Lebensmittel-Rückruf: Bei Gegenproben keine Keime in Mettwurst gefunden

Nach dem Rückruf zweier Sorten Schinkenzwiebel-Mettwurst, bei denen ein bedenklicher Keim gefunden wurde, gibt der Hersteller erste Entwarnung: Bei drei Gegenproben seien keine Keime nachgewiesen worden. Die Wurst ist bundesweit in Penny- und Rewe-Märkten zu kaufen.

Kiel - Bei Gegenproben zweier Wurstsorten, die am Freitag wegen Verunreinigung mit Darmbakterien zurückgerufen wurden, sind keine Keime gefunden worden. Das teilte die Herstellerfirma Wilhelm Brandenburg mit. Zuvor hatte das Unternehmen laut dem Landwirtschaftsministerium in Kiel dringend vom Verzehr der Produkte abgeraten, weil bei einer Kontrolle in Hamburg das Darmbakterium Escherichia Coli nachgewiesen worden war. Die beiden Wurstsorten sind bundesweit in Penny- und Rewe-Märkten erhältlich gewesen, wurde inzwischen aber aus dem Verkauf genommen.

Konkret sind die "Timmendorfer Schinkenzwiebel-Mettwurst" (2x100g) und die "Meisterklasse Schinkenzwiebel-Wurst" (200g) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 9.3.2012 bis 12.3.2012 von der Rückrufaktion betroffen. Wer bereits entsprechende Wurst gekauft hat, kann sie zurückgeben und bekommt den Kaufpreis erstattet.

Zwischenzeitlich hatte die Sorge bestanden, dass es einen Zusammenhang mit den Ehec-Fällen in Hamburg und Schleswig-Holstein bestehen könnte. "Mittlerweile liegen uns drei Gegenproben der Produkte vor, zwei Eigenproben sowie eine amtliche Gegenprobe. Alle drei sind negativ, das heißt frei von Beanstandungen", teilte der Sprecher der Herstellerfirma, Andreas Krämer, mit. Nun müsse der ganze Sachverhalt aufgeklärt werden, und es müssten die Ergebnisse der verschiedenen Proben abgeglichen werden.

Bereits vor der Entwarnung durch den Hersteller hatte die Gesundheitsbehörde Hamburg betont , die Wurst sei nicht in Zusammenhang mit den Ehec-Fällen, sondern bei einer routinemäßigen Kontrolle aufgefallen. Nun laufe die Auswertung. Bisher lasse sich keine Verbindung herstellen. Bei der Kontrolle waren in einer Probe Darmbakterien nachgewiesen wurden, die sogenannte Shiga-Toxine (STEC) produzieren.

2011 waren in Deutschland 53 Menschen an Ehec und der schweren Verlaufsform HUS gestorben. Erst Anfang Februar starb in Hamburg eine sechsjährige Grundschülerin an den Folgen einer Ehec-Erkrankung, weitere Infizierungen wurden bekannt - zuletzt erkrankten laut den Behörden in Hamburg ein elfjähriger Junge und ein dreijähriges Kindergartenkind.

boj/dapd/dpa

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1. der Hersteller selber
earl grey 02.03.2012
Zitat von sysopBehörden warnen vor dem Verzehr zweier Sorten Schinkenzwiebel-Mettwurst, in denen in Hamburg ein bedenklicher Keim nachgewiesen wurde. Der Hersteller beliefert Penny und Rewe bundesweit. Ein Zusammenhang mit Ehec werde geprüft. Lebensmittel-Rückruf: Darmbakterium in Mettwurst nachgewiesen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,818991,00.html)
Wenn ich das richtig verstanden habe, hat der Hersteller selber die Keime entdeckt und die Öffentlichkeit sofort gewarnt - das verdient dann schon Respekt.
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