Auszeichnung Drei Immun-Forscher bekommen Medizin-Nobelpreis

Ein Trio von Immunologen erhält den Medizin-Nobelpreis: Der Amerikaner Bruce Beutler und Jules Hoffmann aus Luxemburg wurden zusammen mit dem Kanadier Ralph Steinman ausgezeichnet. Das gab das Karolinska-Institut in Stockholm am Montag bekannt.

Beutler, Hoffmann und Steinman: Nobelpreis für drei Immunologen
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Beutler, Hoffmann und Steinman: Nobelpreis für drei Immunologen


Die drei Männer wurden für ihre Forschungen zum Immunsystem geehrt. Beutler und Hoffmann erhalten die Auszeichnung für die Entdeckung der angeborenen Immunität. Sie bekommen die Hälfte des Preisgelds in Höhe von zehn Millionen Kronen (mehr als eine Million Euro). Steinman wird für die Entdeckung der dendritischen Zellen ausgezeichnet, die das Immunsystem aktivieren.

"Die diesjährigen Nobelpreisträger haben unser Verständnis des Immunsystems revolutioniert, indem sie zentrale Prinzipien seiner Aktivierung entdeckt haben", hieß es zur Begründung. Mit ihrer Forschung hätten die drei Wissenschaftler den Weg für neue Therapien bei der Bekämpfung von Infektionen und Krebs bereitet.

Die drei Wissenschaftler haben bestimmte Rezeptoren des Immunsystems erforscht, die fremde Zellen und Krankheitserreger erkennen. Über Signalketten setzen sie verschiedene Abwehrmechanismen des Körpers in Gang. Der Straßburger Biologe Hoffmann hat grundlegende Erkenntnisse für das Verständnis der sogenannten Toll-like-Rezeptoren an der Fruchtfliege Drosophila melanogaster gesammelt. Bruce Beutler untersuchte unter anderem Mäuse mit genetisch veränderten Toll-like-Rezeptoren am Scripps Research Institute im kalifornischen La Jolla.

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Ehrung: Nobelpreis für Immunologen
Ralph Steinman entdeckte Anfang der siebziger Jahre eine Gruppe von wichtigen Zellen im Immunsystem: die sogenannten dentrischen Zellen. Diese können die Antigene von körperfremden Zellen präsentieren und so ein größeres Arsenal von Waffen des Abwehrsystems aktivieren. Auch bei Infektions- oder Autoimmunkrankheiten spielen sie eine wichtige Rolle.

Als Favoriten hatten auch ein kanadischer und ein amerikanischer Forscher gegolten, die ein Hormon entdeckten, das die Nahrungsaufnahme und das Gewicht eines Menschen reguliert. Auch der Japaner Shinya Yamanaka, der entdeckte, dass Stammzellen auch aus Hautzellen und nicht nur aus Embryos hergestellt werden können, wurde als möglicher Preisträger gehandelt. Der Preis ist mit zehn Millionen Kronen (mehr als einer Million Euro) dotiert.

Im vergangenen Jahr hatte der Brite Robert Geoffrey Edwards die Auszeichnung des Nobel-Komittees für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung erhalten. Nachdem er Jahre lang mit Hunderten von Eizellen experimentiert hatte, erblickte Louise Brown 1978 als erstes Retortenbaby das Licht der zur Welt. Mittlerweile hilft die sogenannte In-Vitro-Fertilisation (IVF) zahlreichen ungewollt kinderlosen Paaren.

Als letzter Deutscher wurde vor drei Jahren der Virologe Harald zur Hausen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Er hatte bei der Erforschung der Humanen Papillomaviren (HPV) herausgefunden, dass die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Zur Hausen teilte sich 2008 Titel und Preisgeld mit den Franzosen Luc Montagnier und Francoise Barré-Sinoussi für die Entdeckung des Aids-Erregers HIV.

hei/dpa/afp

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insgesamt 13 Beiträge
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ericbazaar 03.10.2011
1. Das sind…
Helden diese Menschen!
Mr_Weed 03.10.2011
2. niedriger Informationsgehalt
Anstatt das hier an der Stelle ein bisschen auf das Thema der Forschung der Drei eingegangen wird, sind die letzten beiden Absätze doch wieder nur Füllwerk. Warum packt der Spiegel so oft alte Storys aus und hängt sie am Artikelende an? Soll das den niedrigen Informationsgehalt kaschieren? Sorry, aber mich ärgert das, wenn ich die Absätze les und dann im Nachhinein feststelle, dass sie nichts mit dem Thema zu tun haben.
burgundy 03.10.2011
3. Das sind sie nicht!
Zitat von ericbazaarHelden diese Menschen!
Das sind Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen wie andere auch, acht oder mehr Stunden am Tag mit einer Arbeit befasst sind, wie andere auch, von Idealismus, Eitelkeiten und Egomanie getrieben sind, wie andere auch. Vielleicht ein bisschen intelligenter als andere, vielleicht auch nicht. Oft vor allem mit einem guten Mitarbeiterstab ausgestattet, aber natürlich muss man auch erst einmal in eine solche Position kommen, um solche Mitabeiter zu haben. Keine Frage. Und natürlich ist die Arbeit, die sie in ihrem Fach leisten, eine Spitzenleistung, die auch in der Spîtzengruppe noch aussergewöhnlich ist. Nur: Helden sind es darum noch lange nicht.
felix_bach 03.10.2011
4. warum nicht?
Zitat von burgundyDas sind Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen wie andere auch, acht oder mehr Stunden am Tag mit einer Arbeit befasst sind, wie andere auch, von Idealismus, Eitelkeiten und Egomanie getrieben sind, wie andere auch. Vielleicht ein bisschen intelligenter als andere, vielleicht auch nicht. Oft vor allem mit einem guten Mitarbeiterstab ausgestattet, aber natürlich muss man auch erst einmal in eine solche Position kommen, um solche Mitabeiter zu haben. Keine Frage. Und natürlich ist die Arbeit, die sie in ihrem Fach leisten, eine Spitzenleistung, die auch in der Spîtzengruppe noch aussergewöhnlich ist. Nur: Helden sind es darum noch lange nicht.
Was sind denn fuer sie Helden ausser wohl Soldaten?
edizina 03.10.2011
5. klar sind das helden
helden der forschung eben soldaten können auch helden sein, wenn sie so wie die filmfiguren aus den kriegsfilmen ganz erfolgreichmit unterlegenen mitteln die gegnerischen truppen besiegen. helden des alltags können auch ganz normale 0815 durchschnittsbürger sein, die sich mit zivilcourage einem verbrechen entgegenstellen, während alle anderen passanten wegschauen. ist reine ansichtssache wie man held definiert
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