Australische Studie: Alternativmedizin kann Kindern schaden

Alternativmedizinische Verfahren wie die Homöopathie werden von ihren Unterstützern gern als "natürlich" und "sanft" beschrieben. Doch die Therapien können schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen, zeigen Daten aus Australien. Kinderärzte meldeten sogar mehrere Todesfälle.

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Homöopathische Globuli: Schwere Nebenwirkungen möglich

Alternativmedizinische Verfahren sind beliebt. Laut einer Allensbach-Umfrage sind etwa 25 Prozent der Deutschen überzeugte Verwender homöopathischer Mittel. Auch viele Eltern entscheiden sich, lieber einen Bogen um die Schulmedizin zu machen und ihre Kinder bevorzugt mit Methoden behandeln zu lassen.

Drei australische Forscher wollten ermitteln, welche Nebenwirkungen mit diesen Therapien verknüpft sind - denn das ist schlecht erforscht. Alissa Lim vom Royal Children's Hospital in Melbourne und ihre Kollegen nutzten dazu ein System, das seit den neunziger Jahren in Australien etabliert ist: die "Australian Paediatric Surveillance Unit", an der inzwischen mehr als 1200 Kinderärzte teilnehmen. Lim und ihre Kollegen sammelten Daten vom Januar 2001 bis zum Dezember 2003, wie sie im Fachjournal "Archives of Disease in Childhood" schreiben. Die Daten beruhen also komplett auf den Beobachtungen von praktizierenden Ärzten, so dass eventuell Fehleinschätzungen enthalten sind.

Insgesamt meldeten die Kinderärzte 46 Fälle, in denen sie ein Problem bei Patienten im Alter bis 16 Jahren beobachtet hatten, das wahrscheinlich auf eine alternativmedizinische Behandlung zurückzuführen war. In 39 Fällen erhielten die Forscher einen detaillierten Bericht des Ereignisses, die Gesamtzahl der gemeldeten und untersuchten Ereignisse war also klein. Die Kinderärzte meldeten vier Todesfälle. 25 weitere Fälle waren nach Einschätzung der Ärzte schwer oder lebensbedrohlich.

Einige der Probleme waren durch die Therapie selbst verursacht - so litt ein Kind nach einer Behandlung mit "kolloidalem Silber" an einer Silbervergiftung. Verstopfung, Blutungen, allergische Reaktionen und schwere Leberprobleme waren einige der weiteren beobachteten Nebenwirkungen.

In anderen Fällen beruhte das Problem darauf, dass erkrankten Kindern zudem eine schulmedizinische Therapie vorenthalten wurde - dies war bei den vier Todesfällen so. Ein zehn Monate altes Baby, das an einem Hautekzem litt, starb an einem septischen Schock - die Erkrankung war nur mit homöopathischen Mitteln und einer speziellen Diät behandelt worden, obwohl eine rechtzeitig begonnene schulmedizinische Therapie höchstwahrscheinlich geholfen hätte. Ein weiteres Kind starb an einer Lungenembolie. Ihm hatte ein Arzt zwar Blutgerinnungshemmer verschrieben, doch es wurde stattdessen nur alternativmedizinisch behandelt.

"Wir wissen seit längerem, dass alternative Therapien ein Risiko darstellen können", sagt Edzard Ernst, der einen Lehrstuhl für Komplementärmedizin an Peninsula Medical School im englischen Exeter innehat, aber nicht an der Studie beteiligt war. "Der größte Schaden entsteht wahrscheinlich, wenn wirksame Therapien durch unwirksame Behandlungen ersetzt werden. In diesem Fall kann eine eigentlich harmlose Medizin, wie etwa ein homöopathisches Medikament, lebensbedrohlich sein."

