Hintergrund zur Homöopathie-Studie So lief die Untersuchung ab


Das war das Ziel der Studie

Nutzt es Krebspatienten, wenn sie sich neben einer konventionellen Therapie mit klassischer Homöopathie behandeln lassen? Um das zu überprüfen, haben die Forscher um Michael Rostock zwei Gruppen von Patienten beobachtet. Zum einen 380 Erkrankte, die sich in einem ambulanten Krebszentrum in Offenburg oder Freiburg behandeln ließen. Zum anderen 259 Patienten, die ein auf klassische Homöopathie spezialisiertes Zentrum in Weilheim oder Orselina (Schweiz) aufsuchten.

Das waren die Teilnehmer

Die beiden Gruppen unterschieden sich deutlich. Die Patienten, die in die homöopathisch ausgerichteten Kliniken gingen, waren im Schnitt jünger (54 gegenüber 60 Jahren), hatten eine bessere Bildung genossen (Abitur/Hochschulbesuch bei 54 Prozent gegenüber 25 Prozent) und hatten deutlich häufiger Bürojobs oder waren Selbständige. Außerdem lag ihre erste Krebsdiagnose im Schnitt länger zurück (10 Monate gegenüber 3 Monaten), der Krebs war weiter fortgeschritten und sie hatten öfter bereits eine Chemotherapie hinter sich (50 gegenüber 33 Prozent).

Das wurde gemessen

Die Ärzte ermittelten, wie sich die Lebenszufriedenheit der Patienten drei und zwölf Monate nach Studienbeginn verändert hatte und ob sie weniger unter Erschöpfung (Fatigue), Angstzuständen oder Depressionen litten.

Sie suchten in den verschiedenen Gruppen Zweierpaare von Patienten, die sich so ähnlich sind, dass sie sich direkt miteinander vergleichen lassen. Kriterien dafür waren Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, die Schwere der Krankheit (Karnofsky-Index), Art und Grad des Tumors, Vorkommen von Metastasen sowie die bisher erfolgten Behandlungen. 40 solche Paare waren nötig, um einen aussagekräftigen Vergleich zu ziehen.

Das war das Ergebnis

Bei den auch homöopathisch behandelten Patienten war die Lebensqualität nach zwölf Monaten gestiegen, die Fatigue gesunken. Das Auftreten von Angst und Depressionen war gleich geblieben. Bei den konventionell behandelten Patienten war die Lebensqualität nur leicht gestiegen, die Häufigkeit von Fatigue, Angst oder Depressionen waren unverändert.

Aber: Es konnten nur elf Paare gebildet werden. "Das reicht für eine vergleichende Studie nicht aus", stellen die Forscher am Anfang ihres Fachartikels klar.

Gezeigt hat die Untersuchung, dass sich Krebskranke, die eine homöopathische Klinik aufsuchen, in vielen Aspekten von Patienten unterschieden, die ein konventionelle Zentrum wählen.

wbr



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