Nobelpreisträger Karl Landsteiner Eine blutige Angelegenheit

A - B - 0: Von drei unterschiedlichen Blutgruppen war erstmals im Jahr 1901 die Rede - in einer Fußnote. Den Aufsatz schrieb der Österreicher Karl Landsteiner. Heute erinnert Google an den Geburtstag des Mediziners.


Das Thema Blut hatte es Karl Landsteiner schon früh angetan: Bereits während seines Medizinstudiums in Wien ging er der Frage nach, wie sich Diäten auf die Zusammensetzung des Blutes auswirken. Später studierte Landsteiner auch in Würzburg, München und Zürich Chemie. Für seine Forschung zu Blutgruppen bekam er im Jahr 1930 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen (hier finden Sie eine Liste aller Medizin-Nobelpreisträger von 1901 bis 2001).

Dass es drei verschiedene Blutgruppen geben müsse, erwähnte Landsteiner erstmals in einer Fußnote seiner Arbeit "Über Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes", die 1901 in der "Wiener Klinischen Wochenschrift" erschien.

1919 zog Landsteiner erst nach Den Haag und drei Jahre später nach New York. Dort arbeitete er am Rockefeller Institute for Medical Research. Im Blut von Rhesusaffen entdeckte er gemeinsam mit zwei Kollegen den sogenannten Rhesusfaktor. "Auf dieser Entdeckung aufbauend wurde im Jahr 1941 ein allgemein anwendbarer Test zu dessen Bestimmung entwickelt", heißt es auf der Internetseite der "Karl Landsteiner Gesellschaft".

Im Rockefeller-Institut erlitt Landsteiner 1943 einen Herzinfarkt, er starb zwei Tage später im Alter von 75 Jahren. An diesem Dienstag feiert Google allerdings mit folgendem Doodle seinen Geburtstag: Am 14. Juni wäre der berühmte Mediziner 148 Jahre alt geworden.

Google

Mehr zum Thema:

  • SPIEGEL-Artikel " Der Blutwahn " (22/13): Schon Jahre vor der Nazi-Zeit propagierten deutsche Mediziner die Reinheit des Blutes. Diese Obsession führte zu abstrusen Theorien - aber auch zu wissenschaftlichen Durchbrüchen.
  • SPIEGEL-Artikel über Landsteiners Forschung zum Erreger der Kinderlähmung (1954): " Kampf gegen Brünhild "

aar



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