Demenz: Alzheimer breitet sich infektionsartig im Hirn aus

Forscher haben der Alzheimer-Erkrankung ein wichtiges Geheimnis entlockt: Tierversuche haben gezeigt, dass die Nervenkrankheit von Hirnzelle zu Hirnzelle springt - ähnlich wie eine Infektion. Damit könnte eine Angriffsfläche für neue Medikamente gefunden sein.

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Menschliches Gehirn: Alzheimer breitet sich offenbar wie eine Infektionskrankheit aus

Die Gesellschaften der Industrienationen vergreisen rasant, und ebenso schnell steigt die Verbreitung von Alzheimer. Nach aktuellen Schätzungen leben weitweit rund 36 Millionen Menschen mit der Demenzerkrankung - und 28 Millionen von ihnen ahnen nicht einmal etwas davon. Nach und nach aber gehen Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung verloren.

Bei Alzheimer gibt es zwei auffällige Veränderungen im Gehirn: Zum einen lagern sich um die Gehirnzellen sogenannte Plaques ab. Das sind Eiweißklumpen, die aus mehreren Molekülen namens Beta-Amyloid bestehen. Zum anderen treten in den länglichen Ausläufern der Nervenzelle Knäuel aus sogenannten Tau-Proteinen auf.

Normalerweise stabilisieren die Tau-Proteine die Transportbahnen in den Nervenzellfortsätzen. Im Alzheimer-Gehirn passiert jedoch etwas Ungewöhnliches: Dort verklumpen Tau-Moleküle zu sogenannten Tangles und lösen sich von den Transportbahnen, wodurch der für die Nervenzelle lebenswichtige Transport von Stoffen irgendwann zusammenbricht. Länger bekannt ist bereits, dass die Tangles zuerst in einer kleinen Region des Gehirns auftreten, die für das Gedächtnis zuständig ist, und sich dann in andere Areale ausbreiten. Jetzt haben Wissenschaftler nach eigenen Angaben herausgefunden, wie das funktioniert: Die Tau-Proteine springen von Nervenzelle zu Nervenzelle, ähnlich wie eine Infektionskrankheit.

Proteine wandern von Neuron zu Neuron

Ein Team um Karen Duff von der New Yorker Columbia University hat dazu Versuche mit Mäusen durchgeführt. Sie waren gentechnisch so verändert, dass in ihren Gehirnen abnormale menschliche Tau-Proteine entstanden - und zwar im sogenannten entorhinalen Kortex, jener Region, in der die Zellen im Falle einer Alzheimer-Erkrankung zuerst absterben.

Über einen Zeitraum von 22 Monaten beobachteten die Forscher, wie sich die Tau-Proteine entlang einem Neuronen-Netzwerk vom entorhinalen Kortex aus in den Hippocampus und den Neokortex der Mäusehirne ausbreiteten. Die dortigen Zellen waren allerdings nicht in der Lage, selbst menschliche Tau-Proteine zu bilden.

Das beweise, dass die Proteine dort nicht spontan entstanden sein können, schreiben Duff und ihre Kollegen im Online-Fachmagazin "PLoS One". Zudem sei die Ausbreitung der Proteine in den Mäusehirnen einem ähnlichen Muster gefolgt, wie es auch beim Menschen vorkomme.

"Wir haben viele unserer Kollegen in der Alzheimer-Forschung gefragt, was sie damit meinen, wenn sie von der Ausbreitung der Krankheit reden", erklärten Duff und ihr Mitautor Scott Small. Eine standardisierte Theorie dazu habe aber nicht existiert. "Die meisten glaubten, dass die Krankheit mit der Zeit einfach spontan in unterschiedlichen Hirnregionen auftaucht und nicht von einem Gebiet ins nächste wandert." Die neue Studie zeige nun, dass Letzteres zutreffen könnte.

Verdacht bestätigt

Schon frühere Studien hatten den Verdacht nahegelegt, dass Alzheimer sich wie eine Infektionskrankheit im Hirn ausbreitet und dabei vorhersagbaren Mustern folgt. "Das Phänomen wird immer besser erkannt und könnte sehr wichtig sein", sagte Samuel Gandy vom Mount Sinai Alzheimer's Disease Research Center in New York, der nicht an der aktuellen Studie beteiligt war. Wenn man den Prozess der Ausbreitung verstehe, "könnten wir ihn vielleicht schon in einem sehr frühen Stadium aufhalten", so Gandy.

