Man könnte es eigentlich ahnen: Tee- und Esslöffel sind keine besonders präzisen Messinstrumente, weshalb man sie nicht unbedingt zur Dosierung von Medikamenten benutzen sollte. Dennoch tun dies rund 70 Prozent aller Menschen, wie eine Studie der renommierten Mayo Clinic in Rochester (US-Bundesstaat Minnesota) ergeben hat. Da überrascht es kaum, dass die Löffelmethode als eine der Hauptursachen für Medikamentenvergiftungen gilt.
Forscher der Cornell University in Ithaca (US-Bundesstaat New York) wollten genauer wissen, wie genau man mit dem Löffel dosieren kann. Die Ergebnisse, so viel steht fest, dürften manchen schwer schlucken lassen.
Die 200 Studenten, die an der Studie teilnahmen, lagen im Schnitt um acht Prozent unter der Zielmenge, wenn sie einen mittelgroßen Löffel benutzten. Wählten sie ein großes Exemplar, lagen sie im Mittel prompt um zwölf Prozent über der gewünschten Menge. Manche schütteten bis zu 20 Prozent zu viel aus der Flasche.
Und das passierte bereits unter Idealbedingungen, wie Brian Wansink und Koert van Ittersum im Fachblatt "Annals of Internal Medicine" schreiben. Schrie ein Baby im Hintergrund, dosierten die Probanden gar um durchschnittlich 15 Prozent zu hoch. Die Teilnehmer waren gut ausgebildet, konnten zuvor eine Stunde üben, waren ausgeschlafen und führten das Experiment in einem gut beleuchteten Raum durch, sagte Wansink. "Trotzdem ahnten sie nichts von den falschen Ergebnissen. Mitten in der Nacht, wenn man müde oder gehetzt ist und sein Kind schreien hört, ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlern zweifellos noch größer."
Die dadurch entstehende Gefahr sei nicht zu unterschätzen, warnt der Forscher. Denn flüssige Medikamente würden oft über längere Zeit mehrfach am Tag eingenommen. Fehler könnten sich so zu einer riskanten Überdosierung summieren oder dazu führen, dass das Medikament unterdosiert und damit wirkungslos bleibe.
Zu Hause empfehle sich deshalb eher der Einsatz eines Messbechers, eines speziellen Dosierlöffels, eines Tropfenzählers oder einer Spritze, meint Wansink. "Auf die persönliche Erfahrung beim Eingießen oder das Schätzvermögen sollten man sich dagegen besser nicht verlassen."
mbe
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Warum sollte man zum Dosieren von Medikamenten einen Löffel verwenden? Doch wohl nur, wenn in der Beschreibung steht "einen Löffel pro Tag". Dass es unterschiedlich große Löffel gibt ist wohl die wichtigste Erkenntnis [...] mehr...
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