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Asse: Niedersachsen prüft Krebsfälle um Atommülllager

Ist es die Strahlung oder purer Zufall? Im Gebiet um das Atommülllager Asse gibt es eine Häufung von Krebsfällen. Jetzt hat das Sozialministerium in Hannover eine Meldepflicht für Krebserkrankungen angekündigt. Zudem will das Land für Gemeinden mit Atomanlagen Sonderuntersuchungen durchführen.

Holzanhänger "aufpASSEn": Ursache für Krebshäufung unklar Zur Großansicht
dapd

Holzanhänger "aufpASSEn": Ursache für Krebshäufung unklar

Das Land Niedersachsen reagiert auf die Häufung von Krebserkrankungen im Umfeld des maroden Atomendlagers Asse bei Wolfenbüttel: Die Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) kündigte am Donnerstag im Landtag eine generelle Meldepflicht für Krebserkrankungen an. Man wolle der Ursache der Krebshäufung weiter ergebnisoffen und gründlich nachgehen, sagte Özkan.

Außerdem werde nun auch im Umfeld anderer atomarer Anlagen die Zahlen des Krebsregisters auf Gemeindeebene auf eine Häufung von Krebserkrankungen ausgewertet. Özkan sagte, ein ursächlicher Zusammenhang zur Schachtanlage Asse sei zwar nicht bewiesen. Es müsse aber untersucht werden, ob die erhöhte Anzahl auf Zufälligkeiten oder auf klar identifizierbaren Ursachen beruhe.

In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen distanzierte sich Sozialministerin Aygül Özkan am Donnerstag von der Aussage des Bundesumweltministeriums, das Atommülllager könne bereits als Ursache der Erkrankungen ausgeschlossen werden. "Ich schließe weder das eine, noch das andere aus", sagte die CDU-Politikerin im Landtag.

Nun müsse man sorgfältig und systematisch die Belastbarkeit der statistischen Daten prüfen - und nach Zusammenhängen suchen. Bisher könne man keine Aussage über die Ursachen der Erkrankungen treffen. "Alles andere wird untersucht", betonte Özkan. Ein Zusammenhang mit dem als Atomülllager genutzten ehemaligen Salzbergwerk Asse II sei auch nicht bewiesen.

Krebs-Monitoring von der Kreis- bis zur Gemeindeebene

Die Daten des "Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen" (EKN) sollen nach Angaben der Sozialministerin künftig generell auch für einzelne Gemeinden ausgewertet werden. Schrittweise werde man das Krebs-Monitoring von der Kreisebene bis hinunter auf die Gemeindeebene verfeinern. Davon unabhängig solle es Sonderauswertungen des Registers zu verschiedenen Gemeinden geben. "Dazu werden etwa auch Standorte kerntechnischer Anlagen gehören", sagte die CDU-Politikerin.

In der Asse waren zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelaktivem Müll eingelagert worden. Anfang des Monats hatte die Landesregierung in Hannover mitgeteilt, dass die Zahl der an Leukämie erkrankten Männer im Umfeld der Asse doppelt so hoch und die Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Frauen sogar dreimal so hoch ist wie im Landesdurchschnitt. Das Bundesumweltministerium sieht keinen Zusammenhang der Krebshäufung mit dem Atommülllager Asse.

Der niedersächsische Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel forderte im Landtag eine Untersuchung von möglichen Strahlenunfällen in dem einsturzgefährdeten ehemaligen Salzbergwerk seit Inbetriebnahme als Endlager. Auskunft wollen die Oppositionsparteien auch über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Atomendlager und der niedrigen Geburtenrate von Mädchen.

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hatte berichtet, dass eine statistische Auswertung der lebend geborenen Kinder im Umfeld der Asse für die Jahre 1971 bis 2009 eine Zahlenverhältnis von 142 Jungen zu 105 Mädchen ergeben habe. Weniger Mädchen- als Jungengeburten wurden demnach auch im Umfeld anderer deutscher und Schweizer Atommeiler sowie nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl festgestellt.

