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30.07.2010
 

Prostatakrebs

Forscher entdecken Zellen des Übels

Prostata: Forscher entdecken Krebszellen-Ursprung
Fotos
Lab of Owen Witte

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Tumorarten bei Männern. Jetzt haben Forscher einen wichtigen Mechanismus der Krebsentstehung entdeckt. Offenbar haben bestimmte Zelltypen der Prostata, die bisher als harmlos galten, auch ein dunkles Geheimnis: Sie können sich zu bösartigen Tumorzellen verwandeln.

Es gibt eine Hypothese unter Krebsforschern, die sehr kontrovers diskutiert wird - jetzt aber erneut Bestätigung gefunden hat. Demnach haben Stammzellen, die als Wunderheiler der Zukunft gelten, auch dunkle Brüder: die Krebsstammzellen (englisch "cancer stem cells", CSCs). Diese, so glaubt man, sind der Ursprung des Bösen - denn aus ihnen entstehen bösartige Tumoren. Gegen herkömmliche Behandlungen wie Bestrahlung und Chemotherapie sind die Zellen resistent, deshalb wachsen Geschwülste nach.

Eine solche zelluläre Wurzel des Übels haben Forscher nun in der Vorsteherdrüse, der Prostata, gefunden. Im Fachmagazin "Science", berichtet das Team um Owen Witte von der University of California in Los Angeles (UCLA), dass sich ein bisher als unverdächtig eingestufter Zelltyp in der Prostata zu Tumorgewebe entwickeln kann - entgegen der bisherigen Lehrmeinung. Diese grundlegende Erkenntnis könnte die Entwicklung neuer Medikamente gegen Prostatakrebs anstoßen.

Das Drüsengewebe der Prostata besteht im Wesentlichen aus zwei Zelltypen: den luminalen und den basalen Zellen. Luminale Zellen produzieren ein Sekret und Proteine, die für die Reproduktion wichtig sind. Bei der Ejakulation wird das Sekret in die Harnröhre abgegeben und vermischt sich dort mit den Spermien. Die basalen Zellen tragen in der gesunden Prostata besonders zur Neubildung von gutartigem Gewebe bei, weil sie Stammzell-ähnliche Eigenschaften besitzen.

Wegen ihrer Ähnlichkeit zu Tumorzellen galten die luminalen Zellen bisher als Ursprung von Prostatakrebs. Doch die Experimente der US-Forscher lieferten andere Ergebnisse: Aus menschlichem gesunden Prostatagewebe entnahmen sie sowohl basale als auch luminale Zellen, schleusten darin krebsverursachende Gene - sogenannte Onkogene - ein und pflanzten dann beide Zelltypen in Mäuse ein.

Überraschenderweise führten nur die basalen Zellen bei den Tieren zu Tumoren, die jenen des Menschen ähneln. "Die Studie zeigt uns, dass basale Zellen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Prostatakrebs spielen und in den Fokus zielgerichteter Therapien rücken sollten", sagt der Erstautor der Studie Andrew Goldstein.

Nun wollen die Forscher detailliert klären, wie diese Zellen zu Krebszellen mutieren. "Wenn wir verstehen, wo der Krebs herkommt, können wir bessere prognostische und diagnostische Instrumente entwickeln", so Goldsteins Hoffnung. Bisher beruht die Früherkennung von Prostatakrebs vor allem auf dem sogenannten PSA-Test. Dieser misst im Blut die Konzentration eines von der Vorsteherdrüse gebildeten Enzyms. Liegt ein Karzinom vor, ist dieser Wert erhöht. Doch diese Art der Diagnose ist extrem umstritten.

cib/apn

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insgesamt 18 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.08.2010 von isp: Zum Glück

Schon witzig, dass fast gleichzeitig zur Entdeckung der Prostata Krebs-Stammzellen ein Mittel genau dagegen auftaucht. Wo die Pharmainndustrie nichts macht gibts zum Glück noch Universitäten, die mit nicht-patentierbaren Stoffen [...] mehr...

31.07.2010 von isp: Schlankheit?

Wie kommen Sie auf Schlankheit? mehr...

31.07.2010 von Gabri: Titel

Soll ja ein wahres Wundermittel sein (Supervitamin E3): Verhindert Arteriosklerose durch Cholesterinabbau Schlankheitspille ohne Nebenwirkungen und jetzt auch noch gegen Prostata-Krebs Mann, Mann nichts wie auf in die [...] mehr...

31.07.2010 von isp: Tocotrienole

Und fast gleichzeitig meldet u.a. das Wall Street Journal ein Gegenmittel gegen Prostata Krebsstammzellen. www.wallstreet-online.de/nachrichten/nachricht/2987460.html Tocotrienole, genauer Gamma-Tocotrienol. Seit ca 1991 [...] mehr...

31.07.2010 von nilsi91: Ach ja, Schwein

Was ich noch vergessen habe. Besonders die Herzen der SChweine sind dem der Menschen unheimlich ähnlich, sie werden deswegen zum Testen neuer OP-methoden benutzt. Auch wenn es die Tierversuche nicht per se legitimiert, so muss [...] mehr...

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Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Tumorart bei Männern in Deutschland. Jedes Jahr erkranken mehr als 60.000 Männer neu daran, rund 12.000 sterben im gleichen Zeitraum an den Folgen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt derzeit bei 69 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr tritt dieses Karzinom sehr selten auf, und bei jungen Männern ist die Erkrankung unbekannt.

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