275 Gramm Leichtester Junge der Welt in Göttingen geboren

Sechs Monate auf der Intensivstation, erst dann durfte ein Neugeborener an der Universitätsklinik Göttingen nach Hause. Der Grund: Das Kind wog bei der Geburt gerade einmal 275 Gramm - so wenig wie wohl noch kein Junge vor ihm.

DPA

Göttingen - Wenn die Statistiken der Universitätsmedizin in Göttingen stimmen, dann handelt es sich um den leichtesten Jungen, der jemals zur Welt gekommen ist und überlebt hat: Nur 275 Gramm brachte das Frühchen bei der Geburt auf die Waage, sein Körper war ganze 27 Zentimeter groß.

Der Junge war schon im Juni 2009 in Göttingen geboren worden. Nach Angaben eines Kliniksprechers habe man zunächst abwarten wollen, bis sich der Zustand des Frühchens stabilisiert. Erst dann sei die Öffentlichkeit informiert worden. Inzwischen sei der Säugling mit einem Gewicht von 3700 Gramm entlassen worden.

Die Mutter des Frühchens aus Nordthüringen war wegen Problemen bei der Schwangerschaft in das Universitätsklinikum eingewiesen worden. Der Junge war im Mutterleib akut gefährdet, für eine Geburt allerdings noch zu klein. Die Entbindung fand mehr als 15 Wochen vor dem errechneten Termin statt.

Die Mediziner schätzten die Überlebenschance zunächst als sehr gering ein, da die Sterblichkeitsrate bei frühgeborenen Jungen etwa 25 Prozent höher liegt als bei Mädchen. Grundsätzlich gehen Kinderärzte davon aus, dass Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 350 Gramm nicht lebensfähig sind. Weltweit kommen rund 130 Millionen Kinder zur Welt. Jedes zehnte von ihnen verlässt den Mutterleib vorzeitig.

In der Uniklinik Göttingen wurden bereits mehrere extrem früh geborene Kinder gerettet. 2007 sorgte die kleine Kimberly mit einem Gewicht von nur 300 Gramm für Schlagzeilen.

chs/ddp/dpa



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