Lernen So merken Sie sich alles

Vokabeln, Namen, Fakten - wie kann man sich besser erinnern? In diesem Training lernen Sie eine Merktechnik, mit der Sie Wissen in ihrem Gedächtnis verankern.

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SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE helfen Ihnen dabei, biologisch und psychologisch jung zu bleiben - jeden Freitag gibt es eine neue Aufgabe.

Vokabellisten, die wichtigsten Namen von Kollegen, Jahreszahlen zu historischen Ereignissen - viele Menschen empfinden es als Herausforderung, sich all das zu merken. Dabei sind sich Gedächtnisexperten sicher, dass beim Merken von Fakten, Namen und Zahlen tatsächlich vor allem die Technik zählt.

Gedächtnistechniken verankern Fakten im Gehirn - nutzen wir sie nicht, schrumpft der Anteil der "verankerten" Vokabeln oder Fakten schnell wieder. In dieser Woche bekommen Sie deshalb unabhängig von Ihrem jeweiligen Lernvorhaben zwei kleine Merkaufgaben - und eine Technik, wie Sie sich die Sachen besser merken können.

Der Trick bei allen Merktechniken ist, dass Fakten mit Bildern verknüpft werden - und zwar zum Teil mit ziemlich absurden Bildern. Die simpelste aller bildlichen und sinnlichen Merktechniken ist die Eselsbrücke. Jeder weiß, dass es sie gibt, aber viele wenden sie nicht an. Deshalb gibt es in dieser Woche zwei einfache Aufgaben zu Eselsbrücke. Suchen Sie sich die aus, die gerade besser zu Ihren eigenen Lernvorhaben passt.

Vokabeln lernen

Nehmen Sie eine kleine Vokabelliste von etwa 15 bis 20 Begriffen (zum Beispiel am Ende einer Lektion oder eine persönliche Liste von Wörtern, die Sie sich in einer Fremdsprache partout nicht merken können). Und nun versuchen Sie, zu wirklich jedem Wort eine Eselsbrücke zu bilden.

Wie das geht? Nehmen Sie das fremdsprachige Wort, beispielsweise das italienische Wort "Camicia" (Hemd). Übersetzen Sie dieses Wort nun in deutsche Wörter, die diesem Wort ähneln (zum Beispiel Kamikaze), und verbinden Sie das dann in einem Bild mit dem Ursprungswort: Man könnte sich etwa einen Kamikaze-Flieger mit zerrissenem Hemd vorstellen.

Dieses Vorgehen wirkt albern, vor allem, wenn die Eselsbrücke nicht aus dem persönlichen Assoziationsschatz stammt. Der Gedächtnistrainer Peter Kürsteiner, von dem auch dieses Beispiel stammt, hat in Seminaren festgestellt, dass sich Teilnehmer mit den albernen Eselsbrücken an einem Wochenende zum Teil Hunderte von Vokabeln langfristig merken können.

Die anfängliche Mehrarbeit des Ausdenkens lohnt sich also. Wichtig: Üben Sie in dieser Woche nur diese eine Liste mit Eselsbrücken-Vokabeln. An drei aufeinanderfolgenden Tagen. Und dann prüfen Sie sich am Ende der Woche noch einmal: Was haben Sie behalten?

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Namen merken

Es gibt Menschen, denen fällt es besonders schwer, sich Namen zu merken. Oft finden sie das in sozialen Situationen peinlich - auch wenn sich die allermeisten Leute Eselsbrücken machen müssen, um sich Namen zu merken.

Probieren Sie es aus: Versuchen Sie, sich in dieser Woche etwa zehn Namen zu merken, die Sie hören, entweder im Job, im Kontakt mit Bekannten, auf Kundenhotlines oder einfach in Zeitungs- oder Fernsehberichten. Verknüpfen Sie wiederum Bilder und Namen auf emotionale, bildhafte Art im Stil der Eselsbrücke.

