Hamburg - Nicht nur eine gute Ausbildung, auch auf die anhaltende Motivation kommt es an: Bei Medizinern, die bereits länger als 20 Jahre im Dienst sind, zeigten sich ähnlich viele Komplikationen nach einem Eingriff wie bei den Berufsanfängern. Das berichten Wissenschaftler um Antoine Duclos und Jean-Christophe Lifante von der Universität Lyon in Frankreich im "British Medical Journal".
In einer Studie untersuchten sie den Verlauf von 3.574 Eingriffen, bei denen die komplette Schilddrüse entfernt wurde. Operiert wurde durch insgesamt 28 Chirurgen. Die Auswertung zeigte, dass die Operationen der 35- bis 50-Jährigen am sichersten verliefen - oder die der Operateure mit einer Berufspraxis von zehn Jahren.
In fünf französischen Krankenhäusern wurden über ein Jahr lang Operationen und spätere Komplikationen protokolliert. Probleme wurden zunächst 48 Stunden nach dem Eingriff erfasst, ein halbes Jahr später fragten die Forscher erneut nach. Zu den häufigsten Problemen zählten starke Heiserkeit und Beschädigungen der Nebenschilddrüse, die zu Krämpfen führten.
Die Informationen aller Patienten wurden gesammelt, der berufliche Hintergrund der Chirurgen erfasst. Die Autoren weisen darauf hin, dass weitere Faktoren untersucht werden müssen. Generell könne aber gesagt werden, dass ein Chirurg nicht durch das bloße Anhäufen von beruflicher Erfahrung immer besser wird. Training und Motivation während der gesamten Karriere müssten viel stärker eingeplant werden.
nik
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