Mangelnder Erfolg: Pfizer stoppt Studie mit Prostata-Krebsmedikament

Erneuter Rückschlag für den Pharmariesen Pfizer: Das Krebsmedikament Sutent hat nicht das gehalten, was sich der Hersteller davon versprochen hat. Weil es die Überlebenschancen bei Prostatakrebs nicht verbessert, hat der Konzern jetzt eine klinische Studie abgebrochen.

Washington - Der US-Pharmakonzern Pfizer Chart zeigen hat bei seinem Plan, den Anwendungsbereich seines Krebsmedikaments Sutent (Wirkstoffname Sunitinib) auszuweiten, ein Ziel verpasst: Wegen mangelnden Erfolgs hat der Hersteller jetzt eine klinische Studie vorläufig beendet.

Die Kombination von Sutent mit dem Medikament Prednisone bringe bei der Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs wahrscheinlich keine Vorteile gegenüber der alleinigen Gabe von Prednisone, teilte Pfizer am Montag in New York mit. Die vorliegenden Ergebnisse deuteten darauf hin, dass sich die Überlebenschancen durch Sutent nicht verbesserten.

Es ist bereits der zweite Rückschlag, den das Unternehmen binnen kurzem mit dem Medikament erlebt. Erst im vergangen Monat hatte Pfizer mitgeteilt, dass das Medikament in einer Studie zur Behandlung von fortgeschrittenem Lungenkrebs keine Verlängerung der Lebensdauer gebracht habe. Sutent ist allerdings bereits für die Behandlung von Nierenkrebs und bestimmter Magen-Darm-Tumore zugelassen und brachte Pfizer im vergangenen Jahr 965 Millionen Dollar ein.

Auch Versuche mit anderen Krebsmedikamenten hatte Pfizer unlängst schon wegen mangelndem Erfolg stoppen müssen: Im März hatte der Konzern eine Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Figitumumab zur Behandlung von Patienten mit bereits behandeltem nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) abgebrochen. Und im vergangenen Jahr hatte eine Analyse unabhängiger Gutachter gezeigt, dass Figitumumab in Kombination mit zwei weiteren Wirkstoffen Paclitaxel und Carboplatin die Überlebenschancen von Lungenkrebs-Patienten nicht erhöht. Bei dieser Studie war es auch zu tödlichen Nebenwirkungen gekommen.

cib/dapd

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. business as usual
hausmeister hempel 28.09.2010
Zitat von sysopErneuter Rückschlag für den Pharmariesen Pfizer: Das Krebsmedikament Sutent hat nicht das gehalten, was sich der Hersteller davon versprochen hat. Weil es die Überlebenschancen bei Prostatakrebs nicht verbessert, hat der Konzern jetzt eine klinische Studie abgebrochen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,719942,00.html
Wo ist das Problem? Nur ca. 12% aller klinischen Entwicklungsprogramme erreichen den Markt. 87% "sterben" vorher. Darum haben Phrarmafirmen auch so hohe Kosten.
2. Pst
pulegon 28.09.2010
Zitat von hausmeister hempelWo ist das Problem? Nur ca. 12% aller klinischen Entwicklungsprogramme erreichen den Markt. 87% "sterben" vorher. Darum haben Phrarmafirmen auch so hohe Kosten.
Sagen Sie doch sowas nicht, hinter heißt es noch die Pharmafirmen wären keine gierigen Halsabschneider, denen jeder Misserfolg zu gönnen wäre.
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