Japan Erhöhte Radioaktivität in Tokio gemessen

In Tokio ist an einzelnen Orten stark erhöhte Radioaktivität aufgetreten. Wie ein TV-Sender berichtet, liegt die Strahlung stellenweise nur knapp unter dem Wert, ab dem das betroffene Gebiet evakuiert werden müsste. Ein Zusammenhang mit der Atomkatastrophe von Fukushima besteht laut Behörden aber nicht.

Passanten an einer Kreuzung in Tokio: Erhöhte Strahlung gemessen
dapd

Passanten an einer Kreuzung in Tokio: Erhöhte Strahlung gemessen


Tokio - In Tokio ist offenbar deutlich erhöhte Radioaktivität aufgetreten. Am Donnerstag wurden an der Gartenmauer eines Hauses im Stadtteil Setagaya bis zu 3,35 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Der Bürgermeister trat aber der Befürchtung entgegen, die Strahlung stamme aus dem 230 Kilometer entfernten Unglücks-Kraftwerk Fukushima Daiichi. Als Ursache der Strahlung in Setagaya wird eine aufgefundene Flasche vermutet. Ihr genauer Inhalt wurde nicht bekannt.

Die Nervosität in Japan wächst, zumal auch an anderen kleinen Stellen im Raum Tokio weitab der Unglücksreaktoren hohe Strahlenwerte gemessen wurden. Würde ein Mensch über ein Jahr hinweg nahe der Strahlenquelle von Setagaya acht Stunden am Tag draußen und den Rest des Tages im Haus verbringen, wäre er einer akkumulierten Dosis von 17 Millisievert ausgesetzt. Die von der Regierung erlaubte und international empfohlene Höchstgrenze beträgt 20 Millisievert.

Unterdessen entdeckten Bürger in Funabashi in Tokios Nachbarprovinz Chiba eine Strahlenmenge von 5,82 Mikrosievert am Boden eines Kinder-Freizeitparks. Dieser Wert liegt über der Dosis von 2,17 Mikrosievert, die am Vortag im Dorf Iitate in Fukushima gemessen wurde. Der Ort liegt 45 Kilometer vom Kraftwerk Fukushima entfernt und ist eine der ausgewiesenen Evakuierungsgebiete. Funabashi ist 210 Kilometer vom AKW entfernt.

Kürzlich waren in Ablagerungen auf einem Dach eines Wohngebäudes in Yokohama, rund 250 Kilometer vom AKW entfernt, ungewöhnlich hohe Mengen von radioaktivem Strontium gefunden worden. Wissenschaftler sprechen bei Strontium auch von einem "Knochenkiller". Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

Sieben Monate nach dem Unglück entweicht aus Fukushima Daiichi weiterhin Radioaktivität, allerdings erheblich weniger als zu Beginn der Katastrophe in Folge des Erdbebens und Tsunami vom 11. März. Nach offiziellen Angaben liegt die Konzentration bei 200 Millionen Becquerel pro Stunde, rund ein Viermillionstel der Menge zu Beginn der Krise.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde ein Zusammenhang zur Atomkatastrophe in Fukushima hergestellt. Inzwischen haben die örtlichen Behörden diese ursprüngliche Darstellung korrigiert.

boj/mbe/dpa



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insgesamt 224 Beiträge
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medienquadrat, 13.10.2011
1. ...
das hat jeder gewusst, dass das kommen würde. Und jeder weiß, dass es noch schlimmer kommen wird. Und das für viele hundert Jahre!
grinta, 13.10.2011
2. was solls ...
... die atomkraft ist sicher und völlig ungefährlich. ehrlich!
digitalturbulence, 13.10.2011
3. Das sind Umweltschulden ohne Schuldenschnitt
Zitat von sysopIn Tokio ist sieben Monate nach der Atomkatastrophe von Fukushima stark erhöhte Radioaktivität aufgetreten. Wie ein TV-Sender berichtet, liegt die Strahlung stellenweise nur knapp unter dem Wert, ab dem evakuiert werden muss. Die Behörden*planen die Dekontamination des Gebiets. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,791636,00.html
Das sind Umweltschulden. Nur diesmal ist kein Schuldenschnitt möglich. Die Kinder die noch nicht geboren sind werden sich eines Tages fragen was da für Spinner die AKWs gebaut haben?
gast2011 13.10.2011
4. nein nein
unsere atombefürworter sagen, atom ist ganz ungefährlich und wir haben das alles im griff. es kann nichts passieren. bei uns läuft alles viel besser. keine gefahr. alternativlos und der billigste strom überhaupt. null risiko. atom ist sauber. danke liebe atombefürworter! ihr macht dieselben fehler wie die alternativlosigkeit des brennenden hauses mit noch mehr feuer bekämpfen zu wollen oder dem bodenlosen fass eu noch mehr geld nachzuwerfen. aber wenn wunderts. es werden ja wie immer dieselben poliker von denselben lobbyisten gesteuert. alternativlos eben!
ScOuRgE_ 13.10.2011
5. Fukushima gibt's noch?
Die Medien haben hierzulande durch ihre mangelnde Berichterstattung über Fukushima der Bevölkerung suggeriert, dass schon irgendwie wieder alles im Lot sei. Dabei fängt die eigentliche Katastrophe gerade erst richtig an. 2500t Spaltmaterial aus vier havarierten Reaktoren, die kontinuierlich in die Umgebung gelangen, dichtet man nicht mal eben ab. Da können sich die Medien nicht mal mit mangelnden Kenntnissen und Naivität rechtfertigen. Das war und ist schlicht Zensur, was hier die letzten Monate betrieben wurde. Fukushima wurde einfach von der Tagesordnung gestrichen, stattdessen gab's den ganzen Tag lang schallende Euro-Krise. Wann fangen die Medien endlich mal mit einer individuellen und kontinuierlichen Berichterstattung an, statt immer nur eine Platte aufzulegen und sie dann irgendwann gegen eine andere zu tauschen?
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