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Aids-Epidemie: Forscher rekonstruieren frühe Ausbreitung von HIV

Blick auf Kinshasa (1957): Virus reiste wahrscheinlich per Fähre Zur Großansicht
DPA/ Picture Alliance/ AKG-Images/ Paul Almasy

Blick auf Kinshasa (1957): Virus reiste wahrscheinlich per Fähre

Die weltweit häufigste Variante des HI-Virus ist wahrscheinlich um 1920 in Kinshasa entstanden. Entlang von Fährverbindungen und Bahnlinien breitete sich der Erreger aus - auch begünstigt durch die Politik der einstigen deutschen Kolonialmacht.

Kinshasa/Oxford - Aus der statistischen Analyse genetischer HIV-Sequenzen hat ein internationales Forscherteam die frühe Geschichte des Aids-Erregers rekonstruiert. Die Wissenschaftler erklären die Ausbreitung im Magazin "Science" mit den sozialen und historischen Bedingungen im Kongobecken während des 20. Jahrhunderts.

Bekannt war bereits, dass Varianten des SI-Virus (Simian Immunodeficiency Virus) vermutlich im frühen 20. Jahrhundert mindestens 13-mal von Affen auf Menschen übertragen wurden - darunter viermal die häufigste und aggressivere Form HIV-1. Erste Berichte über Aids erschienen Anfang der Achtzigerjahre in den USA, identifiziert wurde das HI-Virus 1983.

Insgesamt haben sich bisher fast 75 Millionen Menschen damit infiziert. Bei HIV-1 entfallen die weitaus meisten Infektionen auf die Gruppe M, die wiederum in diverse Subtypen unterteilt ist. Dagegen ist die zweithäufigste Gruppe O weitgehend auf Afrika beschränkt.

Die ältesten HIV-Sequenzen stammen aus zwei Blutproben, die Ende der Fünfzigerjahre in Kinshasa - damals Léopoldville - entnommen wurden, der Hauptstadt der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Aus Analysen von Erregervarianten aus der Region erstellten die Forscher um Oliver Pybus von der englischen Universität Oxford und Philippe Lemey von der belgischen Universität Löwen einen HIV-Stammbaum, den sie mit historischen Daten abglichen.

Ursprung in Kinshasa

Die Analyse bestätigt, dass die Übertragung auf den Menschen vermutlich vor 1920 im südlichen Kamerun erfolgte. Dortige SIV-Stämme, die bei Schimpansen gefunden wurden, ähneln HIV-Erregern der Gruppe M besonders stark. "Nach dieser lokal begrenzten Übertragung, vermutlich als Ergebnis der Jagd auf Primaten, reiste das Virus wahrscheinlich per Fähre entlang des Sangha-Flusssystems nach Kinshasa", schreiben die Autoren. Begünstigt wurde dies demnach durch den Umstand, dass die frühere deutsche Kolonialmacht in Kamerun die Flussverbindungen nach Kinshasa förderte.

Der geografische Ursprung der HIV-1-Gruppe M liegt demnach höchstwahrscheinlich in Kinshasa, vermutlich um das Jahr 1920. Dies erkläre sowohl, warum in der Stadt die größte genetische HIV-Vielfalt auftritt, als auch, warum von dort die ältesten Proben stammen. Von Kinshasa breitete sich das M-Virus im Kongobecken aus, vor allem entlang des Eisenbahnnetzes.

Kinshasa hatte damals eine besonders gute Verkehrsanbindung. "Daten aus Kolonialarchiven zeigen, dass bis Ende der Vierzigerjahre mehr als eine Million Menschen jedes Jahr mit der Eisenbahn durch Kinshasa reisten", sagt Erstautor Nuno Faria von der Universität Oxford. Das nur wenige Kilometer entfernte Brazzaville auf der anderen Seite des Kongo-Flusses wurde demnach spätestens bis 1937 erreicht. Auch in Städten im Süden des Kongo wie etwa Lubumbashi tauchte das Virus bis Ende der Dreißigerjahre auf.

"Manche Zusammenhänge zur HIV-Verbreitung recht spekulativ"

In andere Gebiete der Region kam der Erreger vermutlich erst bis Anfang der Fünfzigerjahre. "Gruppe M trat zunächst in den drei größten Bevölkerungszentren auf - Brazzaville, Lubumbashi und Mbuji-Mayi -, die besser mit Kinshasa verbunden waren, was auf eine entscheidende Rolle von Verkehrsverbindungen bei der frühen Verbreitung und Etablierung von HIV-1 von seinem Epizentrum aus hindeutet", folgern die Autoren.

