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20.01.2010
 

Zahnmedizin

Plasmastrahl soll Bohrer ersetzen

Behandlung beim Zahnarzt: Künftig öfter auch ohne Bohren? Zur Großansicht
AP

Behandlung beim Zahnarzt: Künftig öfter auch ohne Bohren?

Bei Karies bleibt Zahnärzten meist nur der Griff zum Bohrer. Deutsche Forscher aber haben jetzt eine Methode entwickelt, die Kariesbakterien mit einem Plasmastrahl zu eliminieren.

Homburg/Leipzig - Der Einsatz von Plasma in der Zahnmedizin könnte künftig eine Alternative zum unangenehmen und mitunter schmerzhaften Einsatz von Bohrern werden. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Oberflächenmodifizierung in Leipzig und der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg haben in Versuchen die Wirksamkeit eines sogenannten Plasma-Jets geprüft.

In dem Gerät wird Helium durch eine enge Düse geleitet und mit Mikrowellen angeregt, so dass es den nach fest, flüssig und gasförmig vierten Aggregatzustand, das Plasma, erreicht. Mit dem feinen Strahl kann ein Zahn gründlich und desinfizierend von schädlichen Bakterien gereinigt werden, ohne die Oberfläche zu beschädigen.

Dennoch werde die Zahnoberfläche durchlässig, etwa für Medikamente, erklärte der Leiter der Forschungsgruppe, der Zahnmediziner Stefan Rupf aus dem saarländischen Homburg. Damit könnte die Behandlung unter anderem von Karies erheblich verbessert werden. Die Versuche mit Zähnen, die zuvor Patienten gezogen worden waren, hätten gezeigt, dass die Bakterienkonzentration nach der Plasmastrahl-Einwirkung um den Faktor 10.000 gesunken sei, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of Medical Microbiology".

Solange Karies nur auf den Zahnschmelz, die harte äußere Zahnschicht, begrenzt ist, muss nicht zwingend gebohrt werden. Solche Kariesvorstufen können mitunter auch durch Fluorid und eine bewusste Ernährung behandelt werden. Wenn die Bakterien jedoch tiefer eindringen, muss die geschädigte Zahnsubstanz bislang mit dem Bohrer entfernt werden. Mit der neuen Technik ließe sie sich wesentlich schonender und effektiver behandeln, glauben die Forscher. Bislang sei das Verfahren allerdings noch nicht an Patienten getestet worden, sagte Rupf. Bis zur Marktreife brauche es noch einige Jahre.

Plasma kommt derzeit etwa beim Schneiden von Stahl zum Einsatz, aber auch in der Medizin. Mittlerweile können auch sogenannte kalte Plasmastrahlen erzeugt werden. Das Gerät für die Zahnmedizin erreiche Temperaturen von 30 bis 40 Grad Celsius. "Damit ist die Temperatur körperkompatibel", sagte Rupf. Das sei wichtig, weil jede Beschädigung etwa von Nerven durch zu große Hitze unbedingt vermieden werden müsse. So würden die Bakterien getötet, gleichzeitig bleibe der Zahn erhalten.

hda/dpa

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insgesamt 10 Beiträge zum Forum...
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21.01.2010 von Born to Boogie: eigtl. schade

Tut mir leid, ich muss Sie entäuschen - solche Stories höre & lese ich nun schon seit den 70er Jahren. Gebohrt wird immernoch. mehr...

20.01.2010 von MarkusB: mit ohne titel

Sollte das für die etwas weicheren Zeitgenossen so unangenehme Bohren entfallen, sind sicher mehr Menschen bereit des öfteren mal bei ihrem Zahnarzt vorbei zu schauen. Angst vor dem Bohrer fällt dann ja flach und durch regelmäßige [...] mehr...

20.01.2010 von fledermaus62: Kosten

Eine Narkosebehandlung kostet für den Patienten etwa 300 Euro und ist mit 3 Arztterminen verbunden für Vorgespräche und Voruntersuchungen beim Zahnarzt. Bluttest und Kreislaufcheck beim Hausarzt, anschließende Zahnbehandlung [...] mehr...

20.01.2010 von mörtel paule: .

schon als kind habe ich es nicht verstanden, warum "fortschritt durch technik" nicht auch bei den zahnärzten stattfindet, die mehr oder weniger wie im 19 jahrhundert an unseren zähnen herumwerkeln. um so [...] mehr...

20.01.2010 von sichreid: Laser?

Was ist denn aus den Lasern geworden, die auch schon den Bohrer ablösen sollten? mehr...

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