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27.06.2010
 

Familienplanung

Bluttest sagt Wechseljahre voraus

Mutter und Kind: Frauen wissen nicht, wann ihre Fruchtbarkeit zu Ende ist.Zur Großansicht
DPA

Mutter und Kind: Frauen wissen nicht, wann ihre Fruchtbarkeit zu Ende ist.

Wie laut tickt die biologische Uhr? Forscher haben jetzt den Zusammenhang zwischen einem Hormon und dem Beginn der Wechseljahre geklärt. Ein einfacher Bluttest könnte künftig Frauen in den Zwanzigern bei der Familienplanung helfen.

Wer im Job weiterkommen will, sollte spätestens mit Anfang dreißig so richtig loslegen. Viele Frauen entscheiden sich deshalb dagegen, früh eine Familie zu gründen. Sie schieben das Kinderkriegen auf. Und haben dann oft ein Problem - denn irgendwann tickt die biologische Uhr. Sie werden unfruchtbar.

Nur wann genau ist irgendwann?

Ab welchem Zeitpunkt im Leben es mit der Fruchtbarkeit vorbei ist, kann man Frauen bisher nicht genau sagen, die Antwort unterscheidet sich individuell. Doch nun haben iranische Forscher offenbar einen Weg gefunden, um präzise vorherzusagen, wann Frauen in die Wechseljahre kommen. Das Thema Familienplanung könnte für viele leichter werden.

Von vorne. Bei der Geburt besitzt ein weibliches Baby ungefähr 800.000 Eizellen. Diese Eizellen sterben nach und nach ab. Mit 37 hat eine Frau noch durchschnittlich 25.000, kurz vor der Menopause nur noch rund 1000. Wann dies soweit ist, die Frauen also unfruchtbar werden, ist uneinheitlich. Das Alter variiert meist zwischen 42 und 58 Jahren.

Hier setzt die Endokrinologin Fahimeh Ramezani Tehrani an. Die Forscherin von der Shaheed-Beheshti-Universität für Medizinwissenschaft in Teheran berichtet an diesem Montag auf einer Konferenz in Rom über ihre Erkenntnisse aus zwölf Jahren Arbeit. So lange schon beobachtet sie mit ihrem Team eine Gruppe von 266 Frauen, die zwischen 20 und 49 sind. Bei diesen haben sie regelmäßig die Konzentration eines Hormons gemessen, das in den Eierstöcken produziert wird. Das Anti-Müller-Hormon (AMH) steuert die Entwicklung von Follikeln in den Eierstöcken.

Dass es eine Verbindung zwischen dem AMH-Spiegel und der Anzahl reifungsfähiger Eizellen gibt, weiß man schon länger - doch bisher war der genaue Zusammenhang unklar. Die Wissenschaftler ermittelten jetzt, wie sich die AMH-Konzentration mit zunehmendem Alter verändert. Auf diese Weise sei es ihnen gelungen, ein statistisches Modell zu entwickeln. Dieses ermögliche es, anhand der AMH-Konzentration im Blut den Beginn der Menopause zu schätzen.

Je mehr AMH, desto später kommen die Wechseljahre

Wie gut ihre Vorhersagen waren, konnten die Forscher im Laufe der Jahre überprüfen. 63 Frauen aus der Versuchsgruppe kamen im Verlauf der Studie in die Wechseljahre - und im Durchschnitt wich das vorhergesagte Alter nur um vier Monate von dem Alter ab, in dem die Wechseljahre wirklich begannen. Nur bei wenigen Frauen lagen die Wissenschaftler richtig daneben, am schlimmsten um vier Jahre.

"Die Ergebnisse unserer Studie könnten es uns ermöglichen, die Fruchtbarkeit von Frauen schon viele Jahre vor Beginn der Wechseljahre realistischer einzuschätzen als bisher", sagt Ramezani Tehrani. "Wir haben etwa schätzen können, dass eine Frau, die im Alter von 20 eine AMH-Konzentration von 2,8 Nanogramm pro Milliliter aufweist, mit 35 bis 38 Jahren in die Menopause kommen müsste." Eine AMH-Konzentration von 4,1 Nanogramm pro Milliliter bei einer 20-Jährigen deute auf eine eher frühe Menopause im Alter unter 45 hin. Bei einer AMH-Konzentration von 4,5 Nanogramm pro Milliliter oder mehr sagen die Forscher dagegen einen späteren Eintritt der Wechseljahre mit ungefähr 52 voraus.

Die Forscher hoffen, dass sich ihre Methode als so zuverlässig erweist, dass Hausärzte den Bluttest anwenden und Frauen bei der Familienplanung helfen können. Sie weisen jedoch darauf hin, dass ihre Studie auf einer relativ kleinen Zahl von Teilnehmerinnen basiert - und durch weitere Forschung abgesichert werden sollte.

sus

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29.06.2010 von World_watcher: Nachdenken......

1.)Die Natur hat viele Fehler, die der Mensch beseitigen muss. Jede Krankheit ist ein Fehler der Natur. ? Warum "muss" der Mensch etwas beseitigen? Eine Krankheit ist der Ausdruck einer Lösung für ein Problem. Nicht [...] mehr...

29.06.2010 von World_watcher: Genau!

Bravo! Und erst recht, weil es eine Frau geschrieben hat. Ich (als Mann und Vater) habe das zigfach genauso erlebt. Je früher die Kinder kamen, umso besser klappte es im Allgemeinen mit der Erziehung (wobei ich nicht die [...] mehr...

29.06.2010 von KobiDror:

Artikel nicht gelesen? Die Menopause ist der Zeitpunkt, an dem a l l e Eizellen "verbraucht" sind. Dass sowas im Tierreich nicht bekannt ist, liegt wohl daran, dass Tiere vor dem Erreichen dieser Grenze sterben. Der [...] mehr...

29.06.2010 von blaubärt: Doch es bringt was

Ja, das bringt was. Es gibt genügend Frauen, (auch in meinem Bekanntenkreis) die durch die Medien (z.B. Berichte über prominente Mütter mit Ende 40) getäuscht werden, und denken sie hätten noch reichlich Zeit für die [...] mehr...

28.06.2010 von waterman2: Die Unfruchtbarkeit beseitigen muss die Lösung sein

Ich vertrete die klare Ansicht, dass der Mensch das 21. Jahrhundert dazu nutzt, die Natur unter Kontrolle zu bringen. Das geht, man muss es nur wollen. Einen Menopausen-Test zu machen und danach zu handeln heißt: Sich mit der [...] mehr...

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