Kinder und Jugendliche Verkehrsunfälle sind häufigste Todesursache

Weltweit sterben die meisten jungen Menschen bei Verkehrsunfällen und durch Selbstmord. Dies ergab eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO. In armen Ländern sind mit Abstand die meisten Todesfälle unter Kinder und Jugendlichen zu beklagen.

Busunglück in Indien (Januar 2008): "Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir dringend handeln müssen"
AFP

Busunglück in Indien (Januar 2008): "Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir dringend handeln müssen"


Genf - Verkehrsunfälle sind bei jungen Menschen zwischen zehn und 24 Jahren weltweit die häufigste Todesursache. Zehn Prozent aller Todesfälle gehen darauf zurück. Das geht aus einer Studie hervor, die die (WHO) am Freitag in Genf vorgelegt hat. Auf den weiteren Plätzen der Statistik folgen Selbstmorde (6,3 Prozent), Gewalt (6,0 Prozent) und Erkrankungen der Atemwege (5,9 Prozent).

Untersucht wurden die jährlich 2,6 Millionen Todesfälle junger Menschen, wobei sich die WHO auf eine Erhebung aus dem Jahr 2004 stützen musste. Bei rund 14 Prozent der gestorbenen jungen Männer und bei fünf Prozent der jungen Frauen waren Verkehrsunfälle die Todesursache.

Bei den Männern fallen noch Todesursachen wie Gewalt (9,2 Prozent) und Selbstmord (6,4 Prozent) ins Gewicht. Bei den jungen Frauen waren die häufigsten Todesursachen Atemwegserkrankungen (6,7 Prozent) Selbstmord (6,2 Prozent) und Aids (6,1 Prozent).

Die meisten, nämlich 97 Prozent der Todesfälle junger Menschen wurden nach diesen Daten in armen Ländern registriert, davon fast zwei Drittel in Schwarzafrika und Südostasien. Todesfälle im Straßenverkehr könnten leicht mit Geschwindigkeitsvorgaben, strikten Gesetzen zur Alkoholreduktion sowie Helm- und Gurtpflicht vermindert werden, schreiben Wissenschaftler in der Studie, die im Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht wurde.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir dringend handeln müssen", sagte Daisy Mafubelu, bei der WHO verantwortlich für den Bereich Family and Community Health. Investitionen seien nicht nur im medizinischen Bereich nötig, sondern auch in der Bildung, im Verkehr und in der Justiz. Man müsse jungen Menschen dabei helfen, riskantes Verhalten zu meiden, das tödliche Folgen haben kann.

hda/dpa



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