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Muskelschwund: Kuschelhormon hilft alten Mäusen

Mäuse im Labor: Fehlen von Oxytocin führt zu frühzeitigem Muskelschwund Zur Großansicht
Corbis

Mäuse im Labor: Fehlen von Oxytocin führt zu frühzeitigem Muskelschwund

Der Signalstoff Oxytocin hilft bei Mäusen gegen altersbedingten Muskelabbau. Auch bei der Regeneration nach Verletzungen war die Substanz in einem Versuch hilfreich. Forscher hoffen auf neue Ansatzpunkte bei Therapien für kranke Menschen.

Kaum ist die 30 überschritten, geht's bergab: Was vorher straff und fest war, beginnt zu schwächeln. Mit zunehmendem Alter kann sich das menschliche Gewebe immer schlechter regenerieren, schreiben Forscher um Christian Elabd von der University of California im Fachjournal "Nature Communications". Die Abnahme von Muskelmasse beginnt demnach bereits mit dem 30. Lebensjahr. Ab einem Alter von 50 Jahren beschleunigt sich der Vorgang, Stärke und Beweglichkeit lassen nach.

Auch der Oxytocin-Spiegel sinkt mit fortschreitendem Alter. Bekannt ist die Bedeutung des sogenannten Kuschelhormons bei der Geburt, beim Stillen und für soziale Verhaltensweisen wie Bindung und Vertrauen. Mit dem altersbedingten Muskelabbau sei das Hormon bisher kaum in Verbindung gebracht worden - womöglich zu Unrecht.

Die Forscher verabreichten in ihren Versuchen älteren Mäusen Oxytocin - und jüngeren Mäusen ein Mittel, das die Funktion des Hormons hemmt. Dann beobachteten sie jeweils die Reaktion des Organismus auf ein Gift, das den Herzmuskel angreift.

Bisher keine effektive Therapie gegen Muskelabbau

Ihr Ergebnis: Die Zugabe von Oxytocin förderte die Muskelregeneration bei den älteren Mäusen und auch bei den jüngeren Mäusen, denen der Oxytocin-Antagonist gegeben wurde. War bereits genug Oxytocin im Blutkreislauf vorhanden, hatte das künstlich zugeführte Hormon keinen zusätzlichen Effekt.

Die Forscher zeigten zudem, dass ein Fehlen des Hormons aufgrund eines genetischen Defekts bei Mäusen zu frühzeitigem Muskelschwund führt. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Hormon auch beim Menschen ein entscheidender Faktor bei der Erhaltung und Erneuerung der Skelettmuskulatur sein könnte.

Bisher gibt es den Studienautoren zufolge keine effektive Therapie, altersbedingten Muskelabbau zu behandeln oder ihm vorzubeugen. Möglicherweise biete sich eine regelmäßige Aufnahme von Oxytocin etwa in Form eines Nasensprays an, mutmaßen die Forscher. Ob dies tatsächlich eine Option wäre, muss allerdings erst in weiteren Studien geprüft werden. Der Einsatz des Hormons wird bereits bei Autismus, Osteoporose und Depressionen erforscht.

anf/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Her damit !!
UlliK 11.06.2014
Ich leide im Zuge einer Krebsnachsorge unter Osteoporose und Muskelabbau. Und darüber hinaus schon seit Jahrzehnten immer wieder unter Depressionsschüben. Wo kann ich mich melden, um an evtl. Studien teilzunehmen ?
2.
sfb 11.06.2014
Zitat von sysopCorbisDer Signalstoff Oxytocin hilft bei Mäusen gegen altersbedingten Muskelabbau. Auch bei der Regeneration nach Verletzungen war die Substanz in einem Versuch hilfreich. Forscher hoffen auf neue Ansatzpunkte bei Therapien für kranke Menschen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/muskelschwund-kuschelhormon-oxytocin-koennte-helfen-a-974363.html
Doch: Bewegung! Natürlich erreicht man im Alter nicht mehr die Maximalkraft der Jugend, aber durch Training wird der Abbau gebremst.
3. Aufgepaßt!
Enkidu 12.06.2014
Weil die Fähigkeit der Zellen zur Selbstreparatur konstant abnimmt, wird der alterne Organismus ebenso konstant krebsanfälliger. Jede Therapie, die dem Altern durch gesteigerte Zellteilung entgegenzuwirken versucht - sprich Anti-Aging - steigert dadurch sofort das Krebsrisiko in erheblichem Maße. Also, besser Finger weg, denn gegen den Tod ist kein Kräutlein gewachsen.
4. Bewegung, aber…
Enkidu 12.06.2014
… vor allem Krafttraining, denn Bewegung stärkt Kopf und Körper im allgemeinem Sinne, während Krafttraining jedoch sehr viel mehr zur Erhaltung der *Muskelkraft* beiträgt.
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