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Medizinskandal: 30.000 Französinnen sollen Brustimplantate entfernen lassen

Der Skandal um defekte Brustimplantate nimmt immer größere Ausmaße an. Jetzt kommt es offenbar zu einer beispiellosen Reaktion der Behörden in Frankreich: Laut einem Zeitungsbericht sollen 30.000 Frauen dazu aufgerufen werden, ihre Implantate wieder herausoperieren zu lassen.

Defektes Brustimplantat: Dieses Exemplar musste einer Patientin herausoperiert werden Zur Großansicht
REUTERS

Defektes Brustimplantat: Dieses Exemplar musste einer Patientin herausoperiert werden

Paris - Seit mehr als einem Jahr leben Tausende Frauen in Frankreich und auch in Deutschland in Angst: Sie haben sich ihre Brüste mit Silikonkissen vergrößern lassen, bei denen eine erhöhte Gefahr von Rissen und Brüchen besteht. Die Folgen können Entzündungen sein, inzwischen ist sogar die Rede von einer krebserregenden Wirkung der Implantate.

Jetzt greifen die französischen Behörden offenbar zu drastischen Maßnahmen: Wie die Zeitung "Libération" berichtet, sollen 30.000 Frauen im Land dazu aufgefordert werden, ihre Implantate wieder entfernen zu lassen. Der Aufruf solle noch vor dem 24. Dezember erfolgen. Das hätten Agnès Buzyn, Präsidentin von Frankreichs Nationalem Krebsinstitut, und Jean-Yves Grall, Chef der französischen Gesundheitsdirektion DGS, bestätigt.

Schon im Frühjahr 2010 hat die französische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte (Afssaps) die fehlerhaften Implantate der Herstellerfirma Poly Implants Prothèses (PIP) vom Markt nehmen lassen und ihren weiteren Vertrieb europaweit untersagt. Die Silikonkissen stehen im Verdacht, nicht mit medizinischem, sondern mit Industriesilikon gefüllt zu sein, das sich in der Brust verteilen und Entzündungen auslösen könnte.

Bisher keine Krebsverdachtsfälle in Deutschland

Zudem gehen die französischen Behörden dem Verdacht nach, dass die Implantate auch Krebs auslösen könnten. "Ein kausaler Zusammenhang ist bisher noch nicht bewiesen", erklärte Maik Pommer, Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). "Es handelt sich derzeit um einen Verdacht, der geprüft wird." Das BfArM stehe dazu in Kontakt mit den Kollegen in Frankreich. In Deutschland seien ähnliche Verdachtsfälle bisher nicht gemeldet worden, sagte Pommer. Die Zahl der Frauen, die in Deutschland fehlerhafte PIP-Implantate erhalten haben, sei nicht bekannt - entsprechende Statistiken würden nicht erhoben.

PIP hat nach eigenen Angaben seit 1992 mehr als 200.000 Brustimplantate verkauft. Angeblich soll das nicht zugelassene Silikon seit 2006 benutzt worden sein. Allein in Frankreich sind von rund 500.000 Frauen mit Brustimplantaten rund 30.000 betroffen. Zudem exportierte PIP rund 90 Prozent seiner Produktion. Unternehmensangaben zufolge werden die Implantate in mehr als 60 Ländern vertrieben, auch in Deutschland.

Die französischen Prüfer hatten 2010 die Produktionsstätte der Firma in La Seyne-sur-Mer in der Nähe von Toulon untersucht, nachdem aufgefallen war, dass es bei den Implantaten von PIP doppelt so häufig zu Rissen kam wie bei den Produkten anderer Hersteller. Ärzte waren auf das Problem gestoßen, weil ungewöhnlich viele Frauen mit PIP-Implantaten wegen gerissener Silikonkissen nachoperiert werden mussten. Die Afssaps rief betroffene Frauen auf, regelmäßig zur Mammografie zu gehen.

