Aids-Erreger: Forscher heilen Baby von HIV-Infektion

Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids: Mediziner haben nach eigenen Angaben erstmals ein Baby von einer HIV-Infektion geheilt. Wie genau das geschehen ist, wissen die Forscher allerdings nicht. Jetzt suchen sie nach Wegen, den Erfolg bei anderen Kindern zu wiederholen.

Deborah Persaud: Hoffnung für HIV-Infizierte Zur Großansicht
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Deborah Persaud: Hoffnung für HIV-Infizierte

US-Medizinern ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, ein bei der Geburt mit HIV infiziertes Kind praktisch zu heilen. Zwar sei bei dem Kind der Erreger der Immunschwächekrankheit Aids nicht verschwunden, erklärten die Virologen am Sonntag bei einem Fachkongress in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia). Aber die Menge der Viren sei nun derart gering, dass das Immunsystem des Kindes sie künftig ohne weitere Behandlung kontrollieren könne.

Die infizierte Mutter hatte den Erreger bei der Geburt auf ihr Kind übertragen. Weniger als 30 Stunden nach der Geburt hatten die Ärzte den Säugling mit einer antiretroviralen Therapie behandelt. Die Menge der Viren sei gesunken, bis sich diese nach knapp einem Monat nicht mehr messen ließen. Deborah Persaud von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) sagte, offenbar habe die sehr frühe Behandlung dafür gesorgt, dass sich bei dem Säugling keine schwer zu behandelnden verborgenen Viren-Reservoire bilden konnten.

"Das ist der Beweis, dass es grundsätzlich möglich ist, Kinder mit einer HIV-Infektion zu heilen", sagte Persaud. Allerdings seien weitere Tests notwendig, um sicherzustellen, dass die Behandlung bei anderen Kindern den gleichen Effekt habe.

Erst ein Fall einer Heilung bekannt

Die bisher einzige anerkannte Heilung eines Aids-Patienten ist der Fall des US-Bürgers Timothy Brown, bei dem in den neunziger Jahren in Berlin Aids diagnostiziert worden war. Der als "Berliner Patient" bekannt gewordene Brown erhielt allerdings eine komplizierte Behandlung: Sein Immunsystem wurde praktisch zerstört. Anschließend erhielt er das Knochenmark eines Spenders mit einer seltenen genetischen Veränderung, die gegen HIV wirkt. Das jetzt in Baltimore behandelte Kind erhielt dagegen eine Mischung aus Medikamenten, die bereits routinemäßig zur Therapie von HIV-Infektionen bei Kleinkindern eingesetzt werden, wie Persaud und ihre Kollegen bei der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections in Atlanta erklärten.

HIV-Therapie als Kondomersatz
Unter bestimmten Voraussetzungen ist bei HIV-Infizierten bei sexuellen Kontakten ohne Kondom eine Übertragung des Virus unwahrscheinlich. Dafür müssen folgende Bedingungen auf jeden Fall erfüllt sein:

1. Punkt: die Viruslast des HIV-positiven Partners/ der HIV-positiven Partnerin ist seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze

2. Punkt: die antiretroviralen Medikamente werden konsequent eingenommen

3. Punkt: bei den Sexualpartnern/-partnerinnen liegen keine Schleimhautdefekte zum Beispiel als Folge sexuell übertragbarer Infektionen vor

4. Punkt: der Infizierte lässt regelmäßig seine Viruslast bestimmen, um Resistenzen auszuschließen

Schon eine vergessene Tablette kann die Viruslast wieder in die Höhe schnellen lassen und die Schutzwirkung gefährden. Kondome schützen zudem auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Medikamente hingegen haben den Vorteil, dass sie auch sogenannte kleine Risiken bei Praktiken wie dem Oralverkehr abdecken, bei denen häufig kein Kondom benutzt wird.

Quellen: HIV-Therapie und Prävention - Positionspaper der Deutschen Aids-Hilfe, HIV-Report 5/2011: Medikamente in der Prävention
Wenn infizierte Mütter eine antiretrovirale Therapie erhalten, wird eine Infektion des Neugeborenen meist verhindert. Im aktuellen Fall war dies jedoch nicht geschehen. Das kleine Mädchen, das in einem ländlichen Krankenhaus zur Welt gekommen war, wurde daraufhin in die Klinik der University of Mississippi in Jackson verlegt und im Alter von nur 30 Stunden mit drei Standard-HIV-Medikamenten behandelt - noch bevor Labortests die Infektion bestätigt hatten.

