Demenz-Medikament: Pharmakonzerne scheitern reihenweise an Alzheimer-Arzneien

Bei der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer gibt es schon wieder einen Rückschlag: Innerhalb eines Monats musste der dritte Pharmakonzern in Folge einräumen, bei der Entwicklung einer Arznei gescheitert zu sein. Der Wirkstoff hatte sich in der Erprobung als weitgehend wirkungslos erwiesen.

Der Hippocampus im gesunden Hirn und bei einem Alzheimer-Patienten (MRT-Schnittbild) Zur Großansicht
AP/ CorTechs Labs

Der Hippocampus im gesunden Hirn und bei einem Alzheimer-Patienten (MRT-Schnittbild)

Indianapolis - Die Suche nach der Superpille geht weiter: Der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company hat bei der Entwicklung eines Medikaments gegen Alzheimer einen Rückschlag erlitten. In der letzten Erprobungsphase vor der Zulassung habe der Wirkstoff Solanezumab das Studienziel nicht erreicht, teilte der Arzneimittelhersteller am Freitag mit. Bei einigen Patienten hätte der Wirkstoff aber zumindest eine Verschlechterung des Zustandes gebremst.

Über das weitere Schicksal des Mittels will Eli Lilly nach Gesprächen mit den Zulassungsbehörden entscheiden. An den Studien hätten weltweit mehr als 2050 Patienten aus 16 Ländern teilgenommen.

Ein Medikament, das gegen Alzheimer wirkt, wäre ein Segen für zahlreiche Menschen - und würde dem Hersteller riesige Profite versprechen: Mehr als 36 Millionen Menschen leiden laut Alzheimer-Weltbericht derzeit an einer Demenz, die meisten von ihnen an Alzheimer. Bis 2030 werden es wohl über 65 Millionen sein.

Warten auf wirksames Mittel

Bislang ist ein wirksames Medikament gegen das Vergessen aber noch nicht gefunden. Zwar gibt es Arzneien, die zur Behandlung von Alzheimer zugelassen sind, etwa die sogenannten Cholinesterase-Hemmer (Donezepil, Galantamin, Rivastigmin) und die Antidementiva Memantin und Ginkgo biloba. Doch die Cholinesterase-Hemmer können die geistige Leistungsfähigkeit und die Orientierung im Alltag nur wenig verbessern und verzögern das Fortschreiten der Krankheit um lediglich etwa ein Jahr.

Bei Ginkgo sah das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nur eine geringe Wirkung; es wird nicht in der von zahlreichen ärztlichen Fachgesellschaften gemeinsam erstellten Demenz-Leitlinie empfohlen. Memantin steht zwar in der Behandlungsleitlinie der Fachgesellschaften, hier entschied das IQWiG aber unter dem Protest von Pharmakonzernen und Patientenvertretern, dass die Wirksamkeit nicht sicher belegt sei. Auch die Cochrane Collaboration - ein Institut zur Qualitätsprüfung medizinischer Studien - kommt zu dem Schluss, dass mit Memantin ein Behandlungseffekt bei Alzheimer kaum zu erkennen sei.

Dass die Entwicklung eines wirksamen Medikaments so schwerfällt, begründen Forscher vor allem damit, dass die Ursache der Alzheimer-Erkrankung bis heute nicht vollständig geklärt ist. Auch würden viele Mittel erst angewendet, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Ziel ist es nun, junge Menschen zu behandeln, die aufgrund ihrer Erbanlagen ein hohes Erkrankungsrisiko haben. So will man herausfinden, ob sich das Gehirn vor Alzheimer schützen lässt.

Anfang August hatten bereits die beiden US-Pharmakonzerne Pfizer und Johnson & Johnson erklärt, mit ihren Studien zu einem Wirkstoff gegen Alzheimer gescheitert zu sein. Als Grund nannten die Konzerne die Ergebnisse der letzten Forschungsreihe zu dem Wirkstoff Bapineuzumab. In der Testphase habe man nicht die erhoffte Wirksamkeit nachweisen können. Erst vor einigen Wochen mussten die Firmen einräumen, dass Tests bei Patienten mit einer verbreiteten genetischen Mutation nicht geholfen haben, den Gedächtnisverlust aufzuhalten. Die Studien liefen mit Versuchspersonen ohne diesen Defekt weiter.