Bis etwa 1960 verbreiteten sich die Gruppen M und O langsam und fast in ähnlichem Maße. Ab 1960 stieg die Ausbreitung von M fast um das Dreifache. Dazu trug demnach eine größere Verbreitung der Prostitution bei sowie eine damalige medizinische Praxis: Während der Fünfzigerjahre wurden Spritzen bei der Behandlung von Geschlechtskrankheiten nicht sterilisiert. Dies decke sich mit der Beobachtung, dass zu jener Zeit auch andere Krankheiten wie Hepatitis B und Hepatitis C (HCV und HBV) zunahmen.

In Kinshasa entstand demnach innerhalb der M-Viren bis 1944 der Subtyp B, der weltweit stark verbreitet ist. Er erreichte bis 1964 Haiti, vermutlich über haitianische Gastarbeiter, die nach der Unabhängigkeit ins damalige Zaire kamen und vornehmlich aus Kinshasa in ihre Heimat zurückkehrten. Von Haiti aus gelangte dieser Erregertyp dann in die USA.

Subtyp C, auf den inzwischen etwa die Hälfte der Infektionen entfallen, blieb dagegen zunächst in Afrika. Er entstand vermutlich in den Bergbaugebieten der Demokratischen Republik Kongo und verbreitete sich - ebenfalls über Migranten - nach Sambia, Angola und in andere Länder Afrikas südlich der Sahara, inzwischen auch in anderen Weltregionen.

"Die Studie zeigt sehr schön die Anfänge und die frühe Ausbreitungsgeschichte von HIV-1-Viren der Gruppe M", sagt Frank Kirchhoff von der Universitätsklinik Ulm. Allerdings seien manche Zusammenhänge zur HIV-Verbreitung recht spekulativ. "Beispielsweise bleibt unklar, warum die Zunahme der Prostitution und Änderungen in der damaligen medizinischen Praxis einen unterschiedlichen Effekt auf die Ausbreitung von Viren der Gruppen M und O gehabt haben sollen."

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1.
somro 03.10.2014
dass die Geschichte eines Virus so spannend sein kann... gelungener Artikel.
2. Beweise?
Freeman69 03.10.2014
Also der Artikel strotzt nur so von Konjunktiven. Das hört sich für mich eher wie eine Räuberpistole an. Wo sind die medizinischen Beweise und Patienten? SIV und HIV sind zwei unterschiedliche Viren. Dass HIV aus SIV entstanden ist, ist mittlerweise bewiesen, aber das wie nicht. Und die ersten HIV Fälle sind erst Mitte der 50er dokumentiert. Worauf stützen sich also diese Forscher?
3. Die deutsche Kolonialmacht ist schuld ?
Gerixxx 03.10.2014
Ein gelungener und auch für den Laien verständlicher und interessanter Artikel. Warum man aber hervorhebt und schreibt: ".....- auch begünstigt durch die Politik der einstigen deutschen Kolonialmacht." erschließt sich mit nicht. Es suggeriert schuldhafte Verantwortung an der Ausbreitung der Viren. Jedoch auch wenn die deutsche Kolonialgeschichte etliche Grausamkeiten und Massaker enthält - wieso soll der (hier wohl absolut sinnvolle) Ausbau von Wasserwegen und Fährverbindungen in Kamerun eine politisch fahrlässige Begünstigung für das HIV-Virus darstellen ?! Das kannte man damals noch gar nicht....
4. Kolonialmacht
bernd1dalwitz 03.10.2014
Der Untertext zum Photo ist in dieser orm sehr irreführend. Als ob das Deutsche Reich die Kolonialmacht des Kongo-Leopoldville gewesen wäre. Im Tenor scheint es so zu sein, als ob die Kolonialherren, welcher Couleur auch immer, bewußt Verkehrswege angelegt hätten, um prospektiv die Verbreitung von Krankheiten zu fördern. Also bitte ein wenig nachdenken. Da ist der entsprechende Bericht der BBC besser und genauer.
5. Das was da ist
Walther Kempinski 03.10.2014
Zitat von Freeman69Also der Artikel strotzt nur so von Konjunktiven. Das hört sich für mich eher wie eine Räuberpistole an. Wo sind die medizinischen Beweise und Patienten? SIV und HIV sind zwei unterschiedliche Viren. Dass HIV aus SIV entstanden ist, ist mittlerweise bewiesen, aber das wie nicht. Und die ersten HIV Fälle sind erst Mitte der 50er dokumentiert. Worauf stützen sich also diese Forscher?
Die Forscher stützen sich auf das was da ist. Und das ist nicht viel. Man kann Genanalysen machen und alte Blutproben untersuchen. Dabei ist es wohl unwahrscheinlich, dass die alten Blutproben in den wirren Afrikas noch alle da und großartig untersuchbar sind. Ich denke mal Blut wenn auch luftdicht verschlossen, behält nicht ewig seine Struktur. Abgesehen davon konnte man in den 60ern geschweige denn 20ern wohl kaum HIV nachweisen. Vielleicht gibt es noch ein paar Blutproben von damals, die man auf genetischem Niveau heute noch aussagekräftig untersuchen kann. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Blutlabore ihr Blut frisch untersuchen müssen..maximal 3-5 Tage darfs alt sein. Seine Eigenschaften für Blutspenden verliert Blut bei guter Kühlung ca. nach 50 Tagen soweit ich weiß. Genetische Untersuchungen sind aber sicher länger möglich. Abgesehen davon hat man damals auch nicht flächendeckend für aussagekräftige Metastudien Blut eingesammelt um es auf ewig zu lagern, in Afrika schon gar nicht. Von den Forschern abzuverlangen, sie sollen doch bitte schön das Überspringen vom Affen zum Menschen und den jahrzehntelangen Weg des Virus genauer darstellen scheitert wohl an der Chaostheorie sowie an der Anzahl der Buchstaben in Online-Magazinen. SPON ist nicht SCIENCE oder NATURE und selbst die drucken nicht auf Uni-Niveau alles 1zu1 ab. Ich denke mal es gibt sicherlich Theorien zum Überspringen vom Affen zum Menschen. Aber sehr wahrscheinlich füllen diese ganze Bücher und Aktenordner und sind am Endeffekt dann doch nur Theorien. Einen Molekularbaukasten, in dem man das Überspringen in Echtzeit nachspielen kann scheitert wohl genauso wie das Vorhersagen der Zahlen 6 aus 49 bei der nächsten Lottoziehung. Die Entstehung von Viren dauert Jahrzehnte. Es ist eine Entwicklung, die sich beim Kopieren der DNA von Wirt zu Wirt abspielt. Also da sollte man nicht zuviel verlangen von den Wissenschaftlern...auch wenn Zweifel sicherlich gut sind. Aber da sind die Wissenschaftler ja selbst gut dabei. Jeder guter Wissenschaftler zweifelt sein eigenes Gedankengebäude oder Details davon an. Das ist hier auch geschehen.
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HIV/Aids - Die Fakten
Die HIV-Infektion
Die Infektion mit HIV erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret, aber auch über die Muttermilch. Außer ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr gilt die gemeinschaftliche Nutzung von Spritzen durch Drogensüchtige als ein Hauptübertragungsweg.

Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebenso wenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.
Die Krankheit Aids
Das HI-Virus zerstört allmählich das Immunsystem, indem es die Zahl der T-Helferzellen im Blut drastisch senkt. Während in den ersten Wochen nach der Infektion grippeähnliche Symptome auftreten können (aber nicht müssen), folgen der Ansteckung mit HIV meist mehrere Jahre ohne körperliche Anzeichen. Währenddessen vermehrt sich das Virus im Körper. Mit dem Beginn der ARC-Phase (Aids Related Complex) treten erneut Beschwerden wie nach der Infektion auf. Wenn die eigentliche Krankheit beginnt, spricht man von der Diagnose Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome).

Aids wird durch verschiedene Erkrankungen definiert. Sogenannte opportunistische oder Sekundär-Infektionen und Tumoren nutzen die schwache Immunabwehr aus. Trotz einer Behandlung stirbt der Patient an einer der Folgeerkrankungen. Zusätzlich können schon im Vorfeld virenhemmende Medikamente eingesetzt werden. Beide Maßnahmen verlängern die Lebenserwartung und steigern die Lebensqualität der Betroffenen.

Das Virus
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist ein Retrovirus. Diese Erreger sind in der Lage, ihren genetischen Code in das Erbgut des Wirtskörpers, in diesem Falle des Menschen, einzubauen. Deshalb kann das Virus nach einer Infektion nicht wieder vollständig aus dem Körper entfernt werden.

Das Virus kommt in zwei Stämmen vor. HIV-1 ist weltweit verbreitet. Mikrobiologen unterscheiden Subtypen mit den Buchstaben A bis I und O. Der zweite Stamm, HIV-2, ist vorwiegend in Westafrika verbreitet. Ansteckungs- und Krankheitsverlauf sind in beiden Fällen ähnlich.

Die weltweite Verbreitung
Laut UNAIDS sind weltweit schätzungsweise 35 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Mit mehr als zwei Drittel der Infizierten bilden die Länder des südlichen Afrikas ein Zentrum der Epidemie.

