Australien Schweinegrippe-Impfung soll schon im September starten

Australien will bereits in wenigen Wochen mit der Impfung gegen die Schweinegrippe beginnen. Bisher seien alle Tests zufriedenstellend verlaufen, erklärte das Gesundheitsministerium des Landes. In den USA soll der Impfstoff jetzt auch an Kindern getestet werden.

Test für H1N1-Impfstoff (in den USA): Massenimpfungen geplant
AFP

Test für H1N1-Impfstoff (in den USA): Massenimpfungen geplant


Canberra - Zwischen Mitte und Ende September solle es losgehen, sagte Gesundheitsministerin Nicola Roxon am Donnerstag. Doch bereits ab der kommenden Woche wolle man die ersten Impfdosen an Ärzte verteilen. Zunächst sollten rund vier Millionen Angehörige von Risikogruppen wie Schwangere, Behinderte, Kinder und medizinisches Personal geimpft werden, so die Ministerin.

Die ersten zwei Millionen Impfdosen sollten der Regierung bis 31. August geliefert werden. Allerdings müssten die klinischen Versuche erst noch abgeschlossen werden. Mehr als vier Millionen der 21 Millionen Australier gehören nach Angaben der Regierung zu Risikogruppen.

Bei den bisherigen Tests des Impfstoffs in Australien habe es keine größeren Probleme gegeben, erklärte das Gesundheitsministerium. Auch US-Gesundheitsbehörden hatten am Mittwoch erklärt, dass die bisherigen Erprobungen an 500 Menschen reibungslos verlaufen seien. Nach Tests an Erwachsenen sollen dort nun auch Kinder zwischen sechs Monaten und 17 Jahren in die Versuchsreihen einbezogen werden, erklärte das National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Bis zum Ende der vergangenen Woche waren weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation knapp 1800 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Auch in Deutschland soll es eine Massenimpfung geben. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch grünes Licht für die bisher größte Impfaktion des Landes gegeben. Zunächst soll die Hälfte der gesetzlich Versicherten - bis zu 35 Millionen Bundesbürger - von Herbst an freiwillig geimpft werden.

Vorbereitungen in Deutschland laufen

Bei der Massenimpfung ab Anfang Oktober sollen erst chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal, Polizisten und Feuerwehrleute einen Schutz erhalten. Bund und gesetzliche Krankenkassen haben vereinbart, dass die Kassen die Kosten von bis zu einer Milliarde Euro tragen. Die Privatversicherungen wollen sich laut Schmidt am Finanzierungsfonds beteiligen. Der Impfstoff, der zunächst für 25 Millionen Menschen geordert ist, wird derzeit noch getestet.

Die Vorbereitungen in den Ländern, die für die Organisation der Impfung zuständig sind, laufen auf Hochtouren. "Jetzt können die Länder Impfvereinbarungen schließen", sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz. "Ein Impfchaos wird es nicht geben." Thüringen hat den Vorsitz der Länder- Gesundheitsministerkonferenz. Vor allem öffentliche Gesundheitsämter und nicht praktizierende Ärzte sollen die Impfungen nach Angaben von Ulla Schmidt übernehmen. Dies kann aber je nach Land unterschiedlich sein. Schmidt schlug Impf-Sprechstunden vor.

chs/AP/dpa



Forum - Schweinegrippe – Müssen wir Angst vor dem Virus haben?
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Seite 1
IsArenas, 02.05.2009
1.
Nein, niemand *muss* Angst haben, unabhängig von allem, was geschieht. Angst ist sowieso ein schlechter Ratgeber, zuweilen zwar wichtig als Selbstschutz, wird aber schnell selbst krankmachend und/oder eine Krankheit. Ich schließe nicht aus, gewaltsam (Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall, Terrorakt), durch Krebs oder noch früher durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder was weiß ich oder eben durch eine Virus- odere Bakterieninfektion ums Leben zu kommen, bevor ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung nähere. Zur angeblichen Hauptrisikogruppe zähle ich auch noch, na wunderbar. Nein, die Grippe macht mir definitiv keine Angst, wenn ich den nächsten Monaten daran sterben soll, dann war's das halt. Ich glaube aber nicht daran, meine Schulden werde ich wohl zahlen müssen -- sprich, ich habe andere Sorgen und erfreue mich ansonsten des Lebens in der Gegenwart ;-)
Crackerjack 02.05.2009
2.
Zitat von IsArenasNein, niemand *muss* Angst haben, unabhängig von allem, was geschieht. Angst ist sowieso ein schlechter Ratgeber, zuweilen zwar wichtig als Selbstschutz, wird aber schnell selbst krankmachend und/oder eine Krankheit. Ich schließe nicht aus, gewaltsam (Flugzeugabsturz, Verkehrsunfall, Terrorakt), durch Krebs oder noch früher durch Herzinfarkt oder Schlaganfall oder was weiß ich oder eben durch eine Virus- odere Bakterieninfektion ums Leben zu kommen, bevor ich mich der durchschnittlichen Lebenserwartung nähere. Zur angeblichen Hauptrisikogruppe zähle ich auch noch, na wunderbar. Nein, die Grippe macht mir definitiv keine Angst, wenn ich den nächsten Monaten daran sterben soll, dann war's das halt. Ich glaube aber nicht daran, meine Schulden werde ich wohl zahlen müssen -- sprich, ich habe andere Sorgen und erfreue mich ansonsten des Lebens in der Gegenwart ;-)
Hierzu ein von Herzen kommender Applaus.
descartes101, 02.05.2009
3.
Zitat von sysopDie Schweinegrippe hat auch Europa erreicht, die EU rechnet mit Todesopfern. Wie berechtigt ist die Angst vor dem Virus?
Lächerlich. Das Grippevirus rekombiniert sich jede Saison neu, weshalb die Impfungen auch dann nicht mehr wirksam sind. Mal ist es virulenter, mal weniger. Jedenfalls sterben immer auch Menschen daran. Das ganze ist eine haltlose Hysterie, wahrscheinlich damit unsere tüchtigen Regierungen mal behaupten können, sie hätten eine Situation im Griff. Das ist natürlich besonders leicht bei einer Situation, die so oder so nicht eskaliert. Wenn ein hemorrhagisches Fieber wie Ebola durch die Ballungszentren zieht, dann lohnt es sich zuhause zu bleiben. Aber eine dämliche Papiermaske schützt niemanden vor Ansteckung. Das gleiche Prinzip wurde von den USA im kalten Krieg angewendet, wo man den Leuten erzählte, dass es helfe, sich im Falle eines Nuklearangriffs unter den Tisch zu hocken mit einer Zeitung über dem Kopf. Aua, aua. Seit damals hat sich wirklich nichts verändert.
Hans58 02.05.2009
4.
Zitat von sysopDie Schweinegrippe hat auch Europa erreicht, die EU rechnet mit Todesopfern. Wie berechtigt ist die Angst vor dem Virus?
Nein, wir müssen keine Angst haben, selbst wenn hier zum x-ten Male eine Diskussion über das Thema eröffnet wird.
firefly 02.05.2009
5.
Sie können sich ja gleich mal mit dem Papst zusammentun. Für den ist HIV auch kein Problem und alles nur Panik mache. Und Medikamente im Falle einer HIV-Infektion würde ich ihnen auch nicht empfehlen. Die wirken nämlich garnicht und dienen nur zum Geldschäffeln der Pharmaindustrie. /Ironie
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