Drogen Heroin ist oft stark gestreckt

Die Analyse von Drogenrückständen in Konsumräumen offenbart: Heroin ist oft stark mit Streckmittel versetzt.

DPA


Wenn Drogenabhängige sich ihren Schuss setzen, ist im Heroin oft wenig Heroin - es wurde von Dealer zu Dealer immer weiter gestreckt. Das geht aus einer nach Angaben der Stadt Frankfurt am Main bundesweit einmaligen Studie hervor, die am Montag vorgestellt worden ist.

Bei der Analyse von Drogenrückständen aus Frankfurter Konsumräumen ergab: Die Drogen waren erheblich stärker gestreckt waren als erwartet: Im Mittel der 165 untersuchten Heroin-Proben habe man einen Heroingehalt von nur neun Prozent festgestellt, berichtete Toxikologe Volker Auwärter.

Mitarbeiter der Räume, in denen sich Abhängige unter Aufsicht Drogen spritzen können, hatten im Auftrag des Drogenreferats Verpackungen und Spritzenfilter aufbewahrt. Aus den Anhaftungen wurden Proben gewonnen, die von Toxikologen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Freiburg analysiert wurden. Die häufigsten dort konsumierten Drogen waren Heroin und Kokain.

Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht geht davon aus, dass der Wirkstoffgehalt von Heroin beim Konsum um die 20 Prozent liegt. Der Rest sind Begleitstoffe und Streckmittel, zum Beispiel Koffein oder Paracetamol.

Im Video: Das Drogen-ABC - Die Top 20 der gefährlichsten Substanzen

boj/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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mick richards 19.03.2018
1.
Wenn das nicht gemacht würde, gäbe es bei weitem mehr herointote als bei ungestrecktem. Desto reiner das heroin, desto gefährlicher. Sie schlafen dann nur noch ein und werden mit schaum vorm mund tot aufgefunden.
Havenpirat 19.03.2018
2. Und das
soll Überraschend sein ? Nur die Wohlhabenden bekommen reines Zeug, die haben das Geld, der Dreck geht an die Junkies auf der Strasse.
AZ1 19.03.2018
3. tötliches Verbot
Ich finde es zynisch und menschenverachtend, wie der Staat den Nutzern / Missbrauchern (je nach Sicht) von Drogen jegliche Qualitätsstandards verweigert. Wenn der Heroinanteil unkontrolliert schwankt, ist die Gefahr einer tötlichen Überdosis groß. Ist das vom Staat so beabsichtigt -- zur Abschreckung? Dazu kommen noch Verunreinigungen, auch bei den weit gebräuchlicheren Drogen wie Amphetaminderivaten. Man stelle sich einmal vor, der Staat würde Alkohol verbieten, und wenn reihenweise Leute blind werden vom illegal hergestellten Fusel, "selber schuld" sagen.
mick richards 19.03.2018
4.
Da hat Keith Richards stets drauf geachtet. Er bekam durch jemanden von einem pharmahersteller immer reines heroin. Ungestreckt. Chemisch sauber. So konnte er sich immer sicher sein gleichbleibende qualität zu erhalten und zu dosieren.
sparrenburger 19.03.2018
5. Als Betroffener
Als von dieser Sucht Betroffener muss ich sagen, die Schätzungen und Informationen der Drogenberatung lagen weit unter diesem Wert. Zu den Komentaren hier: Es stimmt zwar das mit zunehmender Reinheit die Gefahr von Überdisierung steigt, allerdings ist die Gefahr dieser Streckstoffe nicht zu unterschätzen. Gerade Levamissol (Wurmmittel der Vet.med.) ist brandgefährlich . Helfen würde bzw. Behandlungskosten sparend wär nur die kontrollierte Vergabe der Droge, statt auf Ersatzmittel wie Methadon zu setzen und den Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft nicht zu verweigern. Den Lesern die wg. einer legalen Vergabe um die Jugend besorgt sind möchte ich fragen, wem vertrauen sie ehr? Den heute den Stoff verteilenden Syndikaten oder einer staatlichen Kontrollinstutition. Allerdings muss dann auch sicher gestellt sein, das Vergabezeiten und Arbeitszeiten nicht kollidieren. So wie es heute gehandhabt wird, ist ein Arbeitsleben, zumindest in einigen Regionen, für einen Süchtigen zeitl. nicht realisierbar. Da ist das stranden vor den Bahnhöfen der einzige Zeitverteib. Die derzeitige Drogenpolitik ist dchon lange gescheitert.
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