Miracle Mineral Supplement Gefährliches "Wundermittel" MMS wird verboten

Das Bundesinstitut für Arzneimittel verschärft seine Warnung: MMS, das gegen Aids, Krebs, Herpes und Demenz helfen soll, wurde als bedenkliches, nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft. Damit ist der Verkauf ab sofort illegal.

Behörde zieht die Notbremse: MMS-Produkte wurden als "bedenklich" eingestuft
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Behörde zieht die Notbremse: MMS-Produkte wurden als "bedenklich" eingestuft


Hamburg - Seit Monaten wurde ein vermeintliches Wundermittel über das Internet intensiv beworben und über dubiose Online-Shops verkauft: "Miracle Mineral Supplement", kurz MMS, es soll gegen allerhand Leiden gleichzeitig helfen - Krebs, MS, Autismus, Alzheimer.

Doch die "Wunder-Mineralienergänzung" ist gefährlich. Sie besteht aus Natriumchlorit (nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, also Kochsalz) und einer Zitronensäure-Lösung als "Aktivator". Werde beides vermischt, entstehe Chlordioxid, ein giftiges Gas mit stechendem, chlorähnlichem Geruch, berichtet das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Chlordioxid diene als Bleichmittel von Papier und zur Desinfektion von Trinkwasser und verursache schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. MMS ist kein offizielles Arzneimittel, es gibt keine Zulassungsstudien, die die Sicherheit und Wirkung attestiert hätten.

Zulassungspflichtig + bedenklich = verboten

Am Donnerstag hat das BfArM nun die "Miracle Mineral Supplement"-Produkte MMS und MMS2 der Firma Luxusline Ltd. als zulassungspflichtige Arzneimittel eingestuft. Zulassungspflichtige Arzneimittel dürfen nach Angaben der Behörde nur in Verkehr gebracht werden, wenn in einem Zulassungsverfahren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität belegt worden sind. Diese Nachweise fehlen für MMS.

Das BfArM habe die beiden Produkte MMS und MMS2 als sogenannte Präsentationsarzneimittel eingestuft, weil der Hersteller eindeutige Heilversprechen mache und arzneiliche Zweckbestimmungen angebe, heißt es in der Pressemitteilung. Als Präsentationsarzneimittel werden Produkte eingestuft, die zur Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten bestimmt sind. In diesen Fällen sei nicht die pharmakologische Wirkung eines Stoffes ausschlaggebend, sondern die Frage, wie ein Produkt ausgelobt werde und wie es daraufhin vom Verbraucher verstanden werde.

Dadurch wolle der Gesetzgeber erreichen, dass Mittel wie MMS im Sinne des vorbeugenden Patientenschutzes arzneimittelrechtlich kontrolliert werden und nicht ohne behördliche Zulassung in den Verkehr gebracht werden dürfen, schreibt das BfArM.

Beide Produkte wurden von der Behörde außerdem als bedenklich eingestuft, weil der begründete Verdacht besteht, dass sie "bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein vertretbares Maß hinausgehen". Die Arzneimittelbehörde hatte bereits im Mai 2014 vor Natriumchlorit-Produkten gewarnt. Gegen die nun vorgenommene Einstufung als zulassungspflichtiges Arzneimittel kann der Hersteller innerhalb eines Monats Widerspruch erheben.

Möglich wurde die Reaktion des BfArM, weil eine Landesbehörde zuvor einen Antrag gestellt hatte, das Bundesinstitut möge entscheiden, ob es sich bei dem umstrittenen Wundermittel MMS um ein zulassungspflichtiges Arzneimittel handele oder nicht. Nach der Entscheidung des Bundesinstituts sind nun wieder die Gesundheitsämter in den Ländern gefragt. Sie können auf Basis des BfArM-Votums "ordnungsbehördliche Maßnahmen zum Schutz der Patienten einleiten", also zum Beispiel die Einfuhr von MMS-Produkten oder deren Verkauf verbieten.

Behörden in Amerika, Kanada, Frankreich und Deutschland warnen schon lange vor MMS. Dort wurden nach Einnahme von MMS unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, Nierenversagen, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen beobachtet.

