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Alexander Shulgin: "Vater von Ecstasy" ist tot

Alexander Shulgin: Angesehener Chemiker aus den USA Zur Großansicht
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Alexander Shulgin: Angesehener Chemiker aus den USA

Der angesehene Chemiker Alexander Shulgin ist gestorben. Bekannt wurde er durch seine Selbstversuche, bei denen er die berauschende Wirkung der Droge Ecstasy erkannte.

Der als "Vater von Ecstasy" bekannt gewordene US-Chemiker Alexander Shulgin ist tot. Shulgin starb in der Nacht zum Dienstag in seinem Haus in Nordkalifornien, wie seine Familie mitteilte. Der 88-Jährige sei "friedlich" im Beisein von Angehörigen verschieden. Shulgin litt an Leberkrebs.

Shulgin war bekannt für seine Arbeit mit synthetischen Halluzinogenen. Bei Selbstversuchen erkannte er in den Siebzigerjahren die berauschende Wirkung des Stoffs Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA), der unter dem Namen Ecstasy bekannt wurde.

"Eine Möglichkeit, sich auszudrücken"

Die oftmals mit Prägungen versehenen Tabletten führen zu Glücksgefühlen, Kontaktfreudigkeit und Verlust des Zeitgefühls. Das körpereigene Warnsystem wird ausgeschaltet. Vor allem Anfang der Neunzigerjahre war die Droge in der Musikklub-Szene verbreitet.

Shulgin hatte die Droge als "eine Möglichkeit, sich auszudrücken" bezeichnet sowie als ein Werkzeug, mit dem sich junge Leute "von der älteren Generation distanzieren". Das auch als Partydroge bekannte Mittel wird häufig von jungen Menschen genommen. Sie gehen Risiken ein: Bei langem Tanzen kann es zu extremem Wasserverlust, Organschäden oder Kreislaufzusammenbruch kommen.

MDMA war ursprünglich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland erfunden und Anfang des 20. Jahrhunderts vom Pharmahersteller Merck patentiert worden.

boj/dpa/AFP

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1. Mdma
frankandreasr 04.06.2014
Und war als Appetitzuegler ohne Rezept in jeder Apotheke erhaeltlich!!! The mind boggles...
2.
Alice D. 04.06.2014
dieser Artikel vergisst eindeutig seine beiden Lebenswerke PIHKAL und TIHKAL... dieser man hinterließ mehr psychoaktive Substanzen als nur MDMA mit teilweise heute noch pharmazeutischer Bedeutung!
3. R.i.p.
Jack Pot 04.06.2014
Ruhe in Frieden, alter Chemie-Schamane! Menschen von Deiner Größe sind selten geworden heutzutage!
4. Sehr richtig
efka526 04.06.2014
Zitat von Alice D.dieser Artikel vergisst eindeutig seine beiden Lebenswerke PIHKAL und TIHKAL... dieser man hinterließ mehr psychoaktive Substanzen als nur MDMA mit teilweise heute noch pharmazeutischer Bedeutung!
Und noch viel mehr. MDMA war eher eine Randerscheinung, wie Lysergsäure über mir sagt ;) . Vor allem 2-CB, welches bis in die 90er von der Leipziger Firma Drittewelle legal verkauft wurde. Ebenfalls ein, laienhaft ausgedrückt "Meskalinderivat", in bromierter Form. Shulgin hält es für seine größte Entdeckung. Insgesamt aber hat dieser Mann hunderte Stoffe entwickelt und wichtige Grundlagenforschung betrieben. Schade, ich hätte gerne noch was von ihm zu den von Dr. Ralf Heim entwickelten NBOx-Gruppen gelesen, aber Phenetylamine waren ja am Ende eher weniger sein Ding, da waren Tryptamine akuter. Shulgin war aber nicht nur Chemiker, Pharmazeut und letzter großer Alchemist des 20. Jahrhunderts. Auch sein gesellschaftliches Engagement war nicht zu verkennen. Hoch gebildeter Vertreter einer längst ausgestorbenen Klasse von Forschern wie ein Hoffmann, Wasson oder auch ein Leary. Seine Frau Ann war eine Pionierin der Psycholyse, der durch Entaktogene und Psychedelika gestützten Psychotherapie. Meine Anteilnahme dieser ebenfalls bewundernswerten Frau. Farewell Sasha! Ich verneige mich vor dem letzten großen Alchemisten. Bis zur nächsten Inkarnation!
5. Traurig...
arnejensen 04.06.2014
...wie sehr einseitig und negativ dieser artikel ist. Dass dieser Herr weit mehr Vollbracht hat als MDMA wieder zu entdecken (erfunden hat er es nicht) geht hier vollkommen unter. Allein das bild wird ihm nicht gerecht...aber wer an Bewusstseinsverändernden Sunstanzen herumexperimentiert u MDMA salonfähig macht kann ja auch kein guter mensch sein...etwas mehr Objektivität bitte...Shulgin war ein Genie...schade, dass er schon gehen musste.
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Drogenkonsum in Europa 2004-2011
Datenbasis
Die Schätzungen der EU-Drogenbehörde EBDD beziehen sich auf die Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren und basieren auf Daten der Jahre 2004 bis 2011.
Opioide
Problematische Konsumenten: ca. 1,4 Millionen Europäer. Drogeninduzierte Todesfälle machen vier Prozent aller Todesfälle unter Europäern im Alter zwischen 15 und 39 Jahren aus, in etwa drei Vierteln der Fälle wurden Opioide nachgewiesen. Sie sind die Hauptdrogen in etwa der Hälfte aller Drogentherapie-Nachfragen. Etwa 710.000 Opioidkonsumenten haben 2010 in der EU eine Substitutionsbehandlung erhalten.
Amphetamine
Die Lebenszeitprävalenz - also die Zahl der Menschen, die mindestens einmal in ihrem Leben die Droge konsumieren - liegt für Amphetamine bei etwa 13 Millionen (3,8 Prozent der europäischen Erwachsenen). Zwei Millionen haben die Drogen während der vergangenen zwölf Monate genommen.
Kokain
Lebenszeitprävalenz: etwa 15,5 Millionen (4,6 Prozent der europäischen Erwachsenen). Konsum während der letzten 12 Monate: etwa 4 Millionen europäische Erwachsene (1,2 %) oder eine von vier Personen mit Kokainerfahrung. Konsum im vergangenen Monat: etwa 1,5 Millionen.
Ecstasy
Lebenszeitprävalenz: etwa 11,5 Millionen (3,4 Prozent der europäischen Erwachsenen). Konsum während der vergangenen 12 Monate: etwa zwei Millionen.
Cannabis
Lebenszeitprävalenz: etwa 80,5 Millionen (23,7 Prozent der europäischen Erwachsenen). Konsum während der vergangenen 12 Monate: ca. 23 Millionen europäische Erwachsene (6,8 Prozent) oder eine von drei Personen mit Cannabiserfahrung. Konsum im vergangenen Monat: etwa 12 Millionen (3,6 Prozent).


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