Die Forscher vermuten, dass dies die Entstehung von Virenreservoirs verhindert habe. Üblicherweise nistet sich das HI-Virus in sogenannten Schläferzellen ein, die vom Immunsystem nicht als infiziert erkannt werden und deshalb auch mit bisher verfügbaren Medikamenten nicht bekämpft werden können. Auf diese Weise kann ein Mensch jahrelang HIV-positiv sein, ehe die Immunschwächekrankheit Aids ausbricht. Die Reservoirs sind auch der Grund dafür, warum Infizierte ein Leben lang Medikamente nehmen müssen, um das Virus in Schach zu halten.

18 Monate lang behandelt

Nach der ersten Behandlung des kleinen Mädchens nahmen die Wissenschaftler weitere Tests vor. Die Menge der HI-Viren im Blut sei immer weiter gesunken. Nach 29 Tagen seien sie nicht mehr nachweisbar gewesen. Das Mädchen sei dennoch 18 Monate lang weiter behandelt worden, danach aber zehn Monate lang nicht mehr zu weiteren Terminen gebracht worden. Nach Angaben der Mutter hatte es in dieser Zeit keine weitere Behandlung gegeben.

Warum die Mutter die Therapie ausgesetzt hatte, blieb offen - doch dies erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Denn obwohl das Mädchen zehn Monate lang keine Medikamente zur Senkung der Virenlast erhalten hatte, fiel der HIV-Test negativ aus. Auch bei einer zweiten Analyse habe man keine HI-Viren entdecken können, nicht einmal die verräterischen Antikörper seien im Blut gewesen. "In diesem Moment wusste ich, dass ich es mit einem sehr ungewöhnlichen Fall zu tun hatte", sagte Hannah Gay, die behandelnde Ärztin.

Es folgten weitere, präzisere Labortests. Die Mediziner suchten nach HI-Viren, die in sogenannten CD4-T-Zellen schlummern. Doch auch hier fanden sie nach eigenen Angaben keine Spur des Aids-Erregers. Erst als sie nach dem Erbgut des Virus suchten, wurden sie fündig - allerdings seien die Mengen so gering gewesen, dass sie nur knapp über der Nachweisgrenze gelegen hätten.

Die Mediziner warnen HIV-positive Eltern allerdings davor, die Therapie bei ihren Kindern auszusetzen, um herauszufinden, ob das Virus zurückkommt. Dies könne die Gefahr erhöhen, dass der Erreger gegen die Medikamente resistent werde und noch schwieriger zu behandeln sei.

"Patienten sollten mit einer erfolgreichen Therapie weitermachen, bis wir herausgefunden haben, was genau bei diesem Kind passiert ist", sagte Gay. Die Forscher wollen nun bei anderen Kindern nach Anzeichen suchen, die ein Aussetzen der HIV-Therapie im Rahmen einer klinischen Studie rechtfertigen könnten. Möglicherweise könnte man dann den Behandlungserfolg bei anderen Kindern wiederholen.

Ein solcher Erfolg wäre dringend notwendig. Derzeit sterben weltweit jährlich rund 1,7 Millionen Menschen an Aids und den Folgeerkrankungen. Die Uno schätzt, dass im Jahr 2011 330.000 mit HIV infizierte Kinder zur Welt kamen.

Neuinfektionen mit dem HI-Virus sind innerhalb eines Jahrzehnts zwar um 19 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Aids-Toten ist seit dem Jahr 2005 um 26 Prozent gesunken. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung. In Deutschland etwa erreichte die Zahl der HIV-Infizierten im vergangenen Jahr - auch aufgrund der durch Therapien gestiegene Lebenserwartung - einen Höchststand.

