New York - Kann man Gesundheit und Lebensqualität eines Landes in einer Zahl ausdrücken? Genau dies haben Forscher der Columbia University und des City College in New York getan. Sie berechneten dafür die sogenannten qualitätsbereinigten Lebensjahre ("quality adjusted life years"; QALYs). Ein QALY entspricht einem Lebensjahr in perfekter Gesundheit.
In einer epidemiologischen Untersuchung mit 3,5 Millionen US-Bürgern haben die Wissenschaftler nun verglichen, wie stark Fettsucht und Rauchen die Gesundheit belasten. Demnach gingen allein 2008 unter der erwachsenen US-Bevölkerung rund zehn Millionen gesunde Lebensjahre durch starkes Übergewicht verloren - ebenso viele wie durch den Tabakkonsum, schreiben die Forscher um Haomiao Jia und Erica Lubetkin im "American Journal of Preventive Medicine" (Bd. 38, Nr. 2).
Die Daten beruhen auf Interviews, die das Team von 1993 bis 2008 führte. In diesem Zeitraum sank die Zahl der Raucher in den USA um 18,5 Prozent. Gleichzeitig aber stieg der Anteil der Fettleibigen an der Bevölkerung um 85 Prozent. Der Verlust an Lebensqualität - und die Belastung für das Gesundheitssystem - sei durch die beiden vermeidbaren Risiken inzwischen fast identisch, so die Forscher. Durch Tabakkonsum seien zwischen 1993 und 2008 pro Einwohner 0,044 gesunde Lebensjahre verloren gegangen, wobei der Wert nahezu konstant geblieben sei. Der Verlust durch Fettsucht stieg im selben Zeitraum auf 0,046 an.
Warnung vor sinkender Lebenserwartung
Im März 2009 waren Wissenschaftler in Großbritannien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Allerdings betont das Team um Jia und Lubetkin einen wichtigen Unterschied zwischen Rauchen und Übergewicht: Während Dicke hauptsächlich ihr Krankheitsrisiko erhöhten, bezahlten Raucher ihre Sucht häufiger auch mit dem Leben. Obwohl Lebenserwartung und Lebensqualität in der Vergangenheit gestiegen seien, könne der immer größere Anteil Übergewichtiger in den USA nun sogar dazu führen, dass die Lebenserwartung wieder sinke.
Die Kosten von Übergewicht und Fettsucht liegen in den USA mittlerweile bei etwa 150 Milliarden Dollar pro Jahr - fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Insbesondere durch Folgekrankheiten wie Diabetes erwarten Fachleute enorme Belastungen der Gesundheitssystem. Das gilt übrigens auch für Deutschland: Die Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS) rechnet damit, dass die Zuckerkrankheit bei einem Anhalten des aktuellen Trends in 15 Jahren 240 Milliarden Euro kosten könnte - bedeutend mehr als der gesamte aktuelle Gesundheitsetat. Schon heute würden 30 Milliarden Euro im Jahr für die Behandlung der Zuckerkrankheit ausgegeben.
hda/dpa
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Zustimmung und Erganzung meines von Ihnen zitierten Beitrages: a) Fettsucht ist bezüglich der Sterberate keineswegs so gefährlich wie Raucher sein. b) "nach dem Krieg" definiere ich 1945 (Kriegsende) bis 1949 [...] mehr...
Wer "schlechte Zeiten" erlebt hat, echten Hunger, echten Kalorienmangel, Mangelerscheinungen wegen Vitaminmangel, für den findet diese Debatte unter anderen Vorzeichen statt. Aber auch in den 50ern galt "rank [...] mehr...
Ende der Fuffziger und in den Sechzigern war Dicksein zwar nicht "schick", gehörte aber zum guten Ton, weil es bewies, dass man wieder was hatte. Natürlich trügt die eigene Erinnerung oft, aber ich war in den [...] mehr...
Aber 1: "nach dem Kriege" gab´s keine Fetten, außer Schiebern und auch keine Zuckerkranken,außer sogen.jugentlichen Insulin-mangel-Diabetikern und jeder Bauer kannte "gute" und "schlechte" [...] mehr...
Naja, ich hab vor 28 Jahren Abitur gemacht, und ich kann mich jetzt so ad hoc an drei Mädchen aus meiner Klasse erinnern, die doch deutlich zu viel hatten, und vielleicht noch so zwei oder drei, die halt eine unglückliche Figur [...] mehr...
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