nik/dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Kokosöl..
denkdochmalmit 24.08.2012
Zitat von sysopErneuter Rückschlag bei der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer: Innerhalb eines Monats hat der dritte Pharmakonzern in Folge eingeräumt, bei der Entwicklung einer Arznei gescheitert zu sein. Der Wirkstoff hatte sich in der Erprobung als weitgehend wirkungslos erwiesen. Alzheimer-Medikament: Eli Lilly erlebt herben Rückschlag - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,851931,00.html)
Hier mal ein interessanter Artikel über den Einfluß der Ernährung auf Alzheimer: Kokosöl bei Alzheimer (http://www.zentrum-der-gesundheit.de/kokosoel-alzheimer-ia.html)
2.
forkeltiface 24.08.2012
Dadurch wird vielleicht klar, dass Pharma Firmen - ähnlich wie alle Unternehmen, die extrem viel investieren müssen, bevor sie auf den Markt gehen - eben auch solche Milliarden-Flops gegenfinanzieren müssen und deswegen nicht jedem Land sofort teure Medikamente als Generika nachwerfen können.
3. Und nicht vergessen...
wdiwdi 24.08.2012
In einem Medikament, dass wie das von Eli Lilly in der letzten Erprobungsphase scheitert, stecken einige 100 Millionen Euro Entwicklungskosten. Die sind dann komplett weg. Nur zum Bedenken vor dem nächsten Posting mit einer flammenden Anklage, wenn ein Pharmahersteller wieder einmal seine Produkte unverantwortlicher/unmenschlicher/megakapitalistischerweise nicht zu den reinen Produktionskosten abgeben will...
4.
spon-facebook-10000234700 24.08.2012
Zitat von wdiwdiIn einem Medikament, dass wie das von Eli Lilly in der letzten Erprobungsphase scheitert, stecken einige 100 Millionen Euro Entwicklungskosten. Die sind dann komplett weg. Nur zum Bedenken vor dem nächsten Posting mit einer flammenden Anklage, wenn ein Pharmahersteller wieder einmal seine Produkte unverantwortlicher/unmenschlicher/megakapitalistischerweise nicht zu den reinen Produktionskosten abgeben will...
5. Gleich zu Beginn zwei Bitten
a.b. surd 24.08.2012
Zitat von denkdochmalmitErneuter Rückschlag bei der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer: Innerhalb eines Monats hat der dritte Pharmakonzern in Folge eingeräumt, bei der Entwicklung einer Arznei gescheitert zu sein. Der Wirkstoff hatte sich in der Erprobung als weitgehend wirkungslos erwiesen. Alzheimer-Medikament: Eli Lilly erlebt herben Rückschlag - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,851931,00.html)
1. Bitte keine singulären Hilfetipps wie "Kokosöl" und andere Dinge. Deren positive Wirkung auf so manches will ich ja gar nicht in Frage stellen. Allerdings sehe ich den Foren hier immer wieder, wie hochkomplexe Probleme mit Standardeinfachlösungen "behandelt" werden. Wenn´s so einfach wäre, wie die "Experten" hier daherreden, kann man eigentlich nur noch zu dem Schluss kommen, dass für alle wirklich wichtigen Probleme der Menschheit zwar Lösungen bekannt sind, aber von irgendwelchen ungeheuer einflussreichen Menschen oder Gruppierungen systematisch zurück gehalten werden. Das mag ja gelten für Energiesparlampen und sparsamen Automotoren. Aber Leute - bitte! Wir reden hier über andere Probleme. 2. Dieses "Ergebnis" der Wirkungslosigkeit ist meines Erachtens wichtiger einzustufen als die meisten der Meldungen im medizinischen Bereich. Es werden Effekte suggeriert, die es so nicht oder nur unter spezifischen Umständen einstellen. Bei dieser Inflation der segensreichen Meldungen - oder besser: dieser Inflation der Wirkungsüberbewertungen - ist es nur gut, dass auf die Bremse getreten wird. Einerseits deshalb, weil dieses Innehalten ermöglicht, sich noch einmal zu vergegenwärtigen, dass einfache Ursache-Wirkungsmodelle zur Erklärung komplexer Systeme nicht ausreichen, zum anderen aber auch, weil sie den Menschen selbst in seinem Machbarkeitswahn auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Ich schreibe dies als jemand, der naturwissenschaflich orientiert ist und auch so arbeitet. In den Wissenschaften findet sich übrigens erheblicher Druck, gefälligst Forschungsergebnisse zu produzieren, die statistisch signifikante EFFEKTE von irgendwas auf irgendwas demonstrieren. Es ergibt sich von ganz allein ein erheblicher Druck, auch unwichtige Unterschiede als bedeutsam herauszustellen. Es lebe die Falsifikation! Der Link verweist auf eine Webseite, die durchaus kritisch diskutiert wird. Wenn Sie sich das "Wir über uns" durchlesen, werden sie auf eine "Neosmart Consulting AG" stoßen. Informieren Sie sich bitte selbst. Der gesunde Menschenverstand allein sollte einem sagen, dass die Ernährung insgesamt einen positiven Einfluss ausübt - wie so vieles andere auch. Damit aber singulär irgendetwas zu erklären greift selbst beim Übergewicht zu kurz. Sie wissen, dass es Menschen gibt, die essen können was sie wollen - sie halten ihr Normalgewicht auch dann, wenn sie sich nicht besonders viel bewegen.
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Alzheimer: Forscher fahnden infektiösen Alzheimer-Molekülen

