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15.05.2010
 

Ärzteprotest gegen Krebsmittel-Kosten

"Die Preise sind schlicht obszön"

Medikamente: Bei neuen Arzneien legen die Pharmafirmen den Preis ohne Kontrolle festZur Großansicht
ddp

Medikamente: Bei neuen Arzneien legen die Pharmafirmen den Preis ohne Kontrolle fest

Unter Medizinern formiert sich Widerstand gegen die Preispolitik der Pharmakonzerne. In einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium kritisieren die Experten im SPIEGEL fragwürdige Krebsmittel, die jährlich bis zu 100.000 Euro pro Patient kosten.

Hamburg - Trotz des enorm hohen Preises sei der klinische Nutzen der fraglichen Arzneien nur geringfügig oder gar nicht zweifelsfrei belegt, kritisieren Onkologen und Gesundheitsökonomen in einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium. Mehr als ein Dutzend derartige Präparate - meist Antikörper oder Enzymhemmstoffe - werden schon heute verschrieben, bis zu 40 weitere könnten nach Expertenschätzung in den nächsten sechs Jahren Marktreife erlangen.

"Wir werden unser Gesundheitssystem nicht mehr finanzieren können, wenn wir das nicht in den Griff bekommen", sagte Wolf-Dieter Ludwig, Professor für Onkologie in Berlin und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, dem SPIEGEL.

Schon jetzt würden 25 Prozent des Arzneimittelbudgets der Krankenkassen durch Spezialpräparate aufgebraucht, obwohl diese nur rund zwei Prozent der Verschreibungen ausmachen. "Die meisten dieser Medikamente haben nur eine geringe Wirkung. Deshalb halte ich die Preise schlicht für obszön", sagte Ludwig.

Gerd Glaeske, Gesundheitsökonom an der Universität Bremen, fordert eine neue Preispolitik: "Es kann nicht sein, dass die Hersteller die Preise für Medikamente diktieren, deren Nutzen noch gar nicht abschließend erwiesen ist."

Ludwig und Glaeske gehören zu den Verfassern des brisanten Gutachtens, das vorschlägt, den Preis eines neuen Medikaments künftig am Nutzen für den Patienten zu bemessen. Bisher können Pharmafirmen die Preise für innovative Produkte in Deutschland selbst festsetzen, die gesetzlichen Krankenkassen sind dann verpflichtet, diese zu zahlen.

hil

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insgesamt 225 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.07.2010 von ulan 1: Pharmaindustrie

Die ist dermaßen mächtig, dagegen ist der Verband der Automobilindustrie ein lächerlicher Zwerg. Auch die Gerichtsbarkeit schont die Pharmaindustrie weitestgehend und wirksam, siehe Grünenthal ( Contergan ). Die Pharmaindustrie [...] mehr...

08.07.2010 von kalibal:

da sind sie wohl eines der vielen opfer der jodpropaganda? mit dem ganzjährig ausgewogenen nahrungsmittelangebot allerorten sind die vorstellungen von den jodarmen alpentaelern und ihren folgen laengst hinfaellig statt des [...] mehr...

25.06.2010 von agora: Mal ganz darauf zu verzichten

wäre zumindest eine Diskussion Wet. Standard von vor 8 Jahren, da war ja nicht alles so schlecht. mehr...

25.06.2010 von agora: Holladijodeldiholladiheu

,,, da können Sie aber nichts dafür. Das ist Kodmangel während der Hirnentwicklung in ALpenländern häufig. Einfach beim nächsten mal die Mutti bitten Jodsalz zu kaufen. mehr...

11.06.2010 von mundi: Staatliche Kontrolle der Wirksamkeit

Natürlich ja. Allerdings unter der Bedingung, dass diese Medikamente unter staatlicher Aufsicht an einer Mindestzahl von kranken Patienten erfolgreich erprobt wurden. mehr...

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