Gefährliche Geschwulste Mediziner filtern Stammzellen

Stammzellen sind der Rohstoff für Ersatzteile des menschlichen Körpers. Doch manche entwickeln sich nicht zu den erwünschten Organen, sondern zu gefährlichen Geschwulsten. Mediziner haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich schädliche Stammzellen aussortieren lassen.

MPI


London - Stammzellen sind eine der großen Hoffnungen der Medizin, weil sie eines Tages Ersatzgewebe und womöglich ganze Organe liefern können. Das Problem dabei: Sind wirklich alle Zellen, die einem Patienten verabreicht werden, auch genau vom gewünschten Typ? Oder finden sich dazwischen noch Zellen, die im Körper später zu Geschwulsten führen können? Forscher um Micha Drukker von der Stanford University School of Medicine präsentieren nun ein Verfahren, um Stammzellen von anderen, womöglich schädlichen Zellen zu trennen.

Stammzellen befinden sich in einem besonderen, noch sehr flexiblen Stadium. Daher können sie im Labor durch Zugabe verschiedener Signalmoleküle in viele verschiedenen Zelltypen verwandelt werden. Das geschieht mit Tausenden Zellen gleichzeitig. Wenn dabei einige in ihrem nicht entwickelten Zustand verharren, können sie später im Körper mit einer unkontrollierten Entwicklung beginnen. Dann kommt es zu verschiedenen Geschwulsten, den sogenannten Teratomen.

Drukker und sein Team, darunter Jans-Peter Volkmer von der Universität Düsseldorf, fahndeten in ihren Experimenten nach Oberflächenmolekülen, die ausschließlich auf nicht entwickelten Stammzellen vorkommen. Eines davon bezeichnen die Forscher mit dem Kürzel SSEA-5. Zudem gelang es den Stammzellexperten, einen Antikörper zu finden, der sich gezielt an diese Zellen bindet. Damit lassen sich die nicht entwickelten Zellen in der Kultur markieren. Auf diese Weise gelang es der Gruppe, ganze Stammzellkulturen ohne das Potential zum Wachstum von Teratomen zu schaffen.

Dafür reichte es allerdings nicht aus, sich allein auf SSEA-5 zu verlassen, erklären die Forscher. Sie beschrieben fünf Oberflächentypen von Stammzellen, die sich nur auf nicht-entwickelten Stammzellen befinden. Als das Team nicht allein SSEA-5 zum Aussortieren nutzte, sondern zudem weitere zwei dieser Moleküle, gab es fast kein Wachstum von Teratomen mehr.

Dies lässt sich im Experiment mit Mäusen ohne ein Immunsystem prüfen. Ihnen überträgt man Stammzellen und beobachtet, ob sich Teratome bilden. Undifferenzierte Zellen haben dieses Potential, die jetzt gereinigten Zellen kaum noch. Die Liste der sechs Oberflächenmoleküle, die zum Abtrennen der unerwünschten Zellen verwendet werden können, sei vermutlich noch nicht vollständig, schreiben die Forscher.