Hinweis der Redaktion: In der ursprünglichen Version dieses Artikels waren Quellen nicht vollständig angegeben. Wir haben diese Angaben ergänzt und bitten um Entschuldigung!

Gefährliches "Wundermittel" MMS

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insgesamt 82 Beiträge
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Seite 1
c.PAF 26.02.2015
1.
Erstaunlich, daß so etwas so lange dauert. Das Problem wird sein, daß eine minimale Änderung der Inhaltsstoffe reicht, daraus ein anderes "Medikament" zu machen ("jetzt noch besser"), das dann vom Verkaufsverbot nicht betroffen ist. Die Scharlatane kennen und nutzen die Tricks schon lange, daher ist das Verbot strenggenommen wirkungslos.
twister-at 26.02.2015
2. Die Übelkeit ist normal
"Sie können mit einer niedrigen Dosis beginnen, die Sie jeden Tag um einen Tropfen erhöhen, bis sich leichte Übelkeit einstellt. Reduzieren Sie die Dosis dann um zwei Tropfen. Nach mehreren Tagen können Sie die Dosis erneut steigern. Arbeiten Sie sich allmählich auf die Standarddosis von ein bis drei Mal täglich 15 Tropfen hoch, und behalten Sie diese Dosis etwa eine Woche lang bei.Viele Menschen kommen allerdings gar nicht so weit, weil sie empfindlich werden und die Übelkeit schon bei geringen Dosen ohne hinreichende antimikrobielle Wirkung einsetzt." so schreibt die Seite "Gesundheitliche Aufklärung" zur MMS-Therapie - ich lasse mal die Seite für sich selbst sprechen. Derartige Wundermittel, egal ob gegen Potenzprobleme, Übergewicht oder gar Krebs etc. sind seit langem im Handel und immer wieder gerne gekauft - das ist ein sehr gutes Geschäft u.a. auch weil den Kranken suggeriert wird, dass, wenn es nicht wirkt, sie daran schuld sind. Sie müssen halt mehr daran glauben, dabei bleiben, sie müssen halt Geduld haben usw. Wer sich halt drei Wochen lang die Seele aus dem Leib würgt, der muss das halt hinnehmen weil ja dafür bestimmt auch bald der Krebs geht. Gruselig.
hansulrich47 26.02.2015
3. Finde ich auch!
Zitat von c.PAFErstaunlich, daß so etwas so lange dauert. Das Problem wird sein, daß eine minimale Änderung der Inhaltsstoffe reicht, daraus ein anderes "Medikament" zu machen ("jetzt noch besser"), das dann vom Verkaufsverbot nicht betroffen ist. Die Scharlatane kennen und nutzen die Tricks schon lange, daher ist das Verbot strenggenommen wirkungslos.
Man braucht nicht viel Wissen: Natriumchlorit setzt bei Zugabe von Säure Chlordioxid frei. Das ist ein relativ gutes Bleichmittel, weil es oxidiert. Technisch wird es zur Bleiche von Textilien und zur Zellstoffbleiche eingesetzt. Was ein solches Bleichmittel bei Krankheiten bewirken kann, steht ausser Frage: Nichts. Da kann man auch Globuli nehmen und fest dran glauben!;-))))
mczeljk 26.02.2015
4.
Nette Vorstellung, wird allerdings kaum passieren. Dafür kann man ganz gut Geld mit Hom. verdienen und da ja nix drin ist, hat das Zeug auch keine Nebenwirkungen, ergo Risiken. Die einzige Möglichkeit, dass Homöopathie verschwindet, wäre, dass die Menschen darauf nicht mehr hereinfallen und die Homöopathie den gleichen Weg wie andere pseudomedizinische Albernheiten geht.
Gregor Weißenborn 26.02.2015
5. Endlich!
Das wurde aber auch Zeit, dass die dass Dreckszeug verbieten! Nun sollen die aber auch konsequenter Weise Tabakprodukte verbieten. Denn die töten sogar bei bestimmungsgemäßem Gebrauch.
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