteilung der Forscher. Mediziner müssten ihn künftig im Kopf haben, wenn sie Patienten behandeln, denen es bei Behandlung mit Rifampicin immer schlechter gehe.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich mehr als eineinhalb Millionen Menschen an Tuberkulose. Immer mehr Antibiotika verlieren gegen Tuberkulose-Bakterien ihre Wirkung. Derzeit reagieren etwa fünf Prozent der Patienten nicht mehr auf Rifampicin und Isoniazid, die zwei wichtigsten Wirkstoffe zur Behandlung der Krankheit. Ursache ist vor allem die mehrmonatige Dauer der Therapie: Viele Betroffene vor allem in ärmeren Ländern setzen die Medikamente zu früh ab, weil sie sich der Konsequenzen nicht bewusst sind oder sie die Mittel nicht mehr bezahlen können. Das fördert die Entstehung resistenter Stämme.

lub/dpa

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insgesamt 13 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
24.12.2009 von royalmitkaese: hmhm

Und welche "Verhaltensweisen/Ernährung" muss man an den Tag legen um Tuberkulose zu besiegen? Und wie wurde das wissenschaftlich bestätigt? Die Zunahme der Resistenzen wurde schon im Artikel gut erklärt - die [...] mehr...

24.12.2009 von ZumPostwinkel: Tuberkulose - Rückbesinnung auf alte Tugenden!

Natürlich spielen Mangelernährung und entsprechend schlechter Immunstatus eine große Rolle bei der TB. Aber gerade durch die konsequente Gabe bestimmter Tuberkulostatika unter entsprechender ärztlicher Kontrolle konnte die TB in [...] mehr...

24.12.2009 von ZumPostwinkel: Antibiotika - bei kritischem Einsatz wertvoll und unverzichtbar!

Bei einer viralen Infektion kann die Gabe eines "geeigneten Antibiotikums" durchaus sinnvoll sein, nämlich dann, wenn eine Sekundärinfektion vorliegt und/oder eine Immunschwäche beim Patienten festgestellt oder [...] mehr...

24.12.2009 von Mathesar: ...

Die Ursachen kennt man durch Robert Koch seit weit über 100 Jahren. Ansonsten kann ich als Arzt nur sagen, das es eine ziemlich naive Vorstellung ist, eine der größten Menschheitsplagen, an denen noch heute jährlich 4 Millionen [...] mehr...

24.12.2009 von Robowski: Einfache Loesung

Ja genau. Die doofen Patienten essen alle zu viel Pommes, ansonsten waere TB schon laengst ausgestorben. Das ist bestimmt eine Verschwoerung der Aerzte und der Pharmafirmen um ganz viel Geld aus den Patienten rauszupressen. mehr...

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