Die Forscher regen an, dass Kinderärzte mit Familien aktiv über alternative Verfahren sprechen. Sie hoffen, dass Eltern dann eher den Arzt noch einmal fragen, ehe sie einfach auf Rat eines Heilpraktikers ein Medikament absetzen.

wbr/dapd

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1. Na toll
chris345 23.12.2010
Gerade hatte sich der Spiegel mit der Berichterstattung über Homöopathie um den intellektuellen Aufstieg aus dem Mittelalter verdient gemacht, dann so ein Artikel. Hallo? Homöopathie uznd Nebenwirkungen? Was für ein grober Unfug. Wird zwar am Ende des Artikels klargestellt dass Homöopathie keine Nebenwirkungen hat (wie soll Wasser die auch haben?), aber die Überschrift ist Bild Niveau. Und dass man an Krankheiten sterben kann, insbesondere wenn diese nicht behandelt werden, ist keine Neuigkeit.
2. Leichen im Keller
ecce homo 23.12.2010
Zitat von sysopAlternativmedizinische Verfahren wie die Homöopathie werden von ihren Unterstützern*gern als "natürlich" und "sanft" beschrieben. Doch die Therapien können schwere Nebenwirkungen nach sich ziehen, zeigen Daten aus Australien. Kinderärzte meldeten sogar mehrere Todesfälle. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,736325,00.html
Naja, eigentlich geht es in dem Artikel nicht um Nebenwirkungen der bekannten alternativmedizinische Verfahren. Es geht eher um Nebenwirkungen von exotischen Verfahren oder die Probleme, die daraus entstehen, daß man die alternativen Verfahren falsch anwendet. Die alternativen Verfahren haben da wohl genauso ihre Leichen im Keller, wie auch die Standard-Medizin. Das Hauptproblem der Standard Medizin beruht auf zweierlei: 1. Man geht nach 3 Jahren zum ersten mal wieder zum Arzt, weil man seit Wochen irgendwelche Beschwerden hat, sitzt dann eine Stunde im Wartezimmer und der Arzt macht nach einem 5 Minute dauernden Small Talk seine üblichen Tests, findet aber nichts und das was es dann. 2. Der Standard-Arzt gibt einem die Diagnose und schickt einem nach Hause und wenn ihm nichts einfällt, dann muss man eben sehen wo man bleibt. Man schaue sich doch nur mal die Krebs-Foren im Internet an, nach dem, was die bezüglich der Standard-Ärzte erlebt haben, was bleibt denen da noch?
3. Titel
ArnoNym 23.12.2010
Zitat von chris345Gerade hatte sich der Spiegel mit der Berichterstattung über Homöopathie um den intellektuellen Aufstieg aus dem Mittelalter verdient gemacht, dann so ein Artikel. Hallo? Homöopathie.....
Homöopathika in Hochverdünnung sind in der Tat nebenwirkungsfrei, aber es gibt auch solche mit niedriger bis keiner Verdünnung, und die haben durchaus Wirkungen. Die Wirkung ist IMMER schädlich, weil ja gemäß Prinzip Gleiches mit Gleichem behandelt werden soll. Auf gut' Deutsch: Homöopathika machen immer krank; nur die i.d.R. extrem hohe Verdünnung bewahrt vor Schaden. Wußten Sie, daß Hundescheiße, Arsen, Quecksilber etc. Grundlage für Homöapathika sind bzw. waren?
4. Nebenwirkungen
kaksonen 23.12.2010
Zitat von chris345... Hallo? Homöopathie uznd Nebenwirkungen? Was für ein grober Unfug. Und dass man an Krankheiten sterben kann, insbesondere wenn diese nicht behandelt werden, ist keine Neuigkeit.
Die häufigste Nebenwirkung bei homöopathischen Präparaten ist wohl, dass die Krankheit unbehandelt bleibt (und dann halt eventuell zum Tod führt).
5. ..
salubrious-herb 23.12.2010
Zitat von chris345Gerade hatte sich der Spiegel mit der Berichterstattung über Homöopathie um den intellektuellen Aufstieg aus dem Mittelalter verdient gemacht, dann so ein Artikel. Hallo? Homöopathie uznd Nebenwirkungen? Was für ein grober Unfug. Wird zwar am Ende des Artikels klargestellt dass Homöopathie keine Nebenwirkungen hat (wie soll Wasser die auch haben?), aber die Überschrift ist Bild Niveau. Und dass man an Krankheiten sterben kann, insbesondere wenn diese nicht behandelt werden, ist keine Neuigkeit.
Was soll an der Überschrift falsch sein? "Alternativmedizin kann Kindern schaden" - das steht doch im Artikel. Auch wenn es nicht die wirkungslosen Medikamente sind, die den Schaden verursachen: allein die (Pseudo)Behandlung kann schädlich sein. Nebenwirkungen sind eben auch Nebenwirkungen der Behandlung allgemein und nicht bloß des Medikaments.
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