mbe/AFP/Reuters

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insgesamt 41 Beiträge
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1. von der angeblichen epidemie
firehorse67 04.03.2013
zu einer erkrankung, die im jahr in deutschland keine dreihundert menschen das leben kostet aber immer noch behandelt wird als würden jährlich zigtausende sterben. ist doch alles eine riesen geldschneiderei. und dass die ärzte raten die therapie nicht abzubrechen ist auch klar. kostet sie doch unsummen wobei keiner wirklich weiß was er da tut. an einer hepatitis sterben ein vielfaches an menschen aber komischerweise kräht da kein hahn danach.
2. "Heilung"?
hashemliveloirah 04.03.2013
Zitat von sysopAPNeue Hoffnung im Kampf gegen Aids: Mediziner haben nach eigenen Angaben erstmals ein Baby von einer HIV-Infektion geheilt. Wie genau das geschehen ist, wissen die Forscher allerdings nicht. Jetzt suchen sie nach Wegen, den Erfolg bei anderen Kindern zu wiederholen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/forscher-heilen-baby-von-hiv-infektion-a-886656.html
Ich weiß nicht, ob Persaud das tatsächlich gesagt hat. Falls ja, sollte man ihn sofort vor die Tür setzen. Seit Jahrzehnten gelingt es immer wieder (meist dosisabhängig), die Antikörperzahl unter die Nachweisgrenze zu drücken. Mit "Heilung" hat das überhaupt nichts zu tun und korreliert nicht mal unbedingt mit der Symptomatik beim Patienten. Ich nehme stark an, dass der Verfasser hier einiges durcheinander wirft: wir sprechen entweder von HIV (das kann man nicht "heilen") oder von Aids - und das persistiert mehr oder weniger - wenn's denn zum Ausbruch gekommen ist. Mit einem derartigen Sammelsurium wie im vorliegenden Artikel kann man ernsthaft gar nichts anfangen - der gehört auch nicht hierher.
3.
krankenschwester 04.03.2013
Ich dachte immer, das Virus ist erst Monate nach der Übertragung nachweisbar... Und wird ja bei HIV-Infizierten Müttern tatsächlich erst bei der spontanen Geburt übertragen. Wie konnte es dann sofort nachgewiesen werden? Verstehe ich nicht....
4. Grosses Risiko
tanenui76 04.03.2013
Was ist wenn die Kinder erwachsen werden, Viren sich nicht mehr messen lassen, aber sie sind immer noch vorhanden und ungeschuetzten Geschlechtsverkehr haben? Ahnungslos koennte eine neue AIDS-Epidemie ausbrechen ohne das wir es merken bis es zu spaet ist. Entweder geheilt oder nicht geheilt, dazwischen gibt es keine Spielraeume fuer Spielereien. Aber ansonsten ein gute Schritt in der Forschung.
5.
der_durden 04.03.2013
Zitat von firehorse67zu einer erkrankung, die im jahr in deutschland keine dreihundert menschen das leben kostet aber immer noch behandelt wird als würden jährlich zigtausende sterben. ist doch alles eine riesen geldschneiderei. und dass die ärzte raten die therapie nicht abzubrechen ist auch klar. kostet sie doch unsummen wobei keiner wirklich weiß was er da tut. an einer hepatitis sterben ein vielfaches an menschen aber komischerweise kräht da kein hahn danach.
Was reden Sie da? Es sterben jeden Jahr viele tausende Menschen an AIDS. Schauen Sie mal nach Afrika, wo es Regionen gibt, in den fast jeder 2. Mensch mit HIV infiziert ist. Deutschland ist nicht alles und Forschung kennt zum Glück keine nationalen Grenzen. Wollen Sie diese einführen, dann können Sie dabei zuschauen, wie der Forschungstandort Deutschland in die Bedeutungslosigkeit fällt.
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Aids-Medikamente: Kampf gegen die HIV-Infektion

HIV/Aids
Zahlen und Fakten in Deutschland
- in Deutschland leben etwa 78.000 Menschen mit HIV und Aids
- rund 63.000 HIV-Infizierte und Aids-Kranke sind Männer
- davon sind etwa 51.000 Männer homo- oder bisexuell
- 17.000 Menschen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert
- im Jahr 2012 gab es etwa 3400 HIV-Neuinfektionen
- die Zahl der Todesfälle wird auf 550 geschätzt
- seit Beginn der Epidemie in den achtziger Jahren gab es etwa 27.000 Todesfälle in Deutschland. Jährlich kommen etwa 500 Todesfälle hinzu.
Quelle: RKI, Stand November 2013
HIV-Infektion
Die Infektion mit HIV erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret, aber auch über die Muttermilch. Außer ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr gilt die gemeinschaftliche Nutzung von Spritzen durch Drogensüchtige als ein Hauptübertragungsweg.

Bei normalem Körperkontakt gibt es dagegen kein Infektionsrisiko, da die Körperhaut im Gegensatz zur Schleimhaut über eine schützende Hornschicht verfügt. Bei Verletzungen oder Ekzemen können allerdings auch hier Erreger eindringen. Beim beruflichen Umgang mit Kollegen am Arbeitsplatz besteht ebenso wenig Ansteckungsgefahr wie bei Besuchen von Schwimmbad oder Sauna oder gemeinsamem Essen. Kein Risiko gibt es auch bei ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen, da die Desinfektion von Instrumenten das Virus zuverlässig abtötet.
Die Krankheit Aids
Das HI-Virus zerstört allmählich das Immunsystem, indem es die Zahl der T-Helferzellen im Blut drastisch senkt. Während in den ersten Wochen nach der Infektion grippeähnliche Symptome auftreten können (aber nicht müssen), folgen der Ansteckung mit HIV meist mehrere Jahre ohne körperliche Anzeichen. Währenddessen vermehrt sich das Virus im Körper. Mit dem Beginn der ARC-Phase ("Aids Related Complex") treten erneut Beschwerden wie nach der Infektion auf. Wenn die eigentliche Krankheit beginnt, spricht man von der Diagnose Aids ("Acquired Immunodeficiency Syndrome").

