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Lebenserwartung: Warum Männer früher sterben

Frauen leben im Schnitt länger als Männer. Warum? Anhand von Daten aus 30 europäischen Ländern haben Forscher jetzt beziffert, welchen Anteil Zigaretten und Alkohol an diesem Geschlechterunterschied haben.

Zigarette: Dass mehr Männer rauchen, schlägt sich in der Lebenserwartung nieder Zur Großansicht
DPA

Zigarette: Dass mehr Männer rauchen, schlägt sich in der Lebenserwartung nieder

Frauen leben im Schnitt länger als Männer. Ein in Deutschland gerade geborener Junge hat nach Angaben des Statistischen Bundesamts eine Lebenserwartung von 77 Jahre und 4 Monaten, ein Mädchen hat dagegen 82 Jahre und sechs Monate vor sich. Wie lässt sich dieser Unterschied erklären? Ist es pure Biologie, die Frauen im Schnitt ein paar Jahre länger leben lässt? Oder erklären verschiedene Verhaltensweisen die Differenz?

Forscher aus Glasgow und London wollten beziffern, wie stark Zigaretten- und Alkoholkonsum dies beeinflussen. Sie analysierten dafür die Todesursachen der Menschen aus 30 europäischen Ländern, darunter auch Deutschland. Die Daten stammten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Rauchen kann neben Krebs in den Atemwegsorganen auch bestimmte Herz-, Gefäß- und Lungenerkrankungen auslösen. Auf erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen sind unter anderem Lebererkrankungen sowie ein Krebs der Speiseröhre.

Das Rauchen erklärt demnach 40 bis 60 Prozent der Differenz in der jährlichen Zahl der Todesfälle von Männern und Frauen, schreiben Gerry McCartney und Kollegen im Fachblatt "Tobacco Control". Durch den Alkoholkonsum lassen sich in Osteuropa 20 bis 30, in den restlichen Ländern 10 bis 20 Prozent erklären.

Deutschland im Mittelfeld

Dabei entdeckten die Forscher große Unterschiede in den einzelnen Staaten. In Island war die Differenz zwischen Männern und Frauen am geringsten, auch in Schweden, Griechenland, Zypern und Großbritannien fiel der Unterschied gering aus. In Osteuropa war er dagegen besonders ausgeprägt - und am höchsten in der Ukraine. Deutschland lag im Mittelfeld.

Hierzulande sind die Unterschiede rund zur Hälfte auf Zigaretten- und zu einem Fünftel auf Alkoholkonsum zurückführen.

Die Wissenschaftler folgern, dass veränderte Gewohnheiten in Bezug auf das Rauchen langfristig dazu führen können, dass sich die Lebenserwartung der Geschlechter angleicht. Die Autoren geben zu bedenken, dass in der Studie Ungenauigkeiten aufgetreten sein könnten, beispielsweise bei Krankheiten, die sowohl durch Rauchen als auch durch Alkohol verursacht werden. Darüber hinaus könne es Unterschiede bei der Verschlüsselung der Daten in den einzelnen Ländern geben. Die WHO-Daten stammen aus den Jahren 2003 bis 2006, mit einem Schwerpunkt auf 2005.

