Babys von Raucherinnen: Zigarettenkonsum verändert Blut über Jahre

Wenn Schwangere rauchen, kann die Gesundheit des Kindes über viele Jahre leiden. Eine Spätfolge haben australische Forscher entdeckt: Ihr Blutfettgehalt macht Raucherkinder anfälliger für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Ultraschallbild: Kinder rauchender Mütter haben veränderte Blutfettwerte Zur Großansicht
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Ultraschallbild: Kinder rauchender Mütter haben veränderte Blutfettwerte

Werdende Mütter riskieren mit dem Rauchen von Zigaretten die Gesundheit ihrer Kinder. Mediziner nehmen an, dass Verhaltensstörungen und kognitive Schäden ebenso wie der plötzliche Kindstod Folgen des Zigarettenkonsums sein können. Nun haben australische Wissenschaftler eine weitere mögliche Konsequenz untersucht. Sie haben ermittelt, dass Rauchen die Blutfettwerte von Kindern mindestens bis ins Alter von acht Jahren verändert, wie sie im Fachblatt "European Heart Journal" berichten.

Julian Ayer vom Royal Prince Alfred Hospital in Sydney und seine Kollegen untersuchten das Blut von 328 Achtjährigen, die von Geburt an an der "Childhood Asthma Prevention Study" teilgenommen hatten. Daher wussten die Forscher, ob die Mütter der Kinder während der Schwangerschaft geraucht hatten.

Der HDL-Wert - also der Blutspiegel des sogenannten "guten Cholesterins" - war bei den Raucherkindern niedriger. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, als die Forscher andere wichtige Faktoren in ihre Analysen einbezogen, etwa die Belastung durch Passivrauchen nach der Geburt, körperliche Aktivität, Übergewicht oder wie lange die Kinder gestillt worden waren.

Ein höherer HDL-Wert wird mit einem gewissen Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen in Zusammenhang gebracht. Die beobachteten Veränderungen könnten weitere Jahre anhalten und noch im Erwachsenenalter zu einem höheren Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen führen, vermuten die Wissenschaftler.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass das Rauchen werdender Mütter den Kindern im Mutterleib eine Reihe ungesunder Eigenschaften mitgibt, die sie später anfälliger für Herz- und Schlaganfälle machen könnten", sagt der an der Studie beteiligte David Celermajer von der University of Sydney. "Diese Prägung scheint für mindestens acht Jahre anzuhalten und vielleicht sogar noch viel länger."

Der beobachtete Unterschied könne das Risiko für diese Erkrankungen um 10 bis 15 Prozent erhöhen, sagt Celermajer. Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht haben, sollten seiner Ansicht nach besonders auf andere typische Risikofaktoren für einen Herzinfarkt achten, darunter Bluthochdruck, hohe Werte des sogenannten schlechten Cholesterins LDL - und Zigarettenkonsum.

Erhöhen lässt sich der HDL-Spiegel nur durch regelmäßige Bewegung sowie durch die Einnahme bestimmter Medikamente, betont Celermajer. Wieso sich der Zigarettenkonsum werdender Mütter auf die HDL-Werte der Kinder auswirkt, wissen die Forscher noch nicht.

wbr/dapd

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insgesamt 48 Beiträge
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1. ...
Kalaharry 22.06.2011
Zitat von sysopWenn Schwangere rauchen, kann die Gesundheit des Kindes über viele Jahre leiden. Eine Spätfolge haben australische Forscher entdeckt:*Ihr Blutfettgehalt*macht Raucherkindern anfälliger für Herzinfarkte und Schlaganfälle. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,769694,00.html
Rauchen gilt als schädlich. Wer weiß das nicht?
2. Hat das jemals
UHamm 22.06.2011
eine Raucherin oder einen Raucher von ihrem Tun abgehalten? Ich habe kürzlich zwei junge Mütter gesehen, die munter drauflosqualmten, obwohl ihre beiden Babies vor ihnen im Kinderwagen saßen. Es störte die beiden auch nicht, daß an den Nebentischen teilweise gegessen wurde. Man fragt sich immer wieder, ob solch drastische Dinge wie das Rauchverbot nötig seien. Aber ohne Verbot bleibt wohl zu wenig Verstand übrig, als daß man darauf verzichten könnte.
3. Leider
Europa! 22.06.2011
Leider wissen die meisten über die Schäden, die durch das Rauchen entstehen nur unvollkommen Bescheid. Zwar wissen fast alle, dass Rauchen zu Lungenkrebs führt (auch bei Passivrauchern). Aber dass sich durch Rauchen das Blut verändert, ist praktisch noch unbekannt. Ein Freund von mir war völlig entsetzt, als er mit dreiundfünfzig einen Herzinfarkt erlitt, weil er zuviel Cholesterin im Blut hatte. Er hat seitdem keine Zigarette mehr angerührt.
4. nein nein...
gast2011 22.06.2011
raucher(innen) tun sowas nicht. racher(innen) sind die rücksichtsvollsten die es gibt. die interessieren sich einen dreck für andere, warum soll das bei den kindern anders sein?
5. Gute Luft
kommentor 22.06.2011
Zitat von UHammeine Raucherin oder einen Raucher von ihrem Tun abgehalten? Ich habe kürzlich zwei junge Mütter gesehen, die munter drauflosqualmten, obwohl ihre beiden Babies vor ihnen im Kinderwagen saßen. Es störte die beiden auch nicht, daß an den Nebentischen teilweise gegessen wurde. Man fragt sich immer wieder, ob solch drastische Dinge wie das Rauchverbot nötig seien. Aber ohne Verbot bleibt wohl zu wenig Verstand übrig, als daß man darauf verzichten könnte.
Natürlich nicht, Vernunftargumente sind hier verschwendet. Es fehlt zuallererst in der Regel die Einsicht, daß es gar nicht um sie selbst, sondern um die anderen geht. Falltypischer Egoismus. Anschließend folgen all die dummen Ausreden und Rechtfertigungen, die wie immer rein gar nichts mit dem Problem zu tun haben und ohne Problem sämtlich widerlegt werden können: http://guteluft.wordpress.com/
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