Leishmaniose-Gefahr Sandmücken erstmals in Hessen entdeckt

Der Klimawandel verändert Lebensräume - und kann damit auch die Gesundheit von Deutschen bedrohen. Forscher haben jetzt Sandmücken, potenzielle Überträger der gefährlichen Leishmaniose, in Hessen gefunden - so weit nördlich wie nie zuvor.

Sandfliege: Der potenzielle Überträger der Infektionserkrankung Leishmaniose dringt weiter nach Norden vor
DPA

Sandfliege: Der potenzielle Überträger der Infektionserkrankung Leishmaniose dringt weiter nach Norden vor


Frankfurt am Main - Sandmücken dringen weiter nach Norden vor. "Wir haben nun erstmals eine Sandmücken-Art innerhalb Hessens entdeckt", erklärte Sven Klimpel vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) am Montag. Noch nie sei diese Art so weit nördlich gefunden worden. Sandmücken gelten als potenzielle Überträger der gefährlichen Krankheit Leishmaniose.

"Es handelt sich um die Sandmücken-Art Phlebotomus mascittii", sagte Klimpel. Das Tier wurde demnach bei einem bundesweiten Mückenmonitoring nahe Gießen rund 500 Meter entfernt von bewohnten Häusern gefunden. Es sei zwar noch nicht eindeutig bewiesen, dass die Art Infektionskrankheiten übertrage. "Aber die Vermutung liegt nahe, dass sie es kann", so Klimpel.

Leishmaniose ist in den Tropen verbreitet, kommt aber auch im Mittelmeerraum vor. Wegen der Ausbreitung der Sandmücken nach Norden gibt es inzwischen auch in Deutschland Fälle bei Tieren und vereinzelt auch bei Menschen. Die Erkrankung wird von Einzellern (Protozoa) verursacht und kann über den Speichel blutsaugender Insekten übertragen werden. Die Erreger können Hautgeschwüre verursachen, den Nasen-Rachenbereich befallen oder schwere Leber-, Milz- oder Knochenmarksschäden verursachen.

Das BiK-F gehört zu der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Frankfurter Goethe-Universität.

mbe/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
barlog 04.08.2014
1.
Verzeihung, die Artbezeichnung dieses Tierchens ist in der Überschrift und im Artikel (5x) falsch geschrieben, lediglich bei der Bildunterschrift hat der fleissige Lektor aufgepasst.
Layer_8 04.08.2014
2. Sandflies
Zitat von sysopDPADer Klimawandel verändert Lebensräume - und kann damit auch die Gesundheit von Deutschen bedrohen. Forscher haben jetzt Sandmücken, potenzielle Überträger der gefährlichen Leishmaniose, in Hessen gefunden - so weit nördlich wie nie zuvor. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/leishmaniose-gefahr-sandmuecken-erstmals-in-hessen-entdeckt-a-984380.html
Ist ja fast schon wie in Neuseeland hier. Nur bei denen gabs wohl schon immer Sandfliegen, jedoch ist mir nicht bekannt, dass Leishmaniose dort ein großes Problem darstellt....
maxderzweite 04.08.2014
3. Ohh,
der erste Kommentar erfreut mich: "Entschuldigung sie haben mehre Kommas vergessen". "Das heißt Kommata".
räbbi 04.08.2014
4.
Wenn ich recht erinnere, ist in Frankfurt doch dieser kleiner unbedeutender Regionalflughafen, oder? Stellt sich mir als Laie die Frage, ob die Tierchen per Anhalter mit dem Flieger kamen und sich das nach dem ersten harten Winter wieder erledigt, oder ob sie sich hier dauerhaft einrichten. Aber gut, kommt vom Klima-Forschungssenztum. Wenn ich nur einen Hammer habe, sieht erstmal alles aus wie ein Nagel.
wonder2009 04.08.2014
5. Bei Wikipedia
werden die Tierchen auch Sandmücken genannt . In dem dortigen Artikel steht sich ,das obige Art seit 1999 in Deutschland (Baden Würzemberg ) nachgewiesen wurde. Also seit 15 Jahren . Meines Wissens ohne Zunahme von Leishmaniose im von der Mücke besiedeltem Gebiet. Es besteht also noch Grund zur Hoffnung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.