Gen-Analyse Mutation schützt vor gefährlichen Herzkrankheiten

Eine Genveränderung kann Menschen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Forscher wollen dieses Wissen nutzen, um neue Medikamente zu entwickeln. Sie sollen das Fett im Blut in Schach halten.

Herzinfarkt: Häufig sind verstopfte Gefäße die Ursache
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Herzinfarkt: Häufig sind verstopfte Gefäße die Ursache

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Im Schnitt sterben etwa vierzig von hundert Menschen in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit sind diese Krankheiten die häufigste Todesursache überhaupt. Meist liegen den Schäden Gefäßverkalkungen zugrunde, auch Arteriosklerose genannt. Dabei lagern sich unter anderem Blutfette an den Gefäßwänden ab und verstopfen die Adern. Eine koronare Herzkrankheit, bei der der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann, ein Schlaganfall oder Herzinfarkt können die Folge sein.

Bislang versucht man Herz-Kreislauf-Erkrankungen medizinisch vor allem mit cholesterinsenkenden Mitteln vorzubeugen, sogenannten Statinen. Allerdings ist noch nicht eindeutig nachgewiesen, dass durch die Cholesterinblocker tatsächlich das Krankheitsrisiko sinkt. Nun haben Wissenschaftler einen neuen Behandlungsansatz gefunden.

Demnach können Veränderungen in den Genen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, wie zwei Forscherteams unabhängig voneinander im "New England Journal of Medicine" berichten. Das neue Wissen wollen sie nutzen, um Medikamente zu entwickeln, die den gleichen positiven Effekt haben, wie die Genmutationen.

Keine Chance dem Fett

Ansatzpunkt sind die Blutfettwerte, genau gesagt die Menge der Triglyceride im Blut. Triglyceride sind wichtige Energiespeicher des Körpers. Gelangen jedoch dauerhaft zu viele von ihnen ins Blut, etwa durch zuckerreiche Ernährung oder viel Alkohol, können auch sie Gefäße beschädigen.

Offenbar ist dieses Risiko bei einigen Menschen jedoch deutlich niedriger als bei anderen. Der Grund: Sekar Kathiresan vom Massachusetts General Hospital und Kollegen entdeckten bei einer Genanalyse vier Mutationen auf einem Gen, die bei Besitzern mindestens einer dieser Veränderungen für einen dauerhaft niedrigen Triglyceridspiegel sorgen.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler Gene von knapp 4000 Personen. Im Schnitt sei die Konzentration der Blutfette bei den Trägern der Genveränderung 39 Prozent niedriger gewesen als bei Probanden ohne eine der Mutationen. Als normal gilt ein Triglyceridwert von unter 150 Milligramm pro Deziliter Blut. Bei Personen mit Genveränderung lag der Wert noch deutlich darunter bei etwa 85.

Das wirkte sich auch auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems aus: Das Risiko an der Koronaren Herzkrankheit zu erkranken, der häufigsten Herzkrankheit, sank um bis zu 40 Prozent.

Folgen der Mutation künstlich erzeugen

Eine zweite Studie bestätigte die Erkenntnisse. Anders Berg Jørgensen von der Universität Kopenhagen und Kollegen hatten Daten von 75.700 Patienten aus zwei großen Bevölkerungsstudien in Dänemark analysiert. Die Studienteilnehmer waren 1976 und 1978 erstmals untersucht und ihr Gesundheitsstatus bis 2001 und 2003 immer wieder erfasst worden. Unter den Probanden mit Genmutation war die Wahrscheinlichkeit, eine Minderdurchblutung der Gefäße zu bekommen um 41 Prozent verringert, das Risiko einer Koronaren Herzkrankheit lag 36 Prozent niedriger.

Allerdings sind die nützlichen Mutationen selten. Unter 150 Menschen besitzt ungefähr einer mindestens eine der Genveränderungen. Trotzdem haben die Forscher die Hoffnung, dass ihre Erkenntnisse zahlreichen Menschen helfen können. Durch drei der vier entdeckten Mutationen verliert das Gen, auf dem sie sich befinden, seine Funktion vollständig. Die Wissenschaftler wollen nun nach einem Medikament suchen, das die gleiche Wirkung hat. Es soll das Gen abschalten, etwa indem es Zellen daran hindert, die Geninformationen abzulesen, und dadurch den Abbau von Triglyceriden im Blut fördern.

Wie viele Menschen dadurch vor Herz-Kreislauferkrankungen geschützt werden könnten, ist allerdings nicht ganz klar. In den USA hätten im Schnitt 20 von 100 Menschen erhöhte Triglyceridwerte von über 200 Milligramm pro Deziliter, berichtet die New York Times unter Berufung auf Experten. Bei zwei bis drei Prozent liege der Wert sogar über 500.

Als Nächstes müsse erforscht werden, wie genau die Mutationen überhaupt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, schreiben Kathiresan und Kollegen. Bis das geklärt ist bleibt zur Vorbeugung vor allem eines: Gesunde Ernährung und vor allem regelmäßige Bewegung können das Risiko für Herzkrankheiten von vornherein deutlich reduzieren.

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insgesamt 8 Beiträge
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Spiegelleserin57 20.06.2014
1. Weizenmehl
mittlerweile weiß man auch das Weizenmehl besonders dazu beiträgt dass sich Plaques an den Gefäßwänden bilden. Außerdem steht am Ende eines Lebens natürlich immer das Herzversagen und damit verbunden vorher auch die Herzerkrankung oder besser gesagt einfach Altersschwäche die natürlich von den Mediziner als Krankheit gesehen wird. Die Fastfood-Ernährung trägt sehr stark dazu bei dass es zu Herzproblemen kommt und auch das oft schlechte Kantinenessen. Selbst Krankenhäuser denken oft nicht an die Bedeutung von gutem Essen für die Patienten wie man z.B. bei Kliniksbewertungen. de deutlich erkennen kann. Was nutzt die Forschung wenn die Umsetzung im Alltag fehlt, auch auf Grund der fehlenden Voraussetzungen! Arbeitnehmer können nicht immer gutes Essen wählen sondern sind auf Grund der knappen Pausen auf das angebotene Essen angewiesen.
sonicmiles 20.06.2014
2. Frage
Ist es wirklich so, dass Zucker und Alkohol die Triglyceride treibt? Ist es nicht eher so, dass es ein Uebermass an tierischen Fetten (vorwiegend rotes Fleisch...) die Verkalkung vorantreibt? Seit dem ich jedenfalls die allgegenwärtigen Bratwürste und Burger weglasse fühle ich mich als hätte ich doch noch ein paar Jahre mehr zu leben...
geneticresearch 20.06.2014
3. Kantinen/Krankenhaus Essen schlecht, nein
Auf Bewertungen von Essen aus Krankenhaus u. Kantine kann kein Wert gelegt werden da psychische Verfassung und die Standard Nahrung des Bewertenden eine große Rolle spielt. Es ist allgemein bekannt das oft nicht das gemocht wird was gut für einen ist. Beispiel es gibt keine Pommes u.Burger mit Cola sonder Fisch mit Mischgemüse u. Pasta oder Eintopf. Ich mag das nicht.
aufmerksamer_fremder 21.06.2014
4.
Warum muss für jeden Scheiß gleich ein Medikament entwickelt werden ? Und wem steht denn dieses wieder zur Verfügung ? Ein gesundes Maß an Wissen über den eignen Körper würde den meisten viel mehr bringen als sich mit Medics vollzupumpen. Hinzu kommt noch Gene hin oder her, sei es bei der Lebensmittelproduktion oder in der Medizin, wir als Menschen haben doch grade mal 5% an Wissen wie die ganzen Regelmechnismen arbeiten und welche Wechselwirkungen sie alle auf einander haben. Es bleibt dabei: DU BIST WAS DU ISST Wenn die Lebensmittel schon kein Leben mehr enthalten, dann bleibt für den Menschen auch nicht mehr viel übrig um Lebendigkeit zu entwickeln.
tarius 21.06.2014
5. unser täglich bla bla
An die Ratgeber in diesem Expertenforum: Mit solchem Ernährungsvoodoo kann man sich zwar prima selbst belügen, nicht wahr? Es ist jedoch keine Therapie gegen eine riskante Lebensführung bestehend aus zuviel Nahrung und zuwenig Bewegung. wenn man sportlich bleibt sich massvoll ernährt noch dazu nicht einseitig dann ist es auch egal was man isst. Es stellt sich nur bei vielen irgendwann eine Trägheit ein und eine Lust zur Völlerei und das ist dann meistens der Anfang vom Ende. Oder kennt jemand einen richtig dicken und alten Menschen? P.S.Mischgemüse schmeckt auch meistens furchtbar also ehrlich wer isst sowas? am besten noch mit Karrotten *würg* und diese ganzen zerkochten Fische naja hmmm das ja wohl kein Ersatz für gegrilltes Fleisch oder? Es ist eben auch eine Frage wie etwas zubereitet wird, also Masse statt Klasse ist in einer Kantine der Weg den man dort gerne beschreitet aber es ist heutzutage verfehlte Ernährung.
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