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Geschasster IQWiG-Chef: Überprüfung von Sawicki kostete mehr als 20.000 Euro

Die Entmachtung des Leiters des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Peter Sawicki, war nach Informationen des SPIEGEL früher geplant als bisher bekannt - und kostete eine stattliche Summe.

Peter Sawicki, ehemaliger Chef vom IQWiG: "Vollumfänglich" durchleuchtet Zur Großansicht
IQWiG

Peter Sawicki, ehemaliger Chef vom IQWiG: "Vollumfänglich" durchleuchtet

Bereits am 29. Oktober 2009 erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum (FDP), nach Informationen des SPIEGEL auf einer Vorstandssitzung der IQWiG-Stiftung, dass er wisse, dass das Ministerium den Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, nicht mehr wolle. Erst einen Tag zuvor wurde Philipp Rösler (FDP) zum Gesundheitsminister ernannt. Vom SPIEGEL konfrontiert, lehnten Minister Rösler und Baum jede Stellungnahme ab.

Erst zwei Wochen nach dieser Vorstandssitzung wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO beauftrat, mit mehreren Prüfern die Spesenquittungen und den Dienstwagen des IQWiG-Chefs "vollumfänglich" zu durchleuchten.

Der Auftrag an die BDO kostete nach SPIEGEL-Informationen mehr als 20.000 Euro. Er wurde nicht öffentlich ausgeschrieben, obwohl die beim IQWiG gültige Verfahrensordnung vorsieht, dass alle Aufträge ab einem Nettowert von 12.500 Euro ausgeschrieben werden müssen.

Der Sprecher des IQWiG-Vorstands, Johann-Magnus Freiherr zu Stackelberg, lehnte es ab, die Frage zu beantworten, weshalb der Auftrag nicht ausgeschrieben wurde.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
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1. Soso...
Kabe 15.03.2010
20 k€ sind jetzt schon stattliche Summen in diesem Zusammenhang? Man überlege sich mal, was eine gütliche Einigung in diesen Gehaltsregionen kostet, da ist das Geld aber wieder schnell drin.
2. Diffamierungskampagne à la FDP
Luscinia007 15.03.2010
So sehen also die Diffamierungskampagnen der FDP aus: Die Diffamierungskampagne wird auf Ministerebene von langer Hand geplant, der Auftrag zur Diffamierung wird an der Ausschreibungsverordnung vorbei erteilt, und der Steuerzahler finanziert die liberale Diffamierungskampagne mit 20.000 Euro. Sauber. Wir erwarten noch Großes von der FDP.
3. Manus manum lavat
gsm900, 15.03.2010
Zitat von Luscinia007So sehen also die Diffamierungskampagnen der FDP aus: Die Diffamierungskampagne wird auf Ministerebene von langer Hand geplant, der Auftrag zur Diffamierung wird an der Ausschreibungsverordnung vorbei erteilt, und der Steuerzahler finanziert die liberale Diffamierungskampagne mit 20.000 Euro. Sauber. Wir erwarten noch Großes von der FDP.
auch hintenrum nach Schwesterwelle Art. Id G. W. doch der Erbe Möllemnanns?
4. ...was anderes erwartet?
burkeswarrior 15.03.2010
...hat "man" was anderes erwartet als dieses abgesprochene Vorgehen? Wohlan - ich glaube nicht. Dafür war Hr. Sawicki einfach zu unbequem geworden. Was mir fehlt ist die Tatsache, dass es hier keinen Richter bzw. vorab einen Ankläger gibt der solche Vorgehensweisen bestraft/anklagt. Wer hat den Mut (und auch die Mittel) sich gegen diese immer unverschämter werdenden politischen Einflußnahmen zur Wehr zu setzen? Aus meiner Sicht müsste der Staat eine Institution einrichten die solche Fälle ("Brender" ist für mich ein weiteres Beispiel) untersucht und letztendlich auch bestraft...Wunschträume?...Die Hoffnung stirbt zuletzt...
5. Spesen. Die Falle
tm78654 15.03.2010
Noch muss man 20.000 Euro zahlen, um die Spesen zu durchleuchten. Wenn diese erstmal vollständig digital sind, wird man nur einen Analysten für einen Tag benötigen oder sogar nur einmal auf's Knöpfchen drücken und man bekommt die Spesensünden seiner Mitarbeiter in Diagrammen und Kennzahlen anschaulich dargestellt. Natürlich aufgeschlüsselt pro Mitarbeiter. Finde es ungerechtfertigt, dass sowas überhaupt ohne Anfangsverdacht möglich ist. Jeder der monatliche mehrere Spesen abrechnet, weiß das man sich schnell mal vertippen kann. Gruß TM
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