Bis Ende 2008 erhielten rund vier Millionen HIV-positive Menschen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen eine antiretrovirale Therapie - im Vergleich zu drei Millionen Patienten im Jahr 2007 und lediglich 400.000 in 2003.
Die Verbreitung in Deutschland
In Deutschland nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit etwa 70.000 Menschen mit HIV/Aids. 2013 wurden dem Institut 3263 gesicherte HIV-Neuinfektionen gemeldet - etwa zehn Prozent mehr als 2012. 550 Menschen starben demnach 2012 an den Folgen von Aids. Zum Vergleich: Mitte der neunziger Jahre starben in Deutschland bis zu 2500 Menschen pro Jahr an der Krankheit. Am häufigsten (53 Prozent) steckten sich homosexuelle Männer neu mit HIV. In 18 Prozent der Fälle erfolgte die Ansteckung nach heterosexuellem Kontakt, in 3 Prozent durch Spritzen von Drogen.
Chronik
1981: Vor allem in Kalifornien und New York sterben junge Männer an einer Krankheit, die das Immunsystem der Kranken ausschaltet. Am 5. Juni berichtet die US-Gesundheitsbehörde CDC erstmals über die auffällige Zunahme seltener Krebs- und Lungenentzündungsformen bei jungen Homosexuellen.

1982: In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden die ersten Fälle diagnostiziert. Die erworbene Immunschwächekrankheit wird Aids (Aquired Immunodeficiency Syndrome) genannt.

1983: Die Forschungsgruppen von Robert Gallo (USA) und Luc Montagnier (Frankreich) identifizieren das Virus, das die Krankheit auslöst. Später erhält es den Namen HIV (Human Immunodeficiency Virus).

1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.

1985: In Atlanta findet die erste Welt-Aids-Konferenz statt. Durch den Aidstod des US-Schauspielers Rock Hudson wird die Krankheit einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In Deutschland dürfen ab Herbst keine Blutpräparate mehr ohne vorherigen HIV-Test verkauft werden. Über 2300 Menschen - darunter mehr als 1800 Bluter - hatten sich zuvor infiziert.

1986: Aus Afrika werden die ersten Aidsfälle gemeldet.

1987: AZT, das erste Medikament, das den Verlauf der Krankheit verlangsamen kann, erhält eine Zulassung.

1988: Die WHO führt den 1. Dezember als Welt-Aids-Tag ein.

1991: Die rote Schleife wird internationales Symbol für den Kampf gegen Aids.

1995: Sogenannte Protease-Hemmer kommen als neues Aidsmedikament auf den Markt.

1996: Die Vereinten Nationen gründen UNAIDS, eine Unterorganisation der Uno für den Kampf gegen die Krankheit.

1999: Wissenschaftler finden Belege dafür, dass das HI-1-Virus von einer Schimpansen-Unterart stammt, die nur im westlichen Zentralafrika vorkommt.

2003: Der erste Fusionshemmer kommt als vierte Klasse von Aidsmedikamenten in den USA auf den Markt.

2004: Die WHO startet die Initiative "3 by 5". Danach sollen 2005 drei Millionen Infizierte mit Medikamenten versorgt werden.

2005: Nach Angaben der UNAIDS sind über 40 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert - ein neuer Höchststand. Das Berliner Robert Koch-Institut geht von 2600 Neuinfizierten in Deutschland aus. In Deutschland leben insgesamt 49.000 HIV-Positive.

2006: Der jüngste Welt-Aids-Bericht von UNAIDS meldet, dass die Rate der Neuinfektionen sich erstmals seit dem Ausbruch der Seuche verlangsamt. Immer noch erhalten viele Infizierte und Erkrankte in der Dritten Welt keine Versorgung, besonders HIV-positive Kinder.

2008: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon legt einen Bericht vor, nach dem im Dezember 2007 weltweit schätzungsweise 33,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert waren.

Leben mit HIV
Laut Robert-Koch-Institut lassen sich vor allem Homosexuelle unter 30 Jahren regelmäßig testen. Sind sie positiv, ist die Infektion meist im frühzeitigen Anfangsstadium, die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung eindämmen. Heterosexuelle oder Betroffene mit Migrationshintergrund kommen meist, wenn sich die Symptome des geschwächten Immunsystems nicht mehr verleugnen lassen. Bei 15 Prozent der neudiagnostizierten HIV-Patienten sei Aids daher bereits ausgebrochen. Knapp 30.000 HIV-Infizierte sind in Deutschland an Folgen der Erkrankung gestorben, jedes Jahr kommen etwa 500 Todesfälle dazu. Inzwischen haben Betroffene - mit einer Differenz von etwa zehn Jahren - die gleiche Lebenserwartung wie gesunde Menschen. Sie sterben inzwischen häufiger an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als an der durch einen Pilz verursachten Lungenentzündung, einst klassische Todesursache der Aids-Erkrankten. Jeder vierte HIV-Positive ist inzwischen älter als 50 Jahre.
Antiretrovirale HIV-Therapie


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