boj/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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chromatine 15.08.2011
1. Quelle?
Lieber Spiegel, Einerseits Politiker anprangern, die in Ihrer Doktorarbeit nicht ordentlich zitiert und Quellen nicht angegeben haben, und dann selbst ständig Artikel ohne Quellenangabe rausbringen. Gerade in der Wissenschaftsrubrik sollte das doch wohl selbstverständlich sein. Damit sich nicht noch andere 20min lang durch PubMed wühlen müssen, um mit den dürftigen Informationen der Namen von zwei Autoren und Ssea-5, das entsprechende Paper zu finden, hier der Link: http://www.nature.com/nbt/journal/vaop/ncurrent/full/nbt.1947.html Übrigens muss auch nicht über jeden Artikel aus purer Verlegenheit unbedingt irgendein Bild drüber - schon gar nicht, wenn es mit dem Arikel gar nichts zu tun hat. Im Paper geht es um humane Embryonale Stammzellen und die auf dem Artikelfoto sind eindeutig von der Maus.
cs2001 15.08.2011
2. Zustimmung
Zitat von chromatineLieber Spiegel, Einerseits Politiker anprangern, die in Ihrer Doktorarbeit nicht ordentlich zitiert und Quellen nicht angegeben haben, und dann selbst ständig Artikel ohne Quellenangabe rausbringen. Gerade in der Wissenschaftsrubrik sollte das doch wohl selbstverständlich sein. Damit sich nicht noch andere 20min lang durch PubMed wühlen müssen, um mit den dürftigen Informationen der Namen von zwei Autoren und Ssea-5, das entsprechende Paper zu finden, hier der Link: http://www.nature.com/nbt/journal/vaop/ncurrent/full/nbt.1947.html Übrigens muss auch nicht über jeden Artikel aus purer Verlegenheit unbedingt irgendein Bild drüber - schon gar nicht, wenn es mit dem Arikel gar nichts zu tun hat. Im Paper geht es um humane Embryonale Stammzellen und die auf dem Artikelfoto sind eindeutig von der Maus.
Was mir auch bei solchen Artikeln immer fehlt: Woher stammen die Informationen: Gibts da eine Pressemitteilung der Stanford University oder von Nature? Die DPA wird den Artikel ja wohl kaum auf Basis der Originalarbeit erstellt haben. Weiterer Kritikpunkt (ist mir besonders bei den FNAL/Tevatron Artikeln aufgefallen): In den Artikeln steht oft, dass XY etwas sagte. Das ist ein wenig duenn: Wem sagte wer was auf welche Frage von wem? Oft wird da suggeriert, dass dies dem Redakteur gesagt wurde, aber wenn man etwas recherchiert, kommt man haeufig dahinter, dass das "gesagte" nur aus 2. oder 3. Hand ueberliefert wurde. Die einzige Zeitung die das im deutschsprachigen Raum einigermassen ordentlich macht ist die FAZ.
eltoubib 16.08.2011
3. Sehr modern!
Genau dasselbe machten wir schon während meines Innere-PJs in der Onkologie. Und das ist jetzt gute 20a her ...
cassandros 16.08.2011
4. want to purchase?
Zitat von chromatineLieber Spiegel, Einerseits Politiker anprangern, die in Ihrer Doktorarbeit nicht ordentlich zitiert und Quellen nicht angegeben haben, und dann selbst ständig Artikel ohne Quellenangabe rausbringen. Gerade in der Wissenschaftsrubrik sollte das doch wohl selbstverständlich sein. Damit sich nicht noch andere 20min lang durch PubMed wühlen müssen, um mit den dürftigen Informationen der Namen von zwei Autoren und Ssea-5, das entsprechende Paper zu finden, hier der Link: http://www.nature.com/nbt/journal/vaop/ncurrent/full/nbt.1947.html Übrigens muss auch nicht über jeden Artikel aus purer Verlegenheit unbedingt irgendein Bild drüber - schon gar nicht, wenn es mit dem Arikel gar nichts zu tun hat. Im Paper geht es um humane Embryonale Stammzellen und die auf dem Artikelfoto sind eindeutig von der Maus.
Vielen Dank dafür. Das bringt dann schon mal diejenigen weiter, die ein superteures Abo dieser Zeitschrift haben und so den ganzen Artikel lesen können.
chromatine 17.08.2011
5. Nature
Zitat von cassandrosVielen Dank dafür. Das bringt dann schon mal diejenigen weiter, die ein superteures Abo dieser Zeitschrift haben und so den ganzen Artikel lesen können.
Ja, was fuer eine Frechheit, dass Nature die Publikationen nicht kostenlos anbietet. Arbeiten Sie eigentlich umsonst? Immerhin koennen Sie so den Abstract der Originalarbeit lesen, um sich eine grobe Uebersicht zu verschaffen. Und wer sich fuer die Details interessiert, der weiss in der Regel, dass praktisch jede Uni ein Abo fuer die groessten Wissenschaftsjournale hat und somit sind die Artikel in jeder Universitaetsbibliothek frei einsehbar.
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