mbe/dapd

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1. Zahlen Glückssache ?
old_spice 20.12.2011
"" ...PIP hat nach eigenen Angaben seit 1992 mehr als 200.000 Brustimplantate verkauft. ... Allein in Frankreich sind von rund 500.000 Frauen mit Brustimplantaten rund 30.000 betroffen. Zudem exportierte PIP rund 90 Prozent seiner Produktion. " Leider passen die Zahlen nicht zusammen. Wenn 500.000 Frauen diese Implantate haben, hat die Firma mehr als 200.000 produziert. Wenn die 30.000 nur 10% der Produktion sind, müssten ww 300.000 rückgebaut werden.
2.
rebner 20.12.2011
Zitat von old_spice"" ...PIP hat nach eigenen Angaben seit 1992 mehr als 200.000 Brustimplantate verkauft. ... Allein in Frankreich sind von rund 500.000 Frauen mit Brustimplantaten rund 30.000 betroffen. Zudem exportierte PIP rund 90 Prozent seiner Produktion. " Leider passen die Zahlen nicht zusammen. Wenn 500.000 Frauen diese Implantate haben, hat die Firma mehr als 200.000 produziert. Wenn die 30.000 nur 10% der Produktion sind, müssten ww 300.000 rückgebaut werden.
So schlecht hat SPON, dass jetzt auch nicht formuliert. In Frankreich sollen insgesamt ca. 500000 Frauen Brustimplantate haben, egal von welcher Firma. Wenn die Zahl stimmt dann hätten aber wohl fast zwei Prozent der Erwachsenen Frauen Frankreichs Brustimplantate (Milchmädchenrechnung, wenn man 65 Mio. Einwohner nimmt), unwahrscheinlich, wo kommt den diese Zahl her?
3.
Zetsche 20.12.2011
Zitat von old_spice"" ...PIP hat nach eigenen Angaben seit 1992 mehr als 200.000 Brustimplantate verkauft. ... Allein in Frankreich sind von rund 500.000 Frauen mit Brustimplantaten rund 30.000 betroffen. Zudem exportierte PIP rund 90 Prozent seiner Produktion. " Leider passen die Zahlen nicht zusammen. Wenn 500.000 Frauen diese Implantate haben, hat die Firma mehr als 200.000 produziert. Wenn die 30.000 nur 10% der Produktion sind, müssten ww 300.000 rückgebaut werden.
Die Zahlen sind einwandfrei. Nirgendwo szeht, dass ALLE (!) Frauen in Frankreich diese Implantate haben. Dort steht VON (!) 500.000 Frauen mit Brustimpl. haben sich 30.000 in Frankreich welchen von dieser Firma einsetzen lassen. Die Firma hat mehr als 200.000 produuziert. Richtig. 30.000 in Frankreich verkauft und 270.000 ins Ausland exportiert. Und warum sollen all diese Zahlen jetzt nicht zusammenpassen? Nebenbei bedeutet verkauft nicht gleichzeitig schon implantiert....
4.
Zetsche 20.12.2011
Zitat von rebnerSo schlecht hat SPON, dass jetzt auch nicht formuliert. In Frankreich sollen insgesamt ca. 500000 Frauen Brustimplantate haben, egal von welcher Firma. Wenn die Zahl stimmt dann hätten aber wohl fast zwei Prozent der Erwachsenen Frauen Frankreichs Brustimplantate (Milchmädchenrechnung, wenn man 65 Mio. Einwohner nimmt), unwahrscheinlich, wo kommt den diese Zahl her?
Die Franzosen werden ebenso eine Statistik erstellt haben... z.B. steht im Artikel: "...die französischen Kollegen der deutschen BfArM...."
5. Na,
forumgehts? 20.12.2011
Zitat von sysopDer Skandal um defekte Brustimplantate nimmt immer größere Ausmaße an. Jetzt kommt es offenbar*zu einer beispiellosen Reaktion der Behörden in Frankreich: Laut einem Zeitungsbericht sollen 30.000 Frauen dazu aufgerufen werden, ihre Implantate wieder herausoperieren zu lassen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,804829,00.html
da ist unsere Medizinlobby aber besser auf Zack. Keinen Pieps von unseren eigentlich zuständigen Behörden. OK, in Frankreich sitzen die fähigen Köpfe eben bei der Atomlobby, die kann seit Tschernobyl Radioaktivität im Land verschwinden lassen.
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