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19.03.2010
 

Neue Studie

Über vier Millionen US-Kinder extrem fettleibig

Teilnehmerin der US-Fernsehshow "Dance Your Ass Off": Fettleibigkeit unter Kindern steigtZur Großansicht
REUTERS

Teilnehmerin der US-Fernsehshow "Dance Your Ass Off": Fettleibigkeit unter Kindern steigt

Die Fettleibigkeit unter Kindern in den USA nimmt erschreckende Ausmaße an. Laut einer neuen Studie sind mehr als sieben Prozent der Jungen und fünf Prozent der Mädchen extrem fettleibig. Das entspricht mehr als vier Millionen in der Altersgruppe der Zwei- bis 19-Jährigen.

Cincinnati - Die Bewohner der Industrieländer werden immer dicker. Das gilt auch für Kinder, wie eine neue Studie aus den USA jetzt eindrucksvoll deutlich macht. Die erste umfangreiche Studie, die nach der Einführung der neuen Kategorie "extrem fettleibig" durchgeführt wurde, brachte ein erschreckendes Ergebnis: 7,3 Prozent der Jungen und 5,5 Prozent der Mädchen im Alter von 2 bis 19 Jahren sind extrem fettleibig, schreibt das Team um Corinna Koebnick vom Kaiser Permanente Southern California's Department of Research and Evaluation in Pasadena im "Journal of Pediatrics". Legt man die Bevölkerungszahlen des U.S. Census Bureau zugrunde, entspricht das rund 2,5 Millionen Jungen und 1,9 Millionen Mädchen.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von 710.949 Kindern und Teenagern verschiedener ethnischer Herkunft analysiert. Als Indikatoren nahmen sie Körpergröße, Gewicht und den daraus resultierenden Body-Mass-Index (BMI, siehe Kasten links). Beträgt dieser mehr als 30, lautet die Diagnose Fettleibigkeit (Adipositas). Bei mehr als 35 sind die Kinder nach der Einteilung der US-Gesundheitsbehörden extrem fettleibig. Afroamerikanische Mädchen und lateinamerikanische Jungen sind der Studie zufolge die schwersten.

In Deutschland sieht es freilich nicht viel besser aus. Nach der 2007 veröffentlichten KiGGS-Studie sind hierzulande 6,3 Prozent der 3- bis 17-Jährigen fettleibig. Dabei wurde allerdings nicht untersucht, wie viele an einer extremen Adipositas leiden. Im Dezember 2009 zeigte eine OECD-Studie ebenfalls den Trend zu mehr Übergewicht bei deutschen Kindern.

Extrem dicke Menschen gelten als anfälliger für Herzkrankheiten, Diabetes und eine Fettleber. "Wenn diese Kinder ihre Lebensgewohnheiten nicht ändern, verringert sich ihre Lebenserwartung um 10 bis 20 Jahre", sagte Koebnick. Schon im Alter von 20 bis 30 Jahren seien gesundheitliche Probleme zu erwarten, die Normalgewichtige normalerweise erst zwischen 40 und 60 Jahren bekämen.

Mediziner und Ökonomen sehen deshalb enorme Herausforderungen auf die Gesundheitssysteme der Industriestaaten zukommen. Wissenschaftler haben jüngst die Einführung einer Steuer auf ungesunde Lebensmittel empfohlen. Die Regierung Dänemarks hatte im November 2009 bereits konkrete Pläne für eine Fett-Steuer präsentiert.

mbe/dpa

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Übergewicht und Fettsucht

Die Fettsuchtepidemie

Die Fettsucht, auch Adipositas genannt, gehört in den Industrienationen zu den führenden Auslösern von Todesfällen und Invalidität. Studien zufolge ist die Krankheit weltweit für jährlich rund 2,6 Millionen Todesfälle und mindestens 2,3 Prozent der Gesundheitskosten verantwortlich.

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