cib/AFP/dapd

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1. Leider...
vibackup 09.12.2010
steht nicht zu erwarten, dass diese Entdeckung Konsequenzen haben wird, und wirklich neu ist sie ja nun auch nicht. Seit den frühen 80er Jahren ist aufgefallen, dass es um atomtechnische Anlagen eine Häufung von bestimmten Krebsfällen gibt (Hirntumore bei Kindern) was damals im Rahmen der normalen Streuung erklärt wurde. Dann kam vor ein paar Jahren die Bestätigung, dass dieses Phänomen reproduzierbar auftritt und an allen untersuchten (in diesem Fall) Kernkraftwerken zu sehen ist, und eben auch außerhalb Deutschlands. Aber da lag es dann eben nicht an der Strahlung. Und das war es. Und jetzt - surprise, surprise - sieht man das gleiche Phänomen um eine (illegal) betriebene Lagerstätte (nein, der Betrieb an sich war nicht illegal, aber ja wohl die Art des Betriebes). Ja, was hat man denn erwartet? Kopfschüttelnd //M
2. Eine mögliche Erklärung
Irek 09.12.2010
„Es müsse aber untersucht werden, ob die erhöhte Anzahl auf Zufälligkeiten oder auf klar identifizierbaren Ursachen beruhe.“ Solche Untersuchungen werden zu keinem Ergebnis führen, weil die Modelle der Unwissenschat im Bezug auf die Elementarteilchen und die Ursachen der gravitativen Wirkung einfach vorbei an der Wirklichkeit gehen. Auf Grund meiner Überlegungen zu der Beschaffenheit der Materie und des Raumes würde ich Behaupten, dass es doch ein Prozess gibt der eine erhöhte Ratte der Krebserkrankungen zu Folge haben kann. Wer mehr über die Grundlagen erfahren möchte könnte sich auf meiner Internetseite informieren. www.cwirko.de Stark abgekürzt sieht dieser Vorgang wie folgt: Ein Bestandsteil des Zerfallsprozesses der Atome ist die Entstehung der Elementarelemente des Raumes der Vakuolen. Das hat aber zur Folge dass die Oszillation der schon in einem Raumvolumen enthaltenen Vakuolen auf die neuentstandene Vakuolen aus den Zerfallsprozessen übergehen müssen. Insgesamt bewirkt dass aber, dass die Synchronisation der Rotation der Materie bildenden Vakuolen gestört wird und so eine Störung der gravitativen Wirkung verursacht. Wenn wir es das einfach uns darstellen möchten würde es bedeuten, dass in einer Umgebung der radioaktiven Quelle sich eine negative Gravitationsanomalie bildet. Bei der Benutzung von sehr empfindlichen Graviemeter kann ich mir sogar vorstellen diesen Effekt experimentell messen zu können. Diese Verringerung der gravitativen Wirkung hat aber ein destruktiver Einfluss auf die biologischen Prozesse insbesondere auf die Faltung der Proteine und die Rekombination der DNA und RNA. Bei Verringerung der Synchronisation der Oszillationen der Materie werden die Proteine nicht ordentlich gefaltet. Solche falsch gefaltete Proteine sind für den Organismus unbrauchbar im schlimmsten Fall aber schädlich. In Verbindung mit verstärkt auftretendem Fehler bei Rekombination der DNA und RNA kommt es zu Häufung der Krebsfälle. Weil die Kinder eine besonders hohe Ratte solchen Prozesse Aufweisen ist diese Häufung auch besonders bei Kindern ausgeprägt.
3. RE: Asse: Niedersachsen prüft Krebsfälle um Atommülllager
python101 10.12.2010
Zitat von sysopIst es die Strahlung, oder purer Zufall? Im Gebiet um das Atommülllager Asse gibt es eine Häufung von Krebsfällen. Jetzt hat das Sozialministerium in Hannover eine Meldepflicht für Krebserkrankungen angekündigt. Zudem will das Land für Gemeinden mit Atomanlagen Sonderuntersuchungen durchführen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,733818,00.html
In der Asse wird immer noch heftig zerfallendes radioaktives Material "gelagert". Dessen Behälter bzw. Fäßer werden richtig warm ... ein Castor z.B. wird intern mit rund 50kWh Heizleistung aufgeheizt. In der Asse wird die radioaktive Zerfallswärme auf tausende Fäßer verteilt, d.h. hier entsteht richtig heiße Luft im Schacht. Und wo will diese warme Luft - samt radioaktiver Luftfeuchte bzw Salzlake/Staub - hin?? Nach oben !! Da Untertage bei der Asse unprofessionell agiert wird, dürfte das auch Übertage passieren ... d.h. wie wird mit dieser Abluft umgegangen ?? Kernkraftwerke filtern ihre Abluft und leiten die dann über einen ~50m Schornstein in die Atmosphäre. Je nach Wetterlage verteilt sich diese Abluft nicht optimal ... die Nebeneffekte sind natürlich - wie bei der Asse - unvorhersehbar :)