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Prognose: Wie Deutschland altert und erkrankt
Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Gibt es bestimmte Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung?
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.
Wie häufig kommt Alzheimer vor?
Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben gegenwärtig 1,2 Millionen Demenzkranke in der Republik - zwei Drittel von ihnen sind von der AD betroffen. Jährlich treten mehr als 250.000 Neuerkrankungen auf. Weil die Bevölkerung immer älter wird, nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Gelingt kein Durchbruch bei der Heilung und Prävention, wird sich den Schätzungen zufolge die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,6 Millionen erhöhen. Das sind fast 3500 Patienten mehr pro Jahr.
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Zu 100 Prozent kann man AD nur post mortem durch eine mikroskopische Untersuchung des Hirngewebes feststellen. Heutzutage lässt sich die Krankheit aber mit einer 95-prozentigen Sicherheit diagnostizieren. Der Arzt muss dafür die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen sorgfältig mit Hilfe bestimmter Tests prüfen. Dabei muss er ausschließen, dass es sich möglicherweise um andere - behebbare - Ursachen des Leistungsvermögens handelt (z.B. Störung der Schilddrüsenfunktion, Vitaminmangel oder Infekte). Ebenso muss der Arzt AD von anderen Demenzerkrankungen unterscheiden können. Dabei helfen ihm bildgebende Verfahren wie etwa die Magnetresonanztomografie (MRT) und Blutwertuntersuchungen, wobei die Blutwerte bei AD-Patienten normal sind. Liegt eine AD vor, ist meistens das Hirnvolumen in speziellen Regionen verringert. Zudem kann man die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit auf die Menge bestimmter Proteine hin analyiseren. Auffällig sind besonders geringe Mengen an Beta-Amyloid und erhöhte Mengen an Tau-Protein (siehe Ursachen für AD).
Was sind die Ursachen?
Es gibt verschiedene Ursachen für AD. Eine der wichtigsten Akteure sind die sogenannten Tau-Proteine: Sie regulieren den Zusammenbau der Mikrotubili, den Transportbahnen der Zelle, indem sie daran binden. Bei AD lösen sich die Tau-Proteine aus noch weitgehend ungeklärter Ursache von den Mikrotubuli und "verfilzen" zu Tau-Protein-Bündeln, Tangles genannt. Dadurch bricht nach und nach der Transport in der Zelle zusammen - und sie stirbt. Im Hirn von AD-Patienten verklumpen aber noch andere Proteine: So lagern sich Beta-Amyloid-Moleküle außerhalb der Zellen an und bilden die gefürchteten Plaques. Auch in gesunden Menschen entsteht Beta-Amyloid aus dem Vorläuferprotein APP, indem dieses durch bestimmte Enzyme gespalten wird. Allerdings wird Beta-Amyloid normalerweise schnell im Gehirn abgebaut. Bei AD-Patienten sind entweder diese Abbaumechanismen gestört, oder aber die Zellen bilden zu viel Beta-Amyloid.
Was passiert im Gehirn eines Alzheimer-Kranken?
Besonders auffällig ist der massive Nervenzelltod - im Verlauf der Krankheit kann das Hirnvolumen um bis zu 20 Prozent schrumpfen. Warum die Nervenzellen sterben, ist noch nicht vollständig geklärt. Fest steht aber, dass die Bildung der Beta-Amyloid-Plaques sowie der Tangles (siehe Ursachen) den neuronalen Untergang auslösen: Durch Bildung der Tangles werden die Stabilisierungs- und Transportprozesse in den Zellen gestört; die Beta-Amyloid-Plaques lagern sich häufig in der Wand kleiner Blutgefäße ab, wodurch die Sauerstoffversorgung im Gehirn gestört wird.
