Forschungsskandal: Britischer Autismus-Arzt erhält Berufsverbot

Späte Strafe für Andrew Wakefield: Der Arzt, der 1998 vor Autismus bei Kindern durch Schutzimpfungen warnte und Eltern in Angst versetzte, hat in Großbritannien ab sofort Berufsverbot. Praktizieren wird er jedoch weiterhin.

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Mediziner Wakefield: Berufsverbot in Großbritannien

London - Die Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln kann bei Kindern Autismus auslösen: Mit dieser Warnung verbreitete ein Team um den britischen Arzt Andrew Wakefield 1998 Angst und Schrecken unter Eltern. Die Studie, die im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurde, ließ die Zahl der Impfungen in den folgenden Jahren drastisch einbrechen.

Die meisten Autoren der Studie distanzierten sich später von ihren Schlussfolgerungen. Im Februar dieses Jahres zog "The Lancet" die Studie offiziell zurück. Es war eine Reaktion auf die skandalösen Umstände, unter denen die Studie - an der ganze zwölf Kinder teilgenommen hatten - zustande gekommen war.

Jetzt hat die britische Ärztekammer Wakefield Berufsverbot erteilt. Der Mediziner verlor seine Zulassung wegen standeswidrigen Verhaltens, wie es am Montag zur Begründung hieß. Das General Medical Council beschäftigte sich allerdings nicht mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Untersuchung, sondern mit ihrer Durchführung. So soll Wakefield beim Kindergeburtstag seines Sohnes Blutproben von dessen Freunden entnommen und ihnen dafür Geld gegeben haben. Damit habe er den Arztberuf in Verruf gebracht, so die Kammer.

Wakefield wanderte vor einigen Jahren in die USA aus, wo er 2005 ein gemeinnütziges Autismus-Zentrum gründete. Ungeachtet des Berufsverbots in Großbritannien darf er dort weiter praktizieren.

mbe/apn

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