Washington - Die meisten Schimmelpilze sind harmlos - doch einige Arten können Krankheiten und Allergien auslösen, Lebensmittel verderben oder im Extremfall ganze Gebäude unbewohnbar machen. In den vergangenen Jahren sind in Gebäuden jedoch immer mehr gesundheitsschädliche Mikrobenarten aufgetreten - Experten sind besorgt.
Baufachleute suchen daher nach Strategien gegen Schimmel im Gebäude. Es kann jedoch lediglich die Ausbreitung der Organismen, aber nicht die Art des Befalls beeinflusst werden, haben nun Wissenschaftler um Anthony Amend von der University of California in Berkeley festgestellt.
Die Forscher analysierten in ihrer Studie das Erbgut von Mikroorganismen, die sie im Hausstaub aus verschiedenen Gebäuden auf sechs Kontinenten entdeckt hatten - darunter Wohnungen, Büros, Geschäfte und Kirchen. Dabei stellten sie fest, dass sich die Zusammensetzungen der mikrobiellen Gemeinschaften in benachbarten Gebäuden stets stark ähnelten.
Dabei spielte es keine Rolle, zu welchem Zweck das Gebäude genutzt wurde oder aus welchem Material es gebaut war. Vielmehr bestimmte die natürliche Umgebung der Standorte die Art des Befalls. Zudem war entgegen der bisherigen Annahme in gemäßigten Zonen eine größere mikrobielle Artenvielfalt festzustellen als in den Tropen, schreiben die Forscher in Fachblatt "Proceedings of the National Academies of Sciences".
Die Wissenschaftler fordern bei der Behandlung von Schimmelschäden in Gebäuden daher ein Umdenken: Ein Innenraum sei kein in sich geschlossener Mikrokosmos. Vielmehr sollte er als Teil einer größeren Umgebung angesehen werden, der nicht von der Außenwelt isoliert werden kann. Strategien zur Bekämpfung von Schimmel dürften sich daher nicht nur auf die Gebäudesubstanz an sich konzentrieren, sondern auch auf den Standort.
hda/ddp
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