Tropenkrankheit: Resistenzen erschweren Kampf gegen Malaria

Die Zahl der Malaria-Todesopfer sinkt, dennoch blicken Skeptiker in eine düstere Zukunft: Noch bekämpfen Insektizide und Medikamente in Afrika wirksam Mücken und Parasiten. Es ist allerdings nur eine Frage der Zeit, bis sich Resistenzen verbreiten werden.

Kind unter Moskitonetz (in Mosambik, 2005): Schutz vor Malaria übertragenden Mücken Zur Großansicht
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Kind unter Moskitonetz (in Mosambik, 2005): Schutz vor Malaria übertragenden Mücken

Hamburg - Die Vereinten Nationen haben ein ambitioniertes Ziel: Bis 2015 soll kein Mensch mehr an Malaria sterben, verkündete die Organisation im April zum Welt-Malaria-Tag. Das dürfte allerdings mehr als schwierig werden. Die Zahl der Menschen, die jedes Jahr an Malaria sterben, ist zwar seit einiger Zeit rückläufig - doch noch immer handelt es sich um eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Erde.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Ende 2011 sterben jährlich rund 650.000 Menschen an der Krankheit, 91 Prozent davon in Afrika. Datenanalysen amerikanischer Forscher zeichnen sogar ein deutlich pessimistischeres Bild: Sie gehen davon aus, dass der Krankheit jährlich mehr als eine Million Menschen erliegen. Resistenzen gegen Medikamente und andere Mittel würden den Kampf gegen die Krankheit in Zukunft sogar weiter erschweren.

Resistenzen drohen sich von Asien nach Afrika auszubreiten

Der Überträger des Malaria-Erregers, Stechmücken der Gattung Anopheles, leben in vielen Teilen Asiens, Afrikas und Südamerikas. Mitunter hinterlassen sie beim Stich sichelförmige einzellige Parasiten, die Plasmodien. Um die Malaria-Erreger nach einer Ansteckung zu bekämpfen, existieren nur wenige sicher wirksame Mittel, einer der wichtigsten Stoffe ist das sogenannte Artemisinin.

Bereits vor Jahren warnte die Weltgesundheitsorganisation davor, dass Artemisinin nicht auf Dauer ein Allheilmittel sein würde. Im Jahr 2009 schließlich wurden aus Kambodscha Resistenzen des Erregers Plasmodium falciparum gegen das Mittel bekannt. Er hatte seine Struktur so verändert, dass die Medikamente ihre Wirkung verloren.

Seither herrscht die Angst, dass Resistenzen auch die Länder Afrikas südlich der Sahara erreichen könnten, in denen das Risiko einer Malariainfektion noch wesentlich höher ist als in weiten Teilen Kambodschas. In dieser Hinsicht gibt eine Studie nun vorerst Entwarnung, zumindest für Mali: Bei Untersuchungen mit Kindern entfaltete das Medikament noch seine volle Wirkung, schreiben Forscher um Abdoulaye Djimde von der University of Bamako im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene".

Die Wissenschaftler hatten für ihre Analyse insgesamt 100 Kinder aus einem Dorf im Süden Malis behandelt, in dem sehr viele Malaria-Erkrankungen auftreten. Im Mittel verschwand der Erreger bei den zwischen einem Jahr und zehn Jahre alten Kindern binnen 32 Stunden - ein Zeichen, für eine gute Wirkung.

In den Gebieten Kambodschas, in denen es Resistenzen gibt, habe das Medikament erst nach 84 Stunden den Erreger voll verdrängen können, schreiben die Forscher. "Unsere Studie zeigt, dass es in dieser Region Afrikas keine Artemisinin-Resistenzen zu geben scheint", sagt Djimide. In Mali werde das Medikament allerdings auch erst seit 2004 großflächig verwendet, in Kambodscha hingegen schon mehr als 30 Jahr lang.

Insektizid DDT: Krebserregend, aber erfolgreich

Ähnlich verhalten positive Nachrichten verbreitete eine Forschergruppe von der North Carolina Central University und der Duke University in Durham, nachdem sie die Wirkung von Raumsprays mit Insektiziden auf die Verbreitung von Malaria untersucht hatten.

Ihre Auswertung 13 verschiedener Studien zeigte, dass die Zahl der Infektionen durch die Sprüheinsätze im Schnitt um 62 Prozent zurückgeht - obwohl die Mücken immer resistenter gegen einige weit verbreitete Insektizide geworden sind. Als wirksamstes Mittel erwies sich allerdings das umstrittene Insektizid Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT), berichten die Forscher ebenfalls im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene".

