ThemaAlkoholismusRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
01.06.2010
 

Veränderungen im Gehirn

Komasaufen hat langfristige Folgen

Alkoholisiertes Mädchen: Wachstum von Nervenzellen verändertZur Großansicht
dpa

Alkoholisiertes Mädchen: Wachstum von Nervenzellen verändert

Trinken bis zum Umfallen schadet dem jungen Gehirn. Das haben Forscher bei einer Studie mit Affen herausgefunden. In der Hirnregion Hippocampus entdeckten sie gleich mehrere Veränderungen.

Washington - Exzessive Trinkpartys von Jugendlichen beunruhigen Mediziner und Politiker gleichermaßen. Experten fordern sogar schon höhere Steuern auf Alkohol. Nun haben Forscher vom Scripps Research Institute in La Jolla im US-Staat Kalifornien die langfristigen Folgen des sogenannten Komasaufens bei Affen untersucht - und sind zu einem beunruhigenden Ergebnis gekommen.

Über einen Zeitraum von elf Monaten durften vier Affen täglich eine Stunde lang ein alkoholhaltiges Getränk mit Zitronengeschmack trinken. Blutalkoholtests zeigten, dass die Tiere sich im Schnitt bis zu einem Wert betranken, der knapp 2,5 Promille beim Menschen entsprechen würde, berichten Chitra Mandyam und ihre Kollegen im Fachblatt "Proceedings of the National Academies of Sciences". Eine Kontrollgruppe aus drei Primaten erhielt während des gesamten Zeitraums keinen Alkohol. Nach einer zweimonatigen Phase ohne Alkohol wurden die Gehirne der Affen untersucht.

Bei der Begutachtung der Affenhirne entdeckten die Forscher mehrere Veränderungen in der Struktur des sogenannten Hippocampus. In dieser Region war die Bildung von neuronalen Stammzellen - also von Zellen, die sich später zu Nervenzellen entwickeln - deutlich vermindert. Auch im Wachstum der Nervenzellen registrierten die Forscher Abweichungen.

Die Veränderungen durch den Alkohol seien besonders erstaunlich, weil sie auch nach der zweimonatigen Entzugsphase noch deutlich erkennbar waren, schreiben die Wissenschaftler. Sie vermuten deshalb, dass Komasaufen auch bei Menschen lang andauernde Effekte auf die Funktionen des Hippocampus hat.

Der Hippocampus liegt im Zentrum des Gehirns und ist ein Teil des limbischen Systems. Er generiert Erinnerungen, indem er Gedächtnisinhalte aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis überführt. Diese werden dann an verschiedenen anderen Stellen in der Großhirnrinde gespeichert.

hda/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Medizin
alles zum Thema Alkoholismus

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Kurzer Wegweiser durch das Gehirn

Gehirn: Steuerzentrale des Körpers

Als Gehirn bezeichnet man den im Kopf gelegenen Abschnitt des Nervensystems, der die zentrale Steuerungszentrale des Körpers bildet. Bei höher entwickelten Tieren bildet das Gehirn zusammen mit dem Rückenmark das Zentralnervensystem. In ihm sind die Sinneszentren und übergeordnete Schaltzentren (Koordinations- und Assoziationszentren) zusammengefasst. Es ist für die Ausbildung komplizierter Handlungsabläufe, für die Fähigkeit des Gedächtnisses und für die Ausprägung von Denken, Gefühlen, Bewusstsein und Intelligenz verantwortlich.

Gehirnteile: Vorderhirn, Mittelhirn, Rautenhirn

Großhirn: Spezialität des menschlichen Gehirns

Großhirnrinde: Sitz der "grauen Zellen"







TOP



TOP