Boston - Mit ungewöhnlichen Methoden haben japanische Forscher den Gehalt von gesundheitsfördernden Stoffen in Kartoffeln erhöht: Mit elektrischer Spannung und mit Ultraschallwellen regten sie die Knollen zur vermehrten Produktion von sogenannten phenolischen Substanzen an. Diese Pflanzenstoffe haben den Ruf, einer ganzen Reihe von Krankheiten vorzubeugen, beispielsweise Krebs und Diabetes. Mit ihrem Verfahren hätten sie den Gehalt dieser begehrten Inhaltsstoffe um bis zu 50 Prozent steigern können, berichteten die Forscher auf der Herbsttagung der "American Chemical Society" in Boston.
Auch andere Gemüsearten könnten vermutlich auf diese simple und kostengünstige Weise aufgewertet werden, meinen die Forscher - eine Möglichkeit mit hohem Potential, sagen sie: "Das Interesse der Verbraucher an solchem sogenanntem 'functional food' wächst ständig", sagt Teamleiter Kazunori Hironaka von der Obihiro Universität.
Dass Pflanzen auf Stressreize mit der Ausschüttung phenolischer Substanzen reagieren, war bekannt. So bringen Trockenheit oder mechanische Verletzungen Pflanzen dazu, vermehrt diese Stoffe zu bilden. Nun konnten Hironaka und seine Kollegen einen ähnlichen Effekt sowohl mit elektrischem Strom als auch mit Ultraschall hervorrufen: Schon eine 5- bis 30-minütige Behandlung mit Strom oder Ultraschall reichte aus, um in den Kartoffeln die verstärkte Produktion der Antioxidantien anzuregen.
Phenolische Substanzen kommen natürlicherweise in vielen Gemüse- und Obstsorten vor. Die sekundären Pflanzenstoffe sind ein wichtiger Faktor für den gesundheitsfördernden Effekt dieser Nahrungsmittel. Viele Studien legen nahe, dass phenolische Substanzen durch ihre Funktion als Antioxidantien im Körper eine positive Wirkung haben: Sie schützen die Zellen vor sogenannten Sauerstoffradikalen und senken damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und einigen weiteren Erkrankungen.
boj/ddp
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