wbr/dpa

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insgesamt 69 Beiträge
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    Seite 1    
1. Lebensqualität
lemming51 18.01.2011
77 und ein paar Zerquetschte sind völlig ok, Tabak hin, Bierchen her. Wenn ich, (59), mir anschaue, was weltweit so alles auf die Menschheit zukommt, lasse ich es mir die nächsten 18 Jahre noch gut gehen, so der HERR und die Umstände mich lassen. Und nach mir die Sintflut.........
2. Stress als Risikofaktor mit ausschlaggebend
zoon.politicon 18.01.2011
Auch auf Grund meiner beruflichen Erfahrung meine ich, daß die unterschiedliche Stress-Belastung und Stress-Verarbeitung einen großen Anteil an der unterschiedlichen Lebenserwartung von Frauen und Männern haben dürfte. Problem dabei: Es ist sehr schwierig, "Stress" sowie "individuelle Stressverarbeitung zu messen und die Interpretation, was "Stress" ist, und was nicht, ist zusätzlich "ideologisch überwölbt".
3. Schade ums Geld!
Spiegelfreund 18.01.2011
Wieder so eine überflüssige Studie. Zuweilen erhält man den Eindruck, zu 99% werde Geld für die Erkenntnis von Binsenweisheiten oder den Erhalt gewünschter Ergebnisse unter Inkaufnahme methodischer Fehler ausgegeben. Wenn 70% (laut Bericht Hälfte plus ein Fünftel) auf Tabak- und Alkoholeinfluss zurückzuführen sind, bleibt der Rest für tendenziell schlechtere Ernährung, mehr Arbeitsstress durch alte Rollenmodelle, stärkere Risikoneigung, mehr Suizide, biologische Unterschiede, etc. etc. Diesen Quatsch glaubt doch niemand! Die Differenz der unterschiedlichen Lebenserwartung schliesst sich seitdem Frauen verstärkt ins Berufsleben eintreten. Und nicht, weil die nun auch mehr saufen.
4. ...
Celegorm 18.01.2011
Zitat von SpiegelfreundWieder so eine überflüssige Studie. Zuweilen erhält man den Eindruck, zu 99% werde Geld für die Erkenntnis von Binsenweisheiten oder den Erhalt gewünschter Ergebnisse unter Inkaufnahme methodischer Fehler ausgegeben. Wenn 70% (laut Bericht Hälfte plus ein Fünftel) auf Tabak- und Alkoholeinfluss zurückzuführen sind, bleibt der Rest für tendenziell schlechtere Ernährung, mehr Arbeitsstress durch alte Rollenmodelle, stärkere Risikoneigung, mehr Suizide, biologische Unterschiede, etc. etc. Diesen Quatsch glaubt doch niemand! Die Differenz der unterschiedlichen Lebenserwartung schliesst sich seitdem Frauen verstärkt ins Berufsleben eintreten. Und nicht, weil die nun auch mehr saufen.
Vielleicht kommt das eine ja mit dem anderen. Was erklären könnte, weshalb sich in der Frage kaum zu entwirrende Korrelationen finden lassen..;)
5.
a1001 18.01.2011
Zitat von SpiegelfreundWieder so eine überflüssige Studie. Zuweilen erhält man den Eindruck, zu 99% werde Geld für die Erkenntnis von Binsenweisheiten oder den Erhalt gewünschter Ergebnisse unter Inkaufnahme methodischer Fehler ausgegeben. Wenn 70% (laut Bericht Hälfte plus ein Fünftel) auf Tabak- und Alkoholeinfluss zurückzuführen sind, bleibt der Rest für tendenziell schlechtere Ernährung, mehr Arbeitsstress durch alte Rollenmodelle, stärkere Risikoneigung, mehr Suizide, biologische Unterschiede, etc. etc. Diesen Quatsch glaubt doch niemand! Die Differenz der unterschiedlichen Lebenserwartung schliesst sich seitdem Frauen verstärkt ins Berufsleben eintreten. Und nicht, weil die nun auch mehr saufen.
Ganz ehrlich, welchen Beruf üben Sie aus? Geht man einer Binsenweisheit nicht auf den Grund, bleibt es eine Binsenweisheit. Sollen wir einfach mal davon ausgehen, dass alle Binsenweisheiten korrekt sind? Opa/Oma lügt ja nicht! Hier haben Leute einen Datensatz ausgewertet und sind sogar so nett, noch den Fehler mit anzugeben. Aber das ist natürlich Quatsch, da Sie die Lösung ja schon kennen. Ich möchte hier nicht in Abrede stellen, dass viele Studien nur durchgeführt (veröffentlicht!) werden, um bestimmte gesellschaftliche/politische/wirtschaftliche/... Ziele zu unterstützen. Aber einer wissenschaftlich korrekt durchgeführten Studie vertraue ich doch eher als einer Binsenweisheit.
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