H7N7: Neue Vogelgrippe-Gefahr für den Menschen befürchtet

Labor in der chinesischen Stadt Changsha: Forscher sind auf eine neue Vogelgrippe-Gefahr gestoßen Zur Großansicht
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Labor in der chinesischen Stadt Changsha: Forscher sind auf eine neue Vogelgrippe-Gefahr gestoßen

Das Vogelgrippe-Virus H7N7 hat sich in Versuchen mit Tieren als hoch ansteckend erwiesen. Forscher halten es für möglich, dass der enge Verwandte des Erregers H7N9 eine Epidemie unter Menschen auslösen kann.

Wissenschaftler sorgen sich seit langem, dass aus bestehenden Vogelgrippe-Viren neue Erreger entstehen und eine Seuche unter Menschen auslösen könnten. In einem Beitrag des Fachmagazins "Nature" berichten chinesische Forscher nun, der bislang als wenig bedrohlich eingestufte Erreger H7N7 habe sich bei Laborversuchen mit Säugetieren als hoch ansteckend erwiesen. Von dem Virus könne eine "Bedrohung über den gegenwärtigen Ausbruch hinaus ausgehen".

Die Angst vor einer Vogelgrippe-Epidemie bei Menschen wurde vor allem im Bezug auf H7N9 geschürt. Mit diesem Erreger haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein seit März 135 Menschen angesteckt, von denen mehr als 40 starben. Kürzlich hatten Wissenschaftler auch berichtet, sie hätten wahrscheinlich die erste Übertragung eines H7N9-Virus von Mensch zu Mensch nachgewiesen.

Gefahr durch Verbreitung unter Hühnern

Die neue Studie weist nun auf eine zusätzliche Gefahr hin, die von einer mutierten Form des H7-Virenstammes ausgehen könnte. "Wenn wir zulassen, dass sich dieses H7N7-Virus weiter bei Hühnern ausbreitet, dann bin ich sicher, dass Fälle von Infektionen beim Menschen stattfinden werden", sagte Ko-Autor Yi Guan von der Universität von Hongkong. Das Virus könne angesichts der Laborversuche schlimmere Infektionen als H7N9 hervorrufen.

Das H7N7-Virus ist bei Geflügel hoch ansteckend. Bei Menschen führten Infektionen bisher fast ausschließlich zu relativ milden Symptomen. In den Niederlanden starb ein Mensch im Jahr 2003 an dem Erreger. Für ihre Untersuchung testeten die Forscher das Virus im Labor an Frettchen, die alle schwere Lungenentzündungen entwickelten. Da diese Tiere ähnlich reagieren wie der Mensch, zeigten sich die Wissenschaftler alarmiert.

"Wir denken, es ist beängstigend für den Menschen", sagte Yi. "Die menschliche Bevölkerung hat fast keine Antikörper gegen den H7-Stamm der Grippeviren. Wenn es zu einer Pandemie kommt, werden viele Menschen sterben."

nik/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Ist es für EHEC schon etwas zu spät?
Stauss2 22.08.2013
Nur die bovine spongiforme Enzephalopathie als Wahnkrankheit hat sich ungemein unter Ochsen und Kühen verbreitet.
2. Aha..
macropolis 22.08.2013
muss Sandoz wieder mal ihre Tamiflu-Lager räumen?? Es ist schon verblüffend, wie es immer wieder im Jahresrhythmus solche Meldungen gibt, erstaunlicherweise immer aus dem fernen China in irgendwelchen Hühnerfarmen.. Und die Medie streuen die Horrorvision wieder und die Pharmaindustrie macht fette Gewinne mit Produkten, deren Wirksamkeit bei weitem nicht nachweisbar ist. Würde mich überhaupt nicht verwundern, wenn bezahlte Leute dieser Pharmafirmen die Viren bewusst züchten (natürlich immer neue Formen, damit die angeblichen Gegenmittel ja verkäuflich werden) und diese den Viechern in diesen dubiosen chinesischen Hühnerfarmen verabreichen. Logisch, die neuen Viren sollen für Menschen hochgefährlich sein, sonst kauft ja niemand mehr die Abermillionen eh nutzlosen Tamiflu Ampullen.. Maffia..
3. Biosprossen
Walther Kempinski 22.08.2013
Ich hab eher Angst vor Bio-Food. Die Biosprossen haben 53 Menschenleben gefordert. Das Image von Bio ist jedoch ungebrochen hervorragend. Image ist wohl alles, Grippe ist böse (deswegen heißt es ja Grippe und nicht Wellness) und Bio-Food ist toll. Schade nur, dass die Realität eine andere Sprache spricht. Mit konventionellem Essen (Gammelfleisch oder Pferd hin oder her, aber davon ist niemand gestorben) komme ich jedenfalls sehr gut klar. Bin auch kerngesund, dabei ernähre ich mich ja laut grüner Ideologie komplett falsch...aber ich lass mir eben keinen überteuerten Müll/heilsbringende Nahrung aufquatschen.
4. Endlich...
BettyB. 23.08.2013
Das wird doch wohl die Produktion von Impfstoffen antreiben, die man später dann ja auch wieder entsorgen kann. Die Produzenten sollen ja befürchtet haben, dieses Jahr nicht wirklich über die Runden zu kommen...
5. erst H7N7 jetzt H7N9 bald H7N21
wichtiger Kommentar 23.08.2013
heute Frettchen, morgen Schwein bald sind es wir?
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