Hirn im Alter: Bewegung bremst den Schwund

Bewegung hält nicht nur die Muskeln, sondern auch das Gehirn fit. Das haben Neurologen bei Spaziergängern nachgewiesen. Zehn Kilometer pro Woche sind demnach genug, um die Schrumpfung des Gehirns entscheidend abzuschwächen.

Senioren am Strand (auf Amrum, September 2006): Hirngröße nimmt im Alter ab Zur Großansicht
DPA

Senioren am Strand (auf Amrum, September 2006): Hirngröße nimmt im Alter ab

New York - Von der heilsamen Kraft der Bewegung wissen Forscher schon seit einer Weile. Nicht nur der Köper, sondern auch der Geist profitiert demnach merkbar von physischer Aktivität. Eine neue Studie unterstreicht das: Spaziergänge bewahren nicht nur körperliche Spannkraft, sondern halten auch den Geist auf Trab.

Präziser ausgedrückt: Wer wöchentlich wenigstens zehn Kilometer zu Fuß geht, kann offenbar die Gefahr von Gedächtnisverlust im Alter verringern. Das zeigen Forscher um den Neurologen Kirk Erickson von der University of Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) in der Fachzeitschrift "Neurology".

Die Wissenschaftler hatten 299 Freiwillige - alle zunächst ohne Symptome von Demenz - über 13 Jahre begleitet. Zum Start der Studie waren die Teilnehmer im Schnitt 78 Jahre alt, von allen existierten aktuelle Aufnahmen des Gehirns. Die Senioren mussten anschließend aufschreiben, welche Entfernungen sie pro Woche zu Fuß zurücklegten.

Nach neun Jahren vermaßen die Wissenschaftler dann die Hirne ihrer noch lebenden Probanden. Rund 40 Prozent von ihnen hatten inzwischen demenz-ähnliche Probleme. Dabei zeigte sich aber, dass Spaziergänger, die eigenen Angaben nach 10 bis 16 Kilometer pro Woche unterwegs waren, mehr graue Hirnmasse bewahrt hatten als bewegungsfaulere Studienteilnehmer.

Eine Kausalität ist das zugegebenermaßen nicht. Doch Ericksons Zahlen sehen durchaus beeindruckend aus. Demnach konnten ausdauernde Spaziergänger im Vergleich zu den lauffaulen Kollegen das Risiko für schrumpfende Hirnmasse ziemlich genau halbieren.

"Die Größe des Hirns nimmt im fortgeschrittenen Alter ab. Dadurch kann es zu Gedächtnisproblemen kommen", sagt Erickson. "Wenn regelmäßiges Fitnesstraining in den mittleren Lebensjahren tatsächlich zum Erhalt der Hirnmasse, der Denkprozesse und des Gedächtnisses im späteren Alter beitragen kann, wäre das ein weiterer Grund, Menschen ein Leben lang zur regelmäßigen Bewegung anzuhalten".

Der Forscher schlägt nun weitere Untersuchungen vor, die ermitteln sollen, ob und welche Art von körperlichem Fitnesstraining geistiger Demenz und Alzheimer vorbeugen könnten.

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1. Gespräch tut Not...
Koffein, 14.10.2010
...auch für die Autoren dieses Beitrags. Dann hätten sie erkannt, dass die Überschrift und der Inhalt des Artikels nichts miteinander zu tun haben.
2. *
Bernd Kuck 14.10.2010
Zitat von Koffein...auch für die Autoren dieses Beitrags. Dann hätten sie erkannt, dass die Überschrift und der Inhalt des Artikels nichts miteinander zu tun haben.
Wo kein Gehirn ist, kann auch keins erhalten werden ;-)
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