Mediziner wissen schon länger, dass es verschiedene Untergruppen von Brustkrebs gibt; diese Erkenntnis fließt bereits in die Behandlungen ein. Eine genetische Analyse von 825 Tumoren aus den USA liefert nun weitere Hinweise auf die unterschiedlichen Krebs-Typen - und damit mögliche zukünftige Therapieoptionen.
Die Untersuchung ist Teil des "Cancer Genome Atlas"-Projekts, bei dem Forscher bereits vier weitere Krebsarten, darunter Plattenepithelkarzinome der Lunge, genetisch analysiert haben.
Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature" berichten, ähnelt einer der Brustkrebs-Typen einer bestimmten Form von Eierstockkrebs. Dies könne neue Therapien für Patientinnen ermöglichen.
"Wir sind jetzt einen großen Schritt weiter, die genetischen Ursachen der vier wichtigsten Brustkrebsformen zu verstehen", sagte Matthew Ellis von der Washington University in St. Louis. "Jetzt können wir untersuchen, welche Medikamente für die Patienten am sinnvollsten sind - auf Basis des genetischen Profils des Tumors." Bis diese Forschungsergebnisse in der Klinik genutzt werden können, bedarf es jedoch weiterer Studien, die Jahre in Anspruch nehmen werden.
Die Analyse zu den verschiedenen Brustkrebs-Untergruppen im Detail:
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken pro Jahr etwa 1,3 Millionen Menschen an Brustkrebs, 450.000 sterben. Obwohl auch Männer Brustkrebs entwickeln können, sind zu mehr als 99 Prozent Frauen die Betroffenen.
wbr
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Medizin | RSS |
| alles zum Thema Brustkrebs | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH