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Faszinierendes Video: Wie Killerzellen Krebs töten

Angriff: Killerzellen (orangefarben und grün) töten Krebszellen gezielt ab Zur Großansicht
Gillian Griffiths/ Jonny Settle

Angriff: Killerzellen (orangefarben und grün) töten Krebszellen gezielt ab

Sie sind die Serienmörder unseres Körpers: Killerzellen wählen Krankheitserreger und mutierte Zellen gezielt aus und töten sie unaufhaltsam. Wie die Gefechte ablaufen, zeigt ein eindrucksvolles Video.

Im menschlichen Körper lebt eine Armada aggressiver Zellen, die uns vor Krankheiten schützen sollen. Einige von ihnen können sogar Krebszellen zerstören. Forscher haben die Kämpfer nun direkt im Gefecht gefilmt.

"In uns allen lauert eine Armee von Serienkillern, deren wichtigste Funktion es ist, zu töten und wieder zu töten", erklärt Gillian Griffiths von der University of Cambridge, die die Aufnahmen gemeinsam mit Kollegen gemacht hat. "Die Zellen patrouillieren in unserem Körper, identifizieren und zerstören von Viren befallene Zellen oder Krebszellen, und sie tun das mit bemerkenswerter Präzision und Effizienz."

Gezielter Giftangriff

Die 3D-Aufnahmen zeigen, wie T-Killerzellen (orangefarben oder grün), die zu unseren weißen Blutkörperchen gehören, mutierte Zellen (blau) aufspüren, sich anheften und ihre Beute mit einem giftigen Proteincocktail (rot) erledigen.

Um die richtigen Zellen zu finden, tastet die hochspezialisierte Abwehr ihr Ziel zunächst nach Erkennungsmerkmalen ab. Strukturen auf der Oberfläche verraten den Killerzellen, wann sie am Ziel sind. Dann binden sie an die Krebszelle und geben ihr Gift zunächst in den Raum zwischen ihrer eigenen und der fremden Zellhülle ab, berichten Gillian Griffiths und Kollegen im Fachmagazin "Immunity". Schließlich durchstößt die Killerzelle die Hülle der Krebszelle, das Gift dringt ein und entfaltet seine Wirkung.

"In unserem Körper, wo Zellen dicht an dicht sitzen, ist es überlebenswichtig, dass die Killerzellen ihren tödlichen Schlag exakt auf ihr Ziel richten, sonst würden sie Kollateralschäden an benachbarten, gesunden Zellen verursachen", so Griffiths. Sobald die Giftstoffe injiziert sind, sei das Schicksal der Angegriffenen besiegelt. "Man kann sehen, wie die Krebszellen schrumpfen und absterben."

Suche nach einer Krebsimpfung

Seit einiger Zeit versuchen Forscher Killerzellen und andere Immunzellen im Blut gezielt einzusetzen, um Krebs zu behandeln. Genug von ihnen gibt es in unserem Körper: Allein in einem Teelöffel Blut leben etwa fünf Millionen Killerzellen. Das Problem: Jede Abwehrzelle richtet sich nur gegen einen Krankheitserreger oder eine Form entarteter Zellen.

Unser Körper stellt Killerzellen nach Bedarf her. Ist er von bösartigen Krebszellen befallen, gelingt das allerdings nicht in ausreichenden Mengen. Und manche Krebszellen entwickeln Strategien, sich vor den Killerzellen zu tarnen.

Wissenschaftler arbeiten deshalb an Impfstoffen, die die Produktion von Immunzellen anregen, die Krebszellen eines bestimmten Patienten attackieren. Anfang April berichteten Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis im Fachmagazin "Science" von einer kleinen Studie mit drei Hautkrebspatienten, bei denen eine solche Impfung offenbar angeschlagen hatte.

Um die Eigenschaften der Krebszellen zu ermitteln und Angriffspunkte für die Killerzellen zu finden, hatten die Forscher Krebsgewebeproben der Patienten genetisch untersucht und so den Impfstoff kreiert. Ob sich der Krebs mit der Impfung heilen lässt, ist allerdings offen. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns", berichten die Wissenschaftler. Dazu gehört auch, die Vorgehensweise der Killerzellen besser zu verstehen.

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Wäre schön ...
to78ha 20.05.2015
wenn es wirklich gelänge eine Impfung zu entwickeln. Angeblich ist es Dresdner Gorschern Forschern bon der Uniklinik auch gelungen. Der Pharmaindustrie wird das natürlich ein Dorn im Auge sein. Kann man nur hoffen das sowas nich wie schon so viele andere Inovationen einfach tot gemacht wird.
2. Richtig, aber T-Killer können nur arbeiten wenn NFkB nicht aktiv ist
isp 20.05.2015
T-Killer Zellen lösen über den Todesrezeptor (den gibt es wirklich) Apoptose (Zelltod) in infizierten Zellen aus. Das ist zwar alt, aber schön, dass es einen Film dazu gibt. Allerdings können die Killer nicht arbeiten, wenn die Zelle durch Anti-Apoptose-Faktoren dagegen arbeitet. Und genau das bewirkt der Transkriptionsfaktor NF-kB. Er erzeugt Anti-Apoptose-Faktoren und hebelt so das Immunsystem und den Krebsschutz aus. NF-kB wird durch freie Radikale (ROS) und einige Infektionen (z.B.HPV) aktiviert. Es gibt viele Mittel die dagegen arbeiten: NF-kB-Hemmer. Einige davon sind schon als Antikrebsmittel bewiesen: Tocotrienole, Curcumin, EGCG, Allicin, ... Ich finde das sollte man dazu sagen, wenn man von den T-Killern spricht. NFkB ist zu beachten, sonst funktionieren sie nicht.
3. HighTec vs. Gebirgsquellwasser
AllesKlar2014 20.05.2015
diese Berichte lesen sich immer wie Science Fiction und wir stehen kurz vor der medizinischen Unsterblichkeit. Tatsache ist, dass es seit Jahrzehnte kaum dsbzgl. medizinischen Fortschritte gibt. Die Erfindung des Kühlschrankes hat mehr lebensverlängernde Jahre eingebracht als das ganze Pharma-zeug. Da sich Krebszellen nur in einem sauren Milleu entwickeln - hier eine ganz einfache lebensverlängernde Massnahme: basisches Hochgebirgs-Quellwassser trinken. Ansonsten: zu Nebenwirkungen immer erst einen Arzt o.ä. fragen.
4.
Psycha 20.05.2015
Zitat von to78hawenn es wirklich gelänge eine Impfung zu entwickeln. Angeblich ist es Dresdner Gorschern Forschern bon der Uniklinik auch gelungen. Der Pharmaindustrie wird das natürlich ein Dorn im Auge sein. Kann man nur hoffen das sowas nich wie schon so viele andere Inovationen einfach tot gemacht wird.
Warum sollte das der Pharmaindustrie ein Dorn im Auge sein? Die kauft das Patent und verdient sich doof und damlich daran. Meiner Meinung wäre der richtige Ansatz, zu forschen, warum die Killerzellen nicht den Tumor angreifen, wenn er noch ganz klein ist, wie es ja normalerweise täglich x-Mal passiert. Fehlt da irgendein Stoff in der Nahrung oder ist einer oder mehrere zuviel? Ich denke an Konservierungsstoffe und was sonst noch alles den modernen, industriell bearbeitenden Nahrungsmitteln zugesetzt wird oder an einen Stoff, der sich in der Umwelt befindet. Impfungen sind, damit sie wirken, Substanzen zugesetzt, die alles andere als "bekömmlich" für den Organismus sind und schätzungsweise wieder andere Krankheiten verursachen. Also warum bloss?
5. Seit Jahrzehnten
PerIngwar 20.05.2015
Zitat von to78hawenn es wirklich gelänge eine Impfung zu entwickeln. Angeblich ist es Dresdner Gorschern Forschern bon der Uniklinik auch gelungen. Der Pharmaindustrie wird das natürlich ein Dorn im Auge sein. Kann man nur hoffen das sowas nich wie schon so viele andere Inovationen einfach tot gemacht wird.
Tatsächlich arbeitet die Industrie seit Jahrzehnten an der Tumorvakzinierung - die Erfolge sind höchst bescheiden, am aussichtsreichsten schien eine Entwicklung gegen das Nierenzellkarzinom zu sein - war letztendlich aber auch nicht erfolgreich. Wie in fast allen vergleichbaren Fällen ist der Artikel von bescheidenem Informationsgehalt - aber irreführend. Solche Filmchen helfen absolut niemandem.
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