Aids wird durch verschiedene Erkrankungen definiert. Sogenannte opportunistische oder Sekundär-Infektionen und Tumoren nutzen die schwache Immunabwehr aus. Meistens stirbt der Patient an einer der Folgeerkrankungen. Doch können schon im Vorfeld virenhemmende Medikamente eingesetzt werden. Diese verlängern die Lebenserwartung und steigern die Lebensqualität der Betroffenen.
Das Virus
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist ein Retrovirus. Diese Erreger sind in der Lage, ihren genetischen Code in das Erbgut der Wirtszelle des Menschen einzubauen. Deshalb kann das Virus nach einer Infektion nicht wieder vollständig aus dem Körper entfernt werden.

Das Virus kommt in zwei Stämmen vor. HIV-1 ist weltweit verbreitet. Mikrobiologen unterscheiden Subtypen mit den Buchstaben A bis I und O. Der zweite Stamm, HIV-2, ist vorwiegend in Westafrika verbreitet. Ansteckungs- und Krankheitsverlauf sind in beiden Fällen ähnlich.
Weltweite Verbreitung
Laut dem Aidsprogramm der Vereinten Nationen Unaids sind weltweit schätzungsweise mehr als 35 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Mit mehr als zwei Drittel der Infizierten bilden die Länder des südlichen Afrikas nach wie vor ein Zentrum der Epidemie.

Bis Ende 2012 erhielten rund 9,7 Millionen HIV-positive Menschen in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen eine antiretrovirale Therapie - im Vergleich zu drei Millionen Patienten im Jahr 2007 und lediglich 400.000 in 2003.

Quellen: Robert-Koch-Institut (RKI), Unaids
Umgang und Leben mit HIV
Vor allem Homosexuelle unter 30 Jahren lassen sich regelmäßig testen. Sind sie positiv, ist die Infektion meist im frühzeitigen Anfangsstadium, die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung eindämmen.

Heterosexuelle oder Betroffene mit Migrationshintergrund kommen meistens erst, wenn sich die Symptome des geschwächten Immunsystems nicht mehr verleugnen lassen.

Bei 15 Prozent der neudiagnostizierten HIV-Patienten ist Aids daher bereits ausgebrochen. Inzwischen haben Betroffene - mit einer Differenz von etwa zehn Jahren - die gleiche Lebenserwartung wie gesunde Menschen. Sie sterben inzwischen häufiger an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als an der durch einen Pilz verursachten Lungenentzündung, einst klassische Todesursache der Aids-Erkrankten. Jeder vierte HIV-Positive ist inzwischen älter als 50 Jahre.

Antiretrovirale HIV-Therapie
HIV-Therapie als Kondomersatz
Unter bestimmten Voraussetzungen ist bei HIV-Infizierten bei sexuellen Kontakten ohne Kondom eine Übertragung des Virus unwahrscheinlich. Dafür müssen folgende Bedingungen auf jeden Fall erfüllt sein:

1. Punkt: die Viruslast des HIV-positiven Partners/ der HIV-positiven Partnerin ist seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze

2. Punkt: die antiretroviralen Medikamente werden konsequent eingenommen

3. Punkt: bei den Sexualpartnern/-partnerinnen liegen keine Schleimhautdefekte zum Beispiel als Folge sexuell übertragbarer Infektionen vor

4. Punkt: der Infizierte lässt regelmäßig seine Viruslast bestimmen, um Resistenzen auszuschließen

Schon eine vergessene Tablette kann die Viruslast wieder in die Höhe schnellen lassen und die Schutzwirkung gefährden. Kondome schützen zudem auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Medikamente hingegen haben den Vorteil, dass sie auch sogenannte kleine Risiken bei Praktiken wie dem Oralverkehr abdecken, bei denen häufig kein Kondom benutzt wird.

Quellen: HIV-Therapie und Prävention - Positionspaper der Deutschen Aids-Hilfe, HIV-Report 5/2011: Medikamente in der Prävention