DDT wurde in der Landwirtschaft jahrzehntelang als Kontakt- und Fraßgift eingesetzt und ist vor allem wegen hormonähnlicher Wirkungen umstritten. Zudem besteht der Verdacht, dass DDT Krebs auslösen kann. In den meisten westlichen Industrieländern ist der Einsatz seit langem verboten.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass DDT effektiver das Malariavorkommen reduziert als Pyrethroide oder andere Insektizide", schreiben die Wissenschaftler. Derzeit würden bei den Sprays am häufigsten Pyrethroide verwendet, doch in den vergangenen Jahren seien die Überträgermücken in vielen Malaria-Gebieten unempfindlich dagegen geworden. Es gelte, die Gesundheitsgefahren von DDT von Fall zu Fall gegen den erzielten Nutzen abzuwägen, geben die Forscher zu bedenken.

Die Forschung vorantreiben

Auch wenn die Ergebnisse auf den ersten Blick positiv wirken, gibt es keinen Anlass, sich auf ihnen auszuruhen. Noch sind keine neuen, hochwirksamen Malaria-Medikamente in Sicht. "Wir sind immer noch mehrere Jahre von einem lizenzierten und verfügbaren Medikament entfernt, das Artemisinin ersetzen könnte", schreiben Forscher des Columbia University Medical Center in einem Editorial zu den nun veröffentlichten Studien.

Hinzu kommt, dass gefälschte oder mangelhafte Medikamente den Erfolg im Kampf gegen Malaria zusätzlich gefährden. Bei Stichproben verschiedener Malaria-Medikamente der Jahre 2002 bis 2010 zeigte sich, dass in Afrika immer wieder gefälschte Medikamente mit wenig oder gar keinem Artemisinin verkauft werden, berichtete ein Forscherteam im Fachblatt "Malaria Journal".

Werden die Parasiten den geringeren Dosen ausgesetzt, sterben nicht alle ab. Auf diese Weise können Erreger herangezüchtet werden, die resistent gegen die noch wirksamen Präparate sind. Eine zusätzliche Hürde im Kampf gegen die Krankheit.