4. Den Nobelpreis
gsm900, 10.12.2010
Zitat von Irek„Es müsse aber untersucht werden, ob die erhöhte Anzahl auf Zufälligkeiten oder auf klar identifizierbaren Ursachen beruhe.“ Solche Untersuchungen werden zu keinem Ergebnis führen, weil die Modelle der Unwissenschat im Bezug auf die Elementarteilchen und die Ursachen der gravitativen Wirkung einfach vorbei an der Wirklichkeit gehen. Auf Grund meiner Überlegungen zu der Beschaffenheit der Materie und des Raumes würde ich Behaupten, dass es doch ein Prozess gibt der eine erhöhte Ratte der Krebserkrankungen zu Folge haben kann. Wer mehr über die Grundlagen erfahren möchte könnte sich auf meiner Internetseite informieren. www.cwirko.de Stark abgekürzt sieht dieser Vorgang wie folgt: Ein Bestandsteil des Zerfallsprozesses der Atome ist die Entstehung der Elementarelemente des Raumes der Vakuolen. Das hat aber zur Folge dass die Oszillation der schon in einem Raumvolumen enthaltenen Vakuolen auf die neuentstandene Vakuolen aus den Zerfallsprozessen übergehen müssen. Insgesamt bewirkt dass aber, dass die Synchronisation der Rotation der Materie bildenden Vakuolen gestört wird und so eine Störung der gravitativen Wirkung verursacht. Wenn wir es das einfach uns darstellen möchten würde es bedeuten, dass in einer Umgebung der radioaktiven Quelle sich eine negative Gravitationsanomalie bildet. Bei der Benutzung von sehr empfindlichen Graviemeter kann ich mir sogar vorstellen diesen Effekt experimentell messen zu können. Diese Verringerung der gravitativen Wirkung hat aber ein destruktiver Einfluss auf die biologischen Prozesse insbesondere auf die Faltung der Proteine und die Rekombination der DNA und RNA. Bei Verringerung der Synchronisation der Oszillationen der Materie werden die Proteine nicht ordentlich gefaltet. Solche falsch gefaltete Proteine sind für den Organismus unbrauchbar im schlimmsten Fall aber schädlich. In Verbindung mit verstärkt auftretendem Fehler bei Rekombination der DNA und RNA kommt es zu Häufung der Krebsfälle. Weil die Kinder eine besonders hohe Ratte solchen Prozesse Aufweisen ist diese Häufung auch besonders bei Kindern ausgeprägt.
haben bestimmt AKW Betreiber zusammen mit der CIA und dem Mosssad verhidert, gelle?
5. Sehr seltene Erkrankungen und Statistik
hubertl 10.12.2010
Statistik hat keinen guten Ruf. Zahlen müssen bewertet und interpretiert werden. Kinderkrebs ist zudem noch emotional extrem beladen. Vergleichsuntersuchungen zwischen AKW-Standorten und der Fläche sowie für AKW-Bau geplanten Standorten haben ergeben, dass auch an einigen potentiellen Standorten die Kinderkrebsrate (Hirn, Blut) erhöht war. Weil aber nun nicht die Absicht, ein AKW zu bauen, bereits Krebs auslösen kann (nee, echt nicht! Oder?), da muss es an was andrem liegen. Erstens an der kleinen Zahl der Fälle und dann, wenn man Gruppen in Grüppchen aufdröselt: Bei den Männern war der Krebs um Asse verdoppelt. Bei Männern und Frauen zusammen nicht signifikant abweichend vom Durchschnitt. Schilddrüse umgekehrt wohl ebenso. Also nehmen wir doch mal ein Glas mit Erbsen, vielen grünen und wenigen gelben. Schütteln das. Immer wieder werden mal zwei gelbe Erbsen nebeneinander liegen. Dafür kann man jetzt das Glas Rotwein oder den Fernseher neben dem Erbsenglas verantwortlich machen, ("das führt ganz offenbar gelbe Erbsen zueinander!") die Strahlung des Handys oder aber den Zufall, den es ja auch gibt, wenn rechnerisch seltene Ereignisse eintreffen. Zweitens die lange Latenz fürs Auftreten von Krebs, die nach Jahrzehnten zählt. Arbeiter von der Wismut zieht um. Bekommt (eher von der Wismut als vom kurzfristigen Wohnen) Krebs. Oder: Heutiger AKW-Standort war früher eine Kokerei. Ebenfalls Hochrisiko, bewiesen. Strahlen sind als Krebsauslöser auch bewiesen. Aber nicht bewiesen ausgetreten, also dringeblieben im Kraftwerk, anders als in Tschernobyl. Ist zu komplizert für die Theke, ich weiß. Es sollte aber immer wieder mal gesagt werden.
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