Beispiel: Sie möchten sich den Namen von Elfie Gassner merken? Suchen Sie nach einem Bild, das diesem Namen nahekommt. Zum Beispiel eine Elfe, die eine Gasse entlang fliegt. Falls Ihnen dieses Bild zusagt, stellen Sie es sich vor Ihrem inneren Auge vor, wenn Sie an Elfie Gassner denken.

Oder Sie wollen sich den Namen Sandra Schuhmacher merken? Stellen Sie sich eine Schuhmacherin vor, die mit einem Hammer auf Sand klopft. Auch hier sind die für Sie selbst stimmigen Assoziationen, die Sie vielleicht auch witzig oder eklig finden, die besten.

So genannte Mnemotechniken sind eine Wissenschaft für sich: Wenn Sie in dieser Woche merken, dass Sie Freude daran haben und sich weiter damit beschäftigen wollen, empfehlen wir Ihnen das Buch von Peter Kürsteiner: "Gedächtnistraining".

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insgesamt 6 Beiträge
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newline 06.10.2017
1. Die für mich
beste Methode für das Vokabel lernen ist der Vokabelkasten. Worte kommen auf eine Karteikarte, z.*B. Vorderseite Auto, Rückseite car. Gekonnte Karten werden ein Fach weiter gesteckt, nicht gewusste auf den Anfang zurück.
banalitäter 06.10.2017
2. zu " Vokabelkasten "
Das Beste wäre , beide Verfahren zu kombinieren .
allessuper 06.10.2017
3. Vokabelkasten ist naheliegend
insbesondere wenn man ein klares, kleines Ziel vor Augen hat. Wer aber wirklich lernt zu lernen wird schnell merken, dass die hier beschriebene Methode viel weiter führt, da sie den Verbindungen unseres Gehirns am ehesten ähnelt. Das führt dann eher zu exponentiell größeren Ergebnissen.
tomhueskens 07.10.2017
4. Wo habt ihr DAS denn ausgegraben.. ?
Uralter Hut ;-) Diese Methode habe ich schon vor 25 Jahren während des Studiums ausprobiert. Funktioniert zwar, hat aber Schwächen und erfordert teilweise aufwendiges Auswendiglernen. Wenn man sich z.B. mit dieser, assoziativ genannten, Methode Zahlen merken will, muß man vorher für jede Zahl, etwa von 0 bis 100, ein feststehendes Bild auswendig lernen. "Sitzen" diese 100 Bilder, kann man tatsächlich mit etwas Übung gigantische Zahlenketten sich in Minuten dauerhaft merken. Das ganze erfordert viel Übung, und wer Probleme mit dem Ultrakurzzeitgedächtnis hat, also der Fähigkeit Dinge quasi automatisch für kurze Zeit aufzunehmen (das Problem habe ich seit Jahren), wird mit der Assoziativmethode nicht weiterkommen, da man nicht am laufenden Band Dinge so schnell verknüpfen kann. Das funktioniert nicht. Um aber Dinge regelrecht auswendig zu lernen, ist diese Methode eine gute Sache.
Kimoya 13.10.2017
5. @newline
Habe meinem Mann vor einem halben Jahr einen Vokabelkasten geholt und mit gerade mal 100 Fremdwörtern gefüllt, er hat bis heute ganze 5 Wörter daraus lernen können, manche haben da echt Schwierigkeiten bis hin zu gar keine Fähigkeit, sich etwas zu merken oder gar Eselsbrücken herzustellen. Ich habe jetzt einen 1000er-Pack Mini-Etiketten geholt und werde zu Hause so viele Gegenstände wie möglich damit bekleben, weil er so angeblich besser lernt. Oder wir stehen in der Küche und machen einen Tee, und ich sage ihm in der fremden Sprache, was Zucker heißt, und sage dann „Gib mir mal bitte XY“. Auf diese Weise kann er es sich wohl auch besser merken, aber es ist bisweilen recht anstrengend.
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