irb/dpa

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1.
querulant1892 06.07.2012
Zitat von sysopInsektizid DDT: Krebserregend, aber erfolgreich Malaria: Resistenzen fordern Forscher heraus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,842352,00.html)
Ein paar Zeilen weiter heißt es aber: Schon ein Wiederspruch. "Verdächtig" ist kein anderes Wort für"schuldig". Jedenfalls ist die krebserzeugende Wirkung von DDT umstritten: DDT (http://www.mehr-freiheit.de/umwelt/ddt.html) Ich war auf der DDT-kritischen Seite http://www.stoppddt.ch/fileadmin/pdf/ddt_kampagne_neu/Press_Trip_2011/Human_Health_Impacts/Auswirkungen_auf_die_menschliche_Gesundheit_Factsheet_20100111_Deutsch.pdf Dort stand, dass in Gebieten mit erhöhtem DDT-Einsatz auch eine höhere Leberkrebsrate vorläge. Nun: Geht mal auf die Internetseite Krebsregister NRW: Landkarte - Krebsneuerkrankungen (http://www.krebsregister.nrw.de/index.php?id=117) (- Menüpunkt "Daten auswählen" - Menüpunkt "Leber und Galle" - Menüpunkt "Männer" - Menüpunkt "2009") Die Erkrankungsrate bei Leberkrebs und Gallenkrebs ist im NRW-Landkreis Warendorf mehr als doppelt so hoch (!!!!!) wie im benachbarten Landkreis Soest! Zumindest galt Dies im Jahre 2009 bei Männern. Lkr. Warendorf: 12,8 männliche Leberkrebs- und Gallenkrebspatienten pro 100.000 Einwohner Lkr. Soest: 5,3 männliche Leberkrebs- und Gallenkrebspatienten pro 100.000 Einwohner Vorsicht mit Statistiken! Unterschiede können VIELE Ursachen haben.
2. immer mal mit der Ruhe
allesklaroderwas 06.07.2012
Man muss hier mal klar abwägen, was der Einsatz von DDT bringt und welche Risiken eingegangen werden. Es mag zünisch klingen, aber bei einer Weltbevölkerung von 6.5Milliarden sind 650.000 mal gerade 0.0001% Die langjährige Verseuchung mit DDT und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken sind ungleich schwerwiegender. Nicht ohne Grund wurde die Benutzung von DDT unter der Stockholmer Konvention (2004) nur noch als “Vector Control” erlaubt. Bevor irgend jemand auf die Idee kommt, dass das Problem Malaria schnell und einfach durch Herumgiften in Griff zu bekommen ist, sollte man die Vergangenheit Revue passieren lassen. Der Erreger ist hoch anpassungsfähig und sehr wahrscheinlich resistant, während die Umwelt noch immer durch hohe DDT-Konzentrationen belastet ist.
3.
querulant1892 07.07.2012
Zitat von allesklaroderwasMan muss hier mal klar abwägen, was der Einsatz von DDT bringt und welche Risiken eingegangen werden. Es mag zünisch klingen, aber bei einer Weltbevölkerung von 6.5Milliarden sind 650.000 mal gerade 0.0001% Die langjährige Verseuchung mit DDT und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken sind ungleich schwerwiegender. Nicht ohne Grund wurde die Benutzung von DDT unter der Stockholmer Konvention (2004) nur noch als “Vector Control” erlaubt. Bevor irgend jemand auf die Idee kommt, dass das Problem Malaria schnell und einfach durch Herumgiften in Griff zu bekommen ist, sollte man die Vergangenheit Revue passieren lassen. Der Erreger ist hoch anpassungsfähig und sehr wahrscheinlich resistant, während die Umwelt noch immer durch hohe DDT-Konzentrationen belastet ist.
Sehr geehrter Herr allesklaroderwas, lesen Sie bitte diesen Link: Pestizid: Verteufeltes DDT könnte Malaria-Tote verhindern - Nachrichten Politik - WELT ONLINE (http://www.welt.de/politik/article3611631/Verteufeltes-DDT-koennte-Malaria-Tote-verhindern.html)
4. Neufassung
querulant1892 07.07.2012
Zitat von allesklaroderwasMan muss hier mal klar abwägen, was der Einsatz von DDT bringt und welche Risiken eingegangen werden. Es mag zünisch klingen, aber bei einer Weltbevölkerung von 6.5Milliarden sind 650.000 mal gerade 0.0001%
Korrigierte Version. Stellen Sie sich für eine Minute mal kurz vor, was wäre wenn soviele Menschen durch Gentechnik oder Atomkraft sterben würden!!!! (Anmerkung: Der Atomkraft-KRITISCHE "The other report on Chernobyl" (Welcher von der Grünen Europaabgeordneten Rebecca Harms in Auftrag gegeben wurde), geht von 30.000 bis 60.000 zusätzliche Todesfällen durch Krebs bis zum Jahr 2056 (Also 70 Jahre nach dem GAU) aus. The Other Report on Chernobyl (http://de.wikipedia.org/wiki/The_Other_Report_on_Chernobyl) Laut UN könnte es durch Tschernobyl bis zu 9000 Tote geben: Stromerzeugung: Opfer der Energie - Wissen - Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/wissen/stromerzeugung-opfer-der-energie/3986380.html) ) Stellen sie sich mal vor was wäre, wenn ein Atomkraftbefürworter sagen würde, dass Tschernobyl "mal grade" 0,000375% - 0,00075% der Weltbevölkerung töten würde!!!! Südafrika: Verteufelter Schutz - Wissen - Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/wissen/suedafrika-verteufelter-schutz/1679706.html) "Als in den vierziger Jahren in Sri Lanka mit dem Sprühen von DDT begonnen wurde, gab es jedes Jahr 2,8 Millionen Malaria-Fälle. 