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Elektrogeräte: Forscher sehen Zusammenhang zwischen Strahlung und Asthma

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Staubsauger, Mikrowellen, Stromleitungen - sie alle produzieren elektromagnetische Felder. Forscher warnen jetzt: Sind Schwangere dieser Strahlung zu stark ausgesetzt, könnte das Asthma-Risiko für das Kind steigen. Einen eindeutigen Beweis liefert die Studie allerdings nicht.

Schwangere am Arbeitsplatz: Schaden elektromagnetische Felder dem ungeborenen Kind? Zur Großansicht
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Schwangere am Arbeitsplatz: Schaden elektromagnetische Felder dem ungeborenen Kind?

Hamburg - Ist die Rede von Rundfunksendern oder Mobilfunk-Anlagen, dauert es meist nicht lang, ehe der Begriff "Elektrosmog" fällt - als Warnung vor den vermeintlichen Gefahren, die etwa in der Benutzung von Handys lauern. Auch schon vor dem Siegeszug des Mobiltelefons waren Menschen im Alltag von elektromagnetischen Feldern umgeben, die von sämtlichen Geräten im Haushalt - vom Haartrockner bis zum Fernseher - erzeugt werden.

Ob diese niederfrequenten Felder die Gesundheit beeinträchtigen können, ist umstritten. Trotz zahlreicher Studien gibt es bisher keinen Beweis, dass schwache niederfrequente elektromagnetische Felder für Menschen schädlich sind. Eine Langzeitstudie aus den USA hat jetzt eine besonders sensible Frage untersucht: Können niederfrequente elektromagnetische Felder, denen Schwangere ausgesetzt sind, ungeborenen Kindern schaden?

130 Kinder an Asthma erkrankt

Die Wissenschaftler vom Kaiser Foundation Research Institute im kalifornischen Oakland ermittelten in den neunziger Jahren, in welchem Maß mehrere Hundert Schwangere mit niederfrequenten magnetischen Feldern in Berührung kamen. Die Frauen trugen dafür 24 Stunden lang durchgehend ein Gerät, das magnetische Felder im Bereich von 40 bis 800 Hertz registrierte. Hochfrequente Felder wie etwa von Mobiltelefonen oder Wlan-Netzen erfasste das Gerät nicht.

In der Folgezeit registrierten die Forscher, wie viele Kinder vor ihrem 14. Geburtstag an Asthma erkrankten. Das Ergebnis präsentieren De-Kun Li und seine Kollegen im Fachmagazin "Archives of Pediatrics Adolescent Medicine": Kinder stark exponierter Mütter entwickelten deutlich häufiger Asthma als der Nachwuchs von Frauen, die nur sehr wenig elektromagnetischen Feldern ausgesetzt waren.

In absoluten Zahlen sieht das so aus:

  • 81 Frauen befinden sich in der Gruppe, die am wenigsten den magnetischen Feldern ausgesetzt war. Ihre durchschnittliche Belastung betrug maximal 0,3 Milligauß. Elf ihrer Kinder erkrankten an Asthma, was knapp 14 Prozent entspricht.
  • 482 Frauen bilden die mittlere Gruppe, sie war durchschnittlich 0,3 bis 2 Milligauß ausgesetzt. 98 Kinder erkrankten an Asthma, das entspricht 20 Prozent.
  • 62 Frauen waren in der mit mehr als 2 Milligauß am stärksten belasteten Gruppe. 21 Kinder entwickelten Asthma, das entspricht 33 Prozent.

Dieser Zusammenhang allein ist noch kein Beweis, dass die elektromagnetischen Felder tatsächlich auf die ungeborenen Kinder wirkten. Allerdings rechneten die Forscher Risikofaktoren für Asthma ebenso wie soziale und demografische Unterschiede heraus - etwa ob die Mutter selbst Asthmatikerin war, ihr Alter, ob sie rauchte oder welches Einkommen der Familie zur Verfügung stand. Unter dem Strich war das Asthma-Risiko für die Kinder der Frauen, die elektromagnetischen Feldern am stärksten ausgesetzt waren, dreieinhalb mal höher als in der am wenigsten belasteten Gruppe.

