Dänische Langzeitstudie Vieltelefonierern droht kein höheres Krebsrisiko

Forscher haben Handy-Nutzer über 18 Jahre hinweg beobachtet und kommen zu dem Ergebnis: Vieltelefonierer haben kein erhöhtes Risiko für Hirntumoren. Komplette Entwarnung wollen die Wissenschaftler aber trotzdem nicht geben.

Frau mit Mobiltelefon am Ohr: Strahlen "möglicherweise krebserregend"
REUTERS

Frau mit Mobiltelefon am Ohr: Strahlen "möglicherweise krebserregend"


Hamburg - Wer viel mit dem Handy telefoniert, kann wohl aufatmen: In einer weiteren großen Studie zu diesem Thema haben dänische Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen der langfristigen Nutzung von Mobiltelefonen und dem Risiko ausgemacht, an einem Hirntumor zu erkranken.

Die Wissenschaftler um Patrizia Frei vom Institut für Krebs-Epidemiologie in Kopenhagen sammelten die Daten von 358.000 Handy-Nutzern über 18 Jahre hinweg. Das Ergebnis haben sie nun in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" veröffentlicht.

Während der Beobachtungszeit der dänischen Studie erkrankten 10.729 Menschen an einem Hirntumor. Selbst in der Gruppe derjenigen, die ihr Mobiltelefon seit mehr als 13 Jahren nutzen, waren es aber kaum mehr Erkrankte als unter Nicht-Handy-Nutzern.

Auch in der internationalen Interphone-Studie, für die Wissenschaftler Hunderttausende Menschen in ganz Europa beobachtet haben, zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Telefoniergewohnheiten und Krebs.

Entwarnung geben die dänischen Wissenschaftler jedoch nicht: Ein "leichtes bis mittleres Risiko" könne bei extremen Vieltelefonierern oder Menschen, die bereits seit mehr als 15 Jahren mit dem Handy kommunizieren, aber nicht ausgeschlossen werden, warnten die Forscher.

Im Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation die von den Mobiltelefonen ausgesendeten Strahlen als "möglicherweise krebserregend" eingestuft.

wbr/AFP

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