1963 waren es nur noch 17. Dann wurde das DDT-Programm beendet und die Zahlen stiegen sprunghaft wieder an. Schon 1969 gab es wieder 2,5 Millionen Malaria-Infektionen." Achtung: 1963 waren es Dank DDT nur 17 (SIEBZEHN) Malariafälle in Sri Lanka!!!! SIEBZEHN; - NICHT 17 Tausend oder 17 Millionen oder so...... NEIN! 17 Soviele Mensche passen ohne Probleme in einen normalen Stadtbus rein! Nach der Absetzung von DDT explodierte die Malaria-Rate auf 2,5 MILLIONEN!!!!! Weiter: DDT (http://www.mehr-freiheit.de/umwelt/ddt.html#k4) "Ein Beispiel dafür liefert die Republik Südafrika. Dort hatte man es viele Jahre lang gewagt, DDT einzusetzen. In dieser Zeit gab es knapp 10.000 Malaria-Neuinfektionen pro Jahr. Im Jahr 1996 gab die südafrikanische Regierung dem Druck von grünen Verbänden und ausländischen Politikern nach und stellte den Gebrauch von DDT ein. Die Folgen dieser Maßnahme waren eindeutig: die Zahl der Malariaerkrankungen wuchs sprunghaft. Bereits im Jahr 2000 verzeichnete Südafrika 62.000 Malariafälle. Unter dem Eindruck dieser Entwicklung kehrte die südafrikanische Regierung zum DDT-Einsatz zurück. Innerhalb von 18 Monaten nach dieser Entscheidung sank die Zahl der Malariainfektionen um 80% auf 12.400 Fälle. Der Gebrauch von DDT hat circa 50.000 Menschen pro Jahr eine Malariaerkrankung erspart. "
5. Qualitativ? Nein? Zahlen bitte!
querulant1892 07.07.2012
Zitat von allesklaroderwasDie langjährige Verseuchung mit DDT und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken sind ungleich schwerwiegender.
Quellen??? Belege??? Beweise??? Oder sagen Sie Das einfach nur so aus dem "Bauchgefühl" heraus? ;-) Es gibt Studien die besagen, dass DDT eigentlich GAR KEINE (!!!) Gesundheitsschäden beim Menschen verursachen würde!!!!! DDT kann Leben retten - Nachrichten Welt Print - WELT ONLINE (http://www.welt.de/welt_print/article3613350/DDT-kann-Leben-retten.html) "Längst sind in hoch angesehenen wissenschaftlichen Fachblättern wie etwa "Lancet", "Science", "Nature" und anderen Studien zu lesen, die die weitgehende Unbedenklichkeit des verteufelten Stoffes dokumentieren. "Behauptungen von Risiken durch DDT für die menschliche Gesundheit und die Umwelt konnten trotz wiederholter wissenschaftlicher Forschung nicht belegt werden", kommentierte ein Autor von "Lancet", der international führenden medizinischen Fachzeitschrift, im Jahr 2000 eine Studie im selben Blatt. Auch wurde dort ausdrücklich die oft ins Spiel gebrachte Resistenz der Mücken gegen DDT als "kein wesentliches Problem für den anhaltenden Gebrauch von DDT für die Malaria-Bekämpfung" angesehen. ...... Eine Info-Website des Umweltbundesamtes Österreichs - gewiss kein Land, das frei wäre von zum Teil überzogenen Umweltängsten - kritisiert den DDT-Bann: "Massive Verschlechterung in der Dritten Welt, erneuter Anstieg an Malaria-Fällen, keine effektiven bzw. kostengünstigen Alternativen", und kommt zu dem Resümee: "Zeitgemäße Anwendungsmethoden in Innenräumen können Malaria verhindern, ohne notgedrungen schädliche Wirkungen auf Mensch und Umwelt zu verursachen." Und zu guter Letzt muss sogar das PAN selbst in der bei seiner Pressekonferenz verteilten Broschüre feststellen: "Beim Menschen ist ein Zusammenhang zwischen DDT und verminderter Spermienzahlen nicht eindeutig belegt bzw. schwierig belegbar. Es fehlen auch monokausale Beweise dafür, dass dieses Insektizid oder seine Abbauprodukte beim Menschen Krebs auslösen." Und haben sie denn Zahlen???? Wieviele Menschen sterben denn tatsächlich an DDT-Vergiftungen? 100 pro Jahr? 1000 pro Jahr? 1000000 pro Jahr?
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Malaria
Die Krankheit
AP
Malaria zählt zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt: Statistisch gesehen stirbt allein in Afrika etwa alle 30 Sekunden ein Kind an der Krankheit. Pro Jahr fallen ihr insgesamt mindestens eine Million Menschen zum Opfer, die meisten davon Kinder unter fünf Jahren. Der Erreger der Malaria tropica, der einzellige Parasit Plasmodium falciparum, wird durch den Stich weiblicher Stechmücken der Gattung Anopheles von bereits infizierten Menschen auf gesunde übertragen.
Schutzmaßnahmen
Einen Impfstoff gegen Malaria gibt es derzeit nicht. Deshalb gilt es, eine Ansteckung von vornherein zu vermeiden, indem man sich in moskitosicheren Räumen aufhält, mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze benutzt und langärmlige Kleidung trägt.
Chemische Vorbeugung
Prophylaxe-Medikamente bieten keinen absoluten Schutz vor einer Malaria, erhöhen aber die Sicherheit. Über die Art der Malaria-Prophylaxe muss individuell der Arzt entscheiden, anhand des Reisezieles, der Reisezeit, der Reisedauer und des Reisestils. Dabei müssen Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten sowie Besonderheiten bei der Medikamenteneinnahme beachtet werden. Bei Reisen in Gebiete mit hohem Malaria-Risiko ist eine Chemoprophylaxe empfehlenswert. Wenn in Gebieten mit niedrigem oder mittlerem Malaria-Risiko keine regelmäßige Chemoprophylaxe durchgeführt wird, sollte ein Reservemedikament mitgeführt werden. Es sollte nur bei verdächtigen Symptomen, fehlender ärztlicher Versorgung und nur im Notfall eingenommen werden ("Standby").