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Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Bundesweite Notdienst-Nummer kommt später

Nachts, am Wochenende und an Feiertagen: Wenn Arztpraxen geschlossen sind, hilft der Bereitschaftsdienst. Der Start der bundesweit einheitlichen Nummer musste verschoben werden. Die Technik macht noch nicht mit.   

Knöchel verstaucht: Der ärztliche Bereitschaftsdienst soll eine einheitliche Nummer haben Zur Großansicht
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Knöchel verstaucht: Der ärztliche Bereitschaftsdienst soll eine einheitliche Nummer haben

Berlin - Zahnschmerzen kommen immer nachts, Kinder brechen sich am Samstagnachmittag den Arm, und auch andere Unfälle ereignen sich gern immer genau dann, wenn gerade keine Sprechstunde ist. Wer aktuell einen "Notdienst" in seiner Stadt sucht - etwa über das Internet - sieht sich schnell unzähligen Diensten gegenüber. Es gibt Verbindungen zu Notfallpraxen, Ambulanten Zentren und Notdiensten. Welche Nummer aber ist die richtige?

Aktuell gibt es in Deutschland etwa tausend verschiedene Kontakte zum ärztlichen Bereitschaftsdienst - nicht zu verwechseln übrigens mit dem ärztlichen Notdienst, der unter der Rufnummer 112 erreichbar ist und für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall gedacht ist.

Der unter der 116 117 angebotene Dienst wird Anrufern in dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Situationen weiterhelfen. Betroffene können so in Krankheitsfällen auch ohne Notarzt medizinische Hilfe erhalten. Der Anrufer wird dabei mit ausgebildetem Personal einer Anrufzentrale oder direkt mit einem qualifizierten praktischen oder klinischen Arzt verbunden.

Dieses Chaos will die Kassenärztliche Bundesvereinigung beenden, mit einer einheitlichen Nummer, über die der ärztliche Bereitschaftsdienst erreicht wird - je nachdem, von wo jemand anruft, er wird immer mit dem richtigen Notdienst verbunden. Bereits 2006 war die Idee zu "Projekt 116 117 - die Nummer, die hilft." entstanden. Schnell stellten die Ärztevertreter aber fest, dass die Verwirklichung einer bundeseinheitlichen Rufnummer nicht so ohne weiteres möglich war.

Die neue Nummer gilt bundesweit

Der Grund: Die Zuordnung derartiger zweckgebundener Kurzwahlrufnummern - und kurz und prägnant sollte die neue Nummer sein - unterlag der EU-Kompetenz. In einem immer mehr zusammenwachsenden Europa sollten solche Rufnummern, die eigens für soziale Dienste vergeben werden, in jedem Land möglichst gleich sein.

Nach drei Jahren intensiver Lobbyarbeit in Brüssel und viel Organisation, wie die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg es beschreibt, war es soweit: 2009 wird die 116 117 europaweit reserviert, kostenfrei und als nichtkommerzieller Dienst. Seither laufen die technischen Vorbereitungen, eigentlich war die Einführung zum 1. März 2012 geplant.

"Probeläufe zur Inbetriebnahme der neuen Rufnummer haben ergeben, dass das System noch nicht in allen Fällen optimal funktioniert", sagt Roland Stahl, Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, am Samstag. Nach weiteren Checks soll es nun zu einem späteren Zeitpunkt so weit sein, sagt Stahl - noch in diesem Frühjahr.

nik/dpa

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