Ist Alzheimer vererbbar?
Ja. Doch weniger als zwei Prozent aller Fälle von AD werden dominant vererbt. Das bedeutet, dass die Veränderung (Mutation) eines einzigen Gens für die Entstehung der Krankheit ausreicht. Statistisch gesehen können die Hälfte der Nachkommen eines Betroffenen ebenfalls erkranken. Bisher sind drei Gene der dominant vererbbaren AD-Form bekannt, eines davon ist das APP (siehe Ursachen). Solche Patienten erkranken in der Regel im Alter unter 60 Jahren. Es gibt auch Gene, die das Auftreten von AD begünstigen, jedoch als Ursache allein nicht ausreichen. Eines davon ist das ApoE4-Gen. Das ApoE-Gen kommt in drei häufigen Varianten vor, die man als Allele E2, E3 und E4 bezeichnet. Die Häufigkeit der E4-Variante beträgt zehn Prozent bei gesunden Menschen, bei AD-Patienten jedoch 30 bis 42 Prozent. Liegen eine oder zwei Kopien des E4-Allels vor, ist also die Wahrscheinlichkeit höher, an Alzheimer zu erkranken. In 90 Prozent aller Fälle wirken bei der Entstehung der AD jedoch erbliche Faktoren, Alterungsprozesse des Gehirns, Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse zusammen. Deshalb raten Mediziner von genetischen Tests ab, da sie nicht zu einer sicheren Diagnose führen.
Was hat Altern mit Alzheimer zu tun?
Altern ist der wichtigste Risikofaktor für AD. Für gewöhnlich tritt AD erst ab einem Alter von über 60 Jahren auf. Der Anteil an Demenzkranken in der Bevölkerung steigt mit dem Alter (in der Gruppe von 65 bis 69 Jahren liegt sie bei 1,2 Prozent; 75-79 Jahre: sechs Prozent; 85-89 Jahre: 23,9 Prozent). Statistisch gesehen stellt sich bei etwa jedem dritten Menschen, der ein Alter von 65 Jahren erreicht, im weiteren Altersverlauf eine Demenz ein.
Gibt es Medikamente gegen die Krankheit?
Das Voranschreiten der AD lässt sich bisher weder verhindern noch stoppen. Die medikamentöse Therapie setzt deshalb an den Folge- und Begleiterscheinungen des Nervenzelluntergangs an. Derzeit gibt es drei Medikamentengruppen: Sogenannte Antidementiva, Antidepressiva und Neuroleptika. Antidementiva verbessern die Signalübertragung im Gehirn durch bestimmte Botenstoffe. Neuroleptika vermindern die Signalübertragung durch den Botenstoff Dopamin und wirken dadurch entspannend und beruhigend. Gegen Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Verhaltensstörungen können Antidepressiva helfen.
Kann eine gesunde Lebensweise Alzheimer verhindern?
Einen sicheren Schutz vor Alzheimer gibt es bisher nicht. Dennoch haben eine Vielzahl an Studien ergeben, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für AD in Verbindung gebracht werden. Mediziner empfehlen deshalb eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitaminen C, E und Beta-Carotin sowie eine fett- und cholesterinarme Kost mit möglichst viel ungesättigten Fettsäuren. Auch Bluthochdruck und Diabetes erhöhen das Risiko. Und: Wer sich geistig fit hält und sozial aktiv ist, hat ebenfalls ein geringeres Risiko, an AD zu erkranken, wie zahlreiche Studien belegen.