"Auch wenn diese Ergebnisse durch weitere Studien bestätigt werden müssen, ist die Botschaft klar", sagt De-Kun Li. "Elektromagnetische Felder sind nicht gut, und wir müssen darauf achten, welche gesundheitsschädlichen Effekte sie haben können." Er gibt einen praktischen Rat: "Die beste Möglichkeit, sich weniger magnetischen Feldern auszusetzen, ist Abstand zu halten." Denn die Feldstärke sinke mit zunehmender Entfernung sehr schnell.

Auf welche Weise magnetische Felder die Entstehung von Asthma fördern könnten, ist noch unklar. Sie könnten die Entwicklung der Schleimhäute und des Immunsystems stören, mutmaßen die Wissenschaftler - doch auch das müssten andere Studien erst belegen.

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1. Unsinn
TillD 02.08.2011
Wenn die Studie keine "eindeutigen Beweise" liefert, heißt das wissenschaftlich ausgedrückt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Punkt, Ende, Aus. Keine Diskussion mehr notwendig. Bitte von "Wissenschaft" in "Klatsch und Tratsch" verschieben. Ich sehe schon die ganzen werdenden Muttis die Großbildfernseher aus dem Fenster werfen. So etwas nennt man Panikmache.
2. was ist wenn die EM felder meist in der naehe anderer Gefahrenquellen sind?
dijle 02.08.2011
ich wuerde erwarten, dass Frauen die weniger EM feldern ausgesetzt waren schlicht in einer gesuenderen Umgebung gelebt haben. Nach dem gleichen Muster kann ich eine Studie machen, das geplfasterte Strassen sicherer sind als solche mit Asphalt oder Beton, denn das Verhaeltnis fatal Unfaelle, d.h., solcher mit todesfolge, zur gesamt Unfallzahl ist auf Landstrassen und Autobahnen nunmal Groesser als in der Stadt, aber Autobahnen sind gegenwaertig nurnoch selten gepflastert.
3. Ja, die lieben Mütter...
wakaba 02.08.2011
Zitat von TillDWenn die Studie keine "eindeutigen Beweise" liefert, heißt das wissenschaftlich ausgedrückt, dass es keinen Zusammenhang gibt. Punkt, Ende, Aus. Keine Diskussion mehr notwendig. Bitte von "Wissenschaft" in "Klatsch und Tratsch" verschieben. Ich sehe schon die ganzen werdenden Muttis die Großbildfernseher aus dem Fenster werfen. So etwas nennt man Panikmache.
Boulevard-Wissenschaft. Naheliegender ist wohl ionisierter Staub aus dem PC-Lüfter da Mutti mehr Zeit online am tratschen ist und früher mehr staubgesaugt hat. Titel müsst wohl heissen: Onlinesüchtige Mütter bringen kranke Kinder zur Welt.
4. .
MarkusB, 02.08.2011
Eventuell waren die Mütter einfach nur Stubenhocker, die kaum aus dem Haus gingen und bekamen deswegen ihre höhere Dosis ab. Dann könnte auch dies der Auslöser für das Asthma sein. Mal wieder eine dieser sinnfreien Studien die nur Angst schüren wollen. "Le Waldsterben" lässt grüssen.
5.
hoffnungsvoll 02.08.2011
Zitat von sysopStaubsauger, Mikrowellen, Stromleitungen - sie alle produzieren elektromagnetische Felder. Forscher warnen jetzt: Sind Schwangere dieser Strahlung zu stark ausgesetzt, könnte das Asthma-Risiko für das Kind steigen. Einen eindeutigen Beweis liefert die Studie allerdings nicht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,777715,00.html
Das güldet sicher nur für Atomstrom, oder?
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