Eventuell könnte man Alzheimer eines Tages ähnlich behandeln wie Krebs, hoffen die Forscher. Denn auch dort verspricht eine frühe Therapie den größten Erfolg - noch bevor sich Metastasen im Körper ausbreiten.

Bei bisherigen Alzheimer-Therapien stehen die Plaques im Vordergrund. Die Stoffe, die derzeit in der Computertomografie verwendet werden, können die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn sichtbar machen, nicht aber Ansammlungen von Tau-Proteinen. Deshalb richten sich auch die meisten Medikamente, die Alzheimer-Patienten bekommen, gegen die Plaques. Zu diesem Zeitpunkt haben sie sich aber schon über 15 bis 20 Jahre angesammelt, ehe die ersten Anzeichen einer Demenz auftreten.

Die neue Studie zeigt laut Duff und Small, dass die Tau-Proteine ein wichtiges Ziel sind - denn sie stünden in einem weit engeren Verhältnis zum Einsetzen der Demenz als die Amyloid-Plaques. Ein Eingriff in die Tau-Verbreitung könne deshalb der bessere Weg sein, die Demenz zu verlangsamen oder gar ganz zu stoppen - was bisher unmöglich war.

mbe/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
judäer 02.02.2012
Krankheiten zu lindern ist nicht schlecht, es bekämpft aber nicht die Ursache von Krankheiten. Bei chronischen Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen, Abnahme des Erinnerungsvermögens und Gedächtnisverlust liegt es nahe, [...]
Zitat von sysopForscher haben der Alzheimer-Erkrankung ein wichtiges Geheimnis entlockt: Tierversuche haben gezeigt, dass die Nervenkrankheit von Hirnzelle zu Hirnzelle springt - ähnlich wie eine Infektion. Damit könnte eine Angriffsfläche für neue Medikamente gefunden sein. Demenz: Alzheimer*breitet sich infektionsartig*im Hirn aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,812866,00.html)
Krankheiten zu lindern ist nicht schlecht, es bekämpft aber nicht die Ursache von Krankheiten. Bei chronischen Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen, Abnahme des Erinnerungsvermögens und Gedächtnisverlust liegt es nahe, physikalische Einflüsse auf das Gehirn als Verursacher der Krankheit zu suchen.
Dr. Fuzzi 02.02.2012
Statt permanent immer weiter neue "Supermedikamente" gegen Krankheiten der ach so fortschrittlichen Zivilisation zu entwickeln, halte ich es für wesentlich Erkenntnis bringender, einmal exakt zu erforschen, aus welchem [...]
Statt permanent immer weiter neue "Supermedikamente" gegen Krankheiten der ach so fortschrittlichen Zivilisation zu entwickeln, halte ich es für wesentlich Erkenntnis bringender, einmal exakt zu erforschen, aus welchem Grund Alzheimer, Krebs, Diabetes, Hypertonie usw. usw., bei den heute noch in geringer Zahl vorhandenen und selbstversorgenden "Naturvölkern" praktisch unbekannt sind. Sehr lange, wird es diese sehr abgeschieden lebenden Menschen sicher nicht mehr geben. Mir ist unerklärlich, warum dieses Forschungsgebiet bis dato sträflichst von den, zumindest in Europa, staatlich finanzierten Universitäten und deren Professoren, Dozenten, HiWis und Studenten quasi ignoriert und höchstens im my-Bereich erforscht wird. Da können im Grunde noch nicht einmal die Profitinteressen der Pharmakonzerne ein wesentliches Hindernis sein. Dieses Gebiet interessiert offensichtlich niemanden!
cassandros 02.02.2012
weil die an etwas anderem gestorben sind, bevor sie alt genug für Krebs oder Altersdemenz (Morbus Alzheimer) sind! Und es nicht richtig, daß "Naturvölker" chronisch-degenerative Erkranungen des Nervensystems [...]
Zitat von Dr. Fuzziaus welchem Grund Alzheimer, Krebs, Diabetes, Hypertonie usw. usw., bei den heute noch in geringer Zahl vorhandenen und selbstversorgenden "Naturvölkern" praktisch unbekannt sind.
weil die an etwas anderem gestorben sind, bevor sie alt genug für Krebs oder Altersdemenz (Morbus Alzheimer) sind! Und es nicht richtig, daß "Naturvölker" chronisch-degenerative Erkranungen des Nervensystems nicht kennen. Schauen Sie mal unter dem Stichwort "Kuru".
