Bei Verdacht auf Schweinegrippe Meldepflicht für Ärzte wird eingeschränkt

Während die deutsche Bevölkerung vor der Frage steht, impfen oder nicht, haben Ärzte jetzt ein Problem weniger: Für sie entfällt von Samstag an die Meldepflicht bei Verdacht auf Schweinegrippe. Unterdessen ist die Bereitschaft zur Impfung gegen das H1N1-Virus wieder gesunken.

Patienten im Gesundheitsamt Hamburg: Impfbereitschaft sinkt
dpa

Patienten im Gesundheitsamt Hamburg: Impfbereitschaft sinkt


Berlin - Die Schweinegrippe breitet sich rasant aus, die Zahl der der Infizierten in Deutschland steigt. Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörden haben sich seit Mai bundesweit 55.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Weil es zunehmend schwieriger wird, die Statistiken über die Ausbreitung der H1N1-Infektionen zu pflegen, wird jetzt die Meldepflicht in Deutschland eingeschränkt.

Ärzte müssen von Samstag an Verdachtsfälle und Grippekranke ohne Labornachweis nicht mehr an die Gesundheitsämter melden. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Demnach müssten nur noch Todesfälle und im Labor eindeutig nachgewiesene Infektionsfälle gemeldet werden, sagte der Sprecher.

Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, hatte zuvor dem "Westfalen-Blatt" gesagt, die bisherige Meldepflicht sei im Hinblick auf den Erregernachweis nicht mehr sinnvoll. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Glasmacher, dass bisher nur bei einem Teil der gemeldeten Fälle die Grippe von einem Labor nachgewiesen wurde.

Während zu Beginn der Epidemie noch jeder Patient getestet worden sei, würde die Diagnose inzwischen häufig nur anhand der Symptome gestellt. "Davon muss man leider ausgehen. Das handhabt jeder Arzt jetzt unterschiedlich", so Glasmacher. Dabei spiele auch die Frage der Vergütung eine Rolle. Laut Ministerium reichen die weiteren Labormeldungen und das bestehende Grippe-Überwachungssystem durch ausgewählte Arztpraxen aus, um weiterhin einen guten Überblick über die Entwicklung der Schweinegrippe zu erhalten.

Ungeachtet des Ansturms von Impfwilligen in vielen Praxen gibt es nach wie vor erhebliche Vorbehalte gegen die Impfung. Laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins hält nur jeder vierte Deutsche eine Impfung gegen das Virus für notwendig. 43 Prozent würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen, das sind mehr als noch im Oktober. Laut der aktuellen Umfrage vom November gaben nur 14 Prozent der Befragten an, dass sie sich aller Voraussicht nach den Impfschutz holen. Weitere elf Prozent sind sich schon ganz sicher. Befragt wurden am Dienstag und Mittwoch tausend Bundesbürger.

Eine Übersicht zur aktuellen Lage in den Bundesländern und Antworten auf die wichtigsten Frage zur Schweinegrippe hat SPIEGEL ONLINE hier für Sie zusammengetragen.

cib/AFP/AP

Forum - Grippeimpfung - ist die Schweinegrippe eine reale Bedrohung?
insgesamt 2572 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Genta Micin 24.10.2009
1.
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Momentan ist sie sicher gering, aber ob und wann sich das ändern wird, weiß niemand.
Orthogräfin, 24.10.2009
2.
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Warum dieser neue Thread? Reichen mehr als 1000 Antworten (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=8487) im Forum "Gesellschaft" nicht für die Page Impressions? Wozu das alles nochmal durchkauen?
Maschinchen, 24.10.2009
3.
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Wie real die Bedrohung ist, kann noch nicht einmal von Expertenseite bemessen werden. Bislang verlaufen die Fälle - zum Glück - glimpflich. Das muss aber nicht zwangsläufig so bleiben. Um gemäß des Vorsorgeprinzips den pandemischen worst case zu verhindern, ist es daher unbedingt notwendig, flächendeckend zu impfen. Wer sich einer Impfung gegen die neue Grippe aus welchen Gründen auch immer entzieht, gefährdet seine und die Gesundheit seiner Mitmenschen.
saul7 24.10.2009
4. Wenn
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
man die mediale Geschäftigkeit um das Thema zugrunde legt, drängt sich einem der Eindruck auf, dass bereits eine reale Bedrohung vorliegen könnte. Das ist aber mitnichten so. Die Zahlen der weltweit Erkrankten und an der Infektion Verstorbenen sprechen eine andere Sprache. Es gibt derzeit keinen Anlass zur Panik oder Hysterie.
isnogud75 24.10.2009
5. nein
Zitat von sysopBundesweite Impfaktionen, heftige Diskussionen um Impfstoffe und die Möglichkeit einer Pandemie beschäftigen seit Monaten Politik, Medien und Öffentlichkeit in Sachen Schweinegrippe. Wie real ist die Bedrohung durch die Krankheit wirklich?
Die Bedrohung durch die Schweinegrippe existiert zur Zeit zum Glück nur in den Köpfen der Politiker und Pharmalobbyisten. Von einer Pandemie dagegen kann man nur sprechen, wenn man weltweit mit Millionen von Toten rechnen muß. Solange aber durch die sogenannte Schweinegrippe nur genauso wenige Leute sterben wie durch die "klassische" Grippe, haben wir es hier nur mit Panikmache und Hysterie zu tun.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.