Listerien-Infektion: 13 Amerikaner sterben durch verseuchte Melonen

Mehr als ein Dutzend Menschen sind in den USA an Listerien-Keimen gestorben, die sich auf verseuchten Melonen fanden - mindestens 72 weitere Personen sind erkrankt. Das Obst wurde in die Hälfte aller US-Bundesstaaten ausgeliefert, die Behörden rechnen mit weiteren Todesfällen.

Honigmelonen in den USA: Produkte eines Betriebs mit Bakterien verunreinigt Zur Großansicht
AP

Honigmelonen in den USA: Produkte eines Betriebs mit Bakterien verunreinigt

Chicago - In den USA sind 13 Menschen an einer Listerien-Erkrankung gestorben. Die Personen hätten verdorbene Melonen gegessen, teilte das staatliche Zentrum für die Eindämmung von Erkrankungen (CDC) am Dienstagabend mit. 72 Menschen seien erkrankt. Bisher hätten 18 Bundesstaaten Infektionen gemeldet. Todesfälle gab es in New Mexico, Colorado, Texas, Kansas, Maryland, Missouri, Nebraska und Oklahoma.

Die Behörden wiesen Verbraucher an, die Melonen zu entsorgen. Nach CDC-Informationen fanden sich Bakterienstämme auf dem Obst einer in Denver ansässigen Firma. Das Unternehmen rief daraufhin am 14. September die Melonen zurück. Das Obst war vom 29. Juli bis 10. September in 25 Bundesstaaten transportiert worden.

Die Behörden fanden verseuchte Melonen sowohl in Supermärkten als auch im Haus eines Todesopfers. Zudem wurden identische Bakterienstränge auf Maschinen und Melonen der Erzeugerfirma gefunden. Die Behörden gaben keine Informationen dazu heraus, wie das Obst kontaminiert wurde. Die Ermittlungen dazu liefen noch, hieß es.

Behörden rechnen mit weiteren Toten

Einem CDC-Sprecher zufolge wird die Zahl der Todesfälle und Erkrankungen in den kommenden Wochen steigen, weil sich die Symptome nicht immer sofort zeigten. Die Inkubationszeit betrage teilweise mehr als vier Wochen. Der CDC zufolge ist eine Listerien-Erkrankung vor allem für Ältere, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich. Die Krankheit nahm bei allen Betroffenen nach dem 31. Juli ihren Verlauf.

Jährlich erkranken etwa 800 Personen in den USA an Listeriose. Die jetzige Welle ist die schlimmste sei 1998. Damals starben 32 Personen durch verdorbenes Hot Dog- und Sandwich-Fleisch.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Listeriose prinzipiell eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit. Listerien werden nicht nur auf Geflügel, Fleisch, Fisch, Milch sondern auch auf pflanzlichen Lebensmitteln gefunden.

ulz/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Wo ist das Problem?
mulhollanddriver 28.09.2011
Vor allem: Was wäre, wenn in Namibia ein paar Menschen an Melonen gestorben wären? Das würde hier sicherlich keine Erwähnung finden...
2. Bald auch bei uns?
Pepito_Sbazzagutti 28.09.2011
Listerien-Keime bald auch bei uns? Eine neue Geißel der Menschheit? Oder wieder nur ein Windei wie die vorher gegangenen, die Weltbevölkerung aufs Äußerste bedrohenden Keime, Viren etc.?
3. na ...
massbier 28.09.2011
Zitat von mulhollanddriverVor allem: Was wäre, wenn in Namibia ein paar Menschen an Melonen gestorben wären? Das würde hier sicherlich keine Erwähnung finden...
den Nachrichtenagenturen sind die Gurken ausgegangen ...
4. Das Problem...
Verun 28.09.2011
Zitat von mulhollanddriverMehr als ein Dutzend Menschen sind ]...] an Listerien-Keimen gestorben...]
So wie es aussieht, sind Leute wie Sie das Problem...
5. Reisewarnung!
stranzjoseffrauss 28.09.2011
Wann warnt Daniel Bahr vor Reisen in die USA? Melonen können zudem auch aus Fenstern auf Passanten fallen und somit fatale Effekte auf die Touristensterblichkeit haben.
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