frigor 02.02.2012
... dass über solche Sachen nicht geforscht wird und schlagen dann einen strafenden Ton an. Ich empfehle Ihnen, mal nachzuforschen, über was alles geforscht wird. Sie werden dann ihr Leben lang beschäftigt sein und keine Zeit [...]
Zitat von Dr. FuzziStatt permanent immer weiter neue "Supermedikamente" gegen Krankheiten der ach so fortschrittlichen Zivilisation zu entwickeln, halte ich es für wesentlich Erkenntnis bringender, einmal exakt zu erforschen, aus welchem Grund Alzheimer, Krebs, Diabetes, Hypertonie usw. usw., bei den heute noch in geringer Zahl vorhandenen und selbstversorgenden "Naturvölkern" praktisch unbekannt sind. Sehr lange, wird es diese sehr abgeschieden lebenden Menschen sicher nicht mehr geben. Mir ist unerklärlich, warum dieses Forschungsgebiet bis dato sträflichst von den, zumindest in Europa, staatlich finanzierten Universitäten und deren Professoren, Dozenten, HiWis und Studenten quasi ignoriert und höchstens im my-Bereich erforscht wird. Da können im Grunde noch nicht einmal die Profitinteressen der Pharmakonzerne ein wesentliches Hindernis sein. Dieses Gebiet interessiert offensichtlich niemanden!
... dass über solche Sachen nicht geforscht wird und schlagen dann einen strafenden Ton an. Ich empfehle Ihnen, mal nachzuforschen, über was alles geforscht wird. Sie werden dann ihr Leben lang beschäftigt sein und keine Zeit mehr haben, ihre Ergüsse hier im Forum zu präsentieren.
kinich_janaab 02.02.2012
Weil man dann evtl feststellen wird, dass BPA, PCB, Aspartame & Co. doch nicht so gut für die menschliche Gesundheit sind. Dahinter stehen aber industrielle Interessen. Was glauben Sie was mit den Unternehmen passiert, [...]
Zitat von Dr. FuzziStatt permanent immer weiter neue "Supermedikamente" gegen Krankheiten der ach so fortschrittlichen Zivilisation zu entwickeln, halte ich es für wesentlich Erkenntnis bringender, einmal exakt zu erforschen, aus welchem Grund Alzheimer, Krebs, Diabetes, Hypertonie usw. usw., bei den heute noch in geringer Zahl vorhandenen und selbstversorgenden "Naturvölkern" praktisch unbekannt sind. Sehr lange, wird es diese sehr abgeschieden lebenden Menschen sicher nicht mehr geben. Mir ist unerklärlich, warum dieses Forschungsgebiet bis dato sträflichst von den, zumindest in Europa, staatlich finanzierten Universitäten und deren Professoren, Dozenten, HiWis und Studenten quasi ignoriert und höchstens im my-Bereich erforscht wird. Da können im Grunde noch nicht einmal die Profitinteressen der Pharmakonzerne ein wesentliches Hindernis sein. Dieses Gebiet interessiert offensichtlich niemanden!
Weil man dann evtl feststellen wird, dass BPA, PCB, Aspartame & Co. doch nicht so gut für die menschliche Gesundheit sind. Dahinter stehen aber industrielle Interessen. Was glauben Sie was mit den Unternehmen passiert, wenn eine Studie nachweist, dass Alzheimer durch den grenzenlose Verwendung von Chemie, beispielsweise in den Lebensmittelverpackungen, hervorgerufen wird? Krieg, Pestizide & Lizenzgebühren (Good Food, Bad Food) - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=-YRKvU2eZp4) tps Good Food Bad Food.avi - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=W29W9SsbQMw) Aluminium et Alzheimer - eau du robinet contaminée - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=eKED1crdLxg) Codex Alimentarius (http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Alimentarius)
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  • Donnerstag, 02.02.2012